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Pearl-Index

Der Pearl-Index gibt an, wie sicher ein Verhütungsmittel gegen eine ungewollte Schwangerschaft schützt. Ein Überblick über die wichtigsten Verhütungsmethoden.

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Inhaltsverzeichnis
Ein Schwangerschaftstest und Pillen aufgereiht in Form eines Fragezeichens

© Shutterstock

Was ist der Pearl Index?

Der Pearl-Index klassifiziert Verhütungsmethoden bezüglich ihrer Sicherheit gegen eine ungewollte Schwangerschaft. Benannt ist er nach dem amerikanischen Biologen Raymond Pearl. Die Zahl gibt an, wie viele Frauen innerhalb eines Jahres schwanger geworden sind, obwohl sie mit der jeweiligen Methode verhütet haben. Das heiß, bei einem Wert von 0,1 bis 0,9 waren es eine bis neun von 1.000. Werden vier von 100 Frauen schwanger, beträgt der Pearl-Index 4.

Je niedriger die Zahl, desto sicherer ist die jeweilige Verhütungsmethode. Aber der Pearl-Index ist lediglich ein Orientierungswert. Es lässt sich nämlich schwer prüfen, ob das Paar bei der Anwendung des jeweiligen Schwangerschaftsschutzes alles richtig gemacht hat. Bei einigen Mitteln können auch Erkrankungen (z. B. starker Durchfall bei der Pille) oder die körperliche Konstitution (beispielsweise geringere Zuverlässigkeit des Verhütungspflasters bei über 90 kg Körpergewicht) die Wirksamkeit einer Verhütungsmethode beeinflussen.

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Pearl-Index: Verhütungsmethoden im Vergleich

Die Angaben, wie sicher eine Verhütungsmethode ist, schwanken in der Fachliteratur. Das liegt daran, dass manche Erhebungen von einer perfekten Anwendung ausgehen, andere Fehler mit einbeziehen. Die folgende Pearl-Index-Tabelle listet die gängigsten Verhütungsmethoden auf, basierend auf Angaben von Pro Familia und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Häufig ist ein Zahlenwert „von … bis“ angegeben. Dabei bezieht sich die niedrigere Zahl auf eine perfekte Anwendung, die höhere berücksichtigt Fehler, die man bei der Verwendung der jeweiligen Methode machen kann. Die Werte bieten eine gute Orientierung, erheben aber keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit.

Das richtige Verhütungsmittel finden (Podcast #15)

Gast: Dr. Mandy Mangler, Chefärztin der Gynäkologie am Auguste-Viktoria-Klinikum in Berlin

Mehr Infos zur Folge

Das passende Verhütungsmittel muss nicht immer das gleiche sein. „Ruhig mal wechseln“, sagt Dr. Mandy Mangler. Sie ist Chefärztin der Gynäkologie am Auguste-Viktoria-Klinikum in Berlin und unsere Expertin dieser Folge.

Die Pille ist zwar noch das Verhütungsmittel Nummer eins in Deutschland – aber die ärztlichen Verordnungen sind seit Jahren rückläufig. Gerade bei jungen Frauen. Es gibt Alternativen, die für die eine oder den anderen vielleicht besser funktionieren.

Wir klären über die vielen Möglichkeiten auf, sich vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen; gehen auf Nebenwirkungen ein und schildern euch, wie ihr Fehler in der Anwendung vermeidet – damit ihr herausfinden könnt, welches Verhütungsmittel für eure Lebenssituation und Bedürfnisse ideal ist.

Praktischer versus theoretischer Pearl-Index

Der „praktische Pearl-Index“ beschreibt das wahre Leben. Das heißt, er gibt an, welche Verhütungsmethoden sich wie gut im Alltag als Schwangerschaftsschutz bewährt haben, und bezieht dabei auch Anwendungsfehler mit ein. Der „theoretische Pearl-Index“ geht dagegen davon aus, dass die Sexualpartner die jeweilige Methode perfekt und fehlerfrei angewendet haben.

Sind beide Indizes ungefähr gleich groß, zum Beispiel bei Sterilisation, Spirale oder Dreimonatsspritze, ist die jeweilige Methode einfach anzuwenden. Klafft zwischen den Angaben der beiden Pearl-Indizes eine große Lücke, wie es zum Beispiel beim Kondom, vor allem aber auch bei den natürlichen Verhütungsmethoden der Fall ist, müssen die Sexualpartner die jeweilige Verhütung konsequent, konstant und sorgfältig anwenden, damit sie wirksam vor einer ungewollten Schwangerschaft schützt.

Quellen
  • Online-Informationen Pro Familia Bundesverband: www.profamilia.de; Abruf: 22.05.2024
  • Online-Informationen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA): www.familienplanung.de; Abruf: 22.05.2024

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Dieser Artikel enthält allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Den passenden Arzt finden Sie über unser Ärzteverzeichnis.

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