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Sterilisation der Frau

Die Sterilisation der Frau ist ein aufwendiger Eingriff. Für wen sie geeignet ist, wie sie abläuft und welche Nebenwirkungen auftreten können.

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Inhaltsverzeichnis
Frau vor grauem Hintergrund hält Arme verschränkt und blickt in die Kamera

© Mauritius Images

Vorteile Nachteile Pearl-Index*
an Verhütung denken ist unnötig der Eingriff lässt sich kaum rückgängig machen 0-0,5
sexuelles Empfinden verändert sich nicht eine Sterilisation kann die Hormonproduktion der Eierstöcke stören (Schmierblutungen möglich)

 

kann die Psyche belasten
  teuer
  Komplikationen durch die Operation möglich

*Maß für die Sicherheit einer Verhütungsmethode; gibt an, wie viele von 100 Frauen, die ein Jahr lang mit einer bestimmten Methode verhüten, dennoch schwanger werden. Bei Indizes bis 0,9 bedeutet dies, weniger als eine Frau.

Was ist Sterilisation bei der Frau?

Bei der Sterilisation der Frau handelt es sich um eine dauerhafte und kaum rückgäng zu machende Verhütungsmethode. Da hierbei eine Schwangerschaft durch eine Eileiterdurchtrennung unterbunden wird, heißt dieser Eingriff auch Tubenligatur oder Tubensterilisation (Tubus = Röhre, Schlauch; Ligatur = Abschnürung, Unterbindung).

Diese Art der Empfängnisverhütung ist sehr sicher, die Sterilisation der Frau hat neben Vorteilen wie diesem aber auch Nachteile. Welche das sind, was eine Sterilisation der Frau kostet und sie sich auf Periode und Sexualtrieb auswirkt, lesen Sie hier.

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Sterilisation der Frau: Sicherheit

Sich sterilisieren zu lassen, ist ein großer Schritt. Sind Sie sich aber sicher, dass das Thema Kinder für Sie abgeschlossen ist, gibt es kaum eine Methode, die zuverlässiger vor einer ungewollten Schwangerschaft schützt als die Sterilisation der Frau. Der Pearl-Index der Tubensterilisation liegt bei 0 bis 0,5, das heißt, von 1.000 sterilisierten Frauen werden über den Verlauf eines Jahres hinweg keine bis fünf trotzdem schwanger. Die Eileiter zu durchtrennen und zu veröden gilt als etwas zuverlässigere Methode der Sterilisation der Frau, als sie mittels Clips abzuklemmen.

Sterilisation der Frau: Kosten

Günstig ist eine Sterilisation der Frau nicht: Je nach Methode fallen dafür 600 bis 1.000 Euro an. Immerhin sind in diesem Preis Vorgespräch und medizinische Nachsorge inbegriffen. Liegt kein psychologischer oder medizinischer Grund vor, zum Beispiel, weil durch eine Schwangerschaft ein gesundheitliches Risiko für die Frau bestünde, bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen den Eingriff nicht.

Anders kann das bei einer Sterilisation beim Kaiserschnitt aussehen. Die Kosten übernehmen in diesem Fall einige Krankenkassen teilweise oder ganz. Gesetzlich geregelt ist dies aber nicht. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Versicherer.

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Sterilisation der Frau: Voraussetzungen

Eine Tubensterilisation, wie die Sterilisation der Frau auch genannt wird, ist eine endgültige Entscheidung gegen eine (weitere) Schwangerschaft und ein durchaus risikobehafteter Eingriff. Frauen, die ihn in Erwägung ziehen, sollten sich diesen Schritt deshalb vorab sehr genau überlegen.

Abgesehen von persönlichen Argumenten für oder gegen einen solchen Eingriff, ist gesetzlich geregelt, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen für eine Sterilisation der Frau. Ab welchem Alter sie möglich ist, beispielsweise. Minderjährige darf der Arzt ebenso wenig sterilisieren wie generell nicht einwilligungsfähige Personen. Ist beides gegeben, wird Ihr Arzt Sie dennoch ausführlich befragen und beraten und mit Ihnen zusammen entscheiden. Er bestimmt nach eigenem Ermessen bei der Sterilisation der Frau, ab wann und ob er sie durchführt.

Ein verantwortungsvoller Mediziner wird dies nicht tun, bevor die Patientin 35 Jahre alt ist, zumindest nicht ohne medizinischen Grund. Denn Frauen, die sich sterilisieren lassen möchten, müssen sich sicher sein, dass sie keine Kinder (mehr) haben möchten. Das heißt, die Familienplanung ist abgeschlossen – auch wenn die Lebensumstände sich durch Scheidung oder einen neuen Partner ändern sollten. Je älter die Frau, desto wahrscheinlicher ist das.

Sterilisation der Frau: Ablauf und wo machen lassen

Der Arzt führt eine Sterilisation der Frau ambulant in der Praxis, in einem OP-Zentrum oder im Krankenhaus durch. Für gewöhnlich setzt er für die Sterilisations-OP die Frau unter Vollnarkose. Diesem Eingriff sollte immer ein Beratungsgespräch vorausgehen, in dem der Arzt die Patientin über mögliche Nebenwirkungen und den Eingriff selbst aufklärt. Normalerweise findet die OP in der ersten Hälfte des Menstruationszyklus, also vor dem Eisprung, statt. So kann der Arzt eine Schwangerschaft weitestgehend ausschließen.

Dem Arzt stehen, um an die Eileiter zu kommen, bei der Sterilisation der Frau verschiedene Methoden zur Verfügung: So setzt er zum Beispiel in Bauchnabelnähe einen kleinen Schnitt (laparoskopisches Verfahren/Bauchspiegelung) oder an der Hinterwand der Scheide.

Auch eine Sterilisation nach einem Kaiserschnitt oder im Zuge einer anderen Operation im Unterbauchraum ist möglich, da der Bauchraum dann ohnehin schon geöffnet ist.

Bei der Tubensterilisation, die für gewöhnlich etwa 30 Minuten dauert, unterbricht der Chirurg die weiblichen Eileiter – entweder, indem er sie durchtrennt, unter Hitze verschmilzt (veröden) oder mit einem Clip aus Kunststoff und Titan abklemmt.

Das ist nach der Sterilisation wichtig

Nach der Operation kann die Eizelle nur noch bis zur „Blockade“ wandern, wo sie die Schleimhaut des Eileiters aufnimmt. Sie kommt also mit den Spermien nicht mehr in Berührung. Da der Chirurg normalerweise als Einstichsort für den Eingriff die Bachnabelgrube wählt, sind nach der Sterilisation der Frau die Narbe(n) später kaum sichtbar.

Wie lange eine Frau nach der Sterilisation krankgeschrieben ist und sich schonen sollte, hängt davon ab, wie sie sich nach dem Eingriff fühlt. Es eine Weile langsamer angehen zu lassen, was körperliche Aktivität angeht, ist aber ratsam.

Auf das Lustempfinden und damit den Sex hat die Sterilisation der Frau danach aber generell keine Auswirkung. Auch der Hormonhaushalt bleibt unverändert durch die Sterilisation der Frau, das heißt die Periode bleibt nicht aus, der Eingriff hat keinen Effekt auf den Monatszyklus und später auch nicht auf das Eintreten der Wechseljahre.

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Sterilisation der Frau: Nachteile

Wie bei jeder Operation können auch bei der Sterilisation der Frau Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören Blutungen, Wundinfektionen oder Störungen bei der Wundheilung. Es ist auch möglich, dass der Arzt Blutgefäße oder die inneren Organe beim Eingriff verletzt. Da die Patientin unter Vollnarkose liegt, kann eine Sterilisation der Frau auch Risiken in Verbindung damit bergen, zum Beispiel Herz-Kreislauf-Störungen oder Thrombosen. Weitere mögliche Nebenwirkungen einer Tubensterilisation sind:

  • erhöhtes Risiko einer Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft
  • Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und sexuelle Unlust durch beeinträchtigte Hormonproduktion
  • seelische Probleme aufgrund des Wissens, keine Kinder mehr bekommen zu können

Im Gegensatz zu hormonellen Verhütungsmethoden ist bei der Sterilisation der Frau die Nebenwirkung der Gewichtszunahme selten. Denn meist arbeiten die Eierstöcke wie gewohnt weiter und regulieren den Hormonhaushalt unverändert.

Sterilisation der Frau: Vorteile

Ein einmaliger Eingriff und Sie müssen sich nie wieder Gedanken über die Verhütung machen. Die Tubensterilisation gilt als sehr sicherer Schwangerschaftsschutz. Zudem beeinflusst sie weder das Lustempfinden noch den körpereigenen Hormonhaushalt. Der weibliche Zyklus, inklusive dem Beginn der Wechseljahre, verändert sich nicht. Im Gegenteil: Frauen, die zuvor hormonell verhütet haben, spüren oft erstmals ihren natürlichen Zyklus (und manchmal leider auch stärkere Regelschmerzen).

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Lässt sich eine Sterilisation der Frau rückgängig machen?

Für immer … vielleicht? Prinzipiell ist eine sogenannte Refertilisierung der Frau möglich, sie ist aber aufwendig und teuer. Sie müssen für eine Refertilisierung mit Kosten von 2.000 bis 4.500 Euro rechnen, je nachdem welche Klinik die Refertilsierung der Frau vornimmt. Da es sich um eine anspruchsvolle Operation handelt, müssen Sie dafür in ein spezielles Zentrum.

Die gesetzlichen Krankenkassen kommen nur unter bestimmten Voraussetzungen dafür auf, zum Beispiel, wenn eine Sterilisation der Frau medizinisch notwendig erschien, der damalige Grund heute aber behandelt werden kann (beispielsweise eine Erbkrankheit).

Zudem ist nicht gesagt, dass der Eingriff erfolgreich und die Frau nach dem Rückgängig wieder empfängnisfähig ist. Die Wahrscheinlichkeit dafür sinkt, je älter die Frau ist. Generell sollten Sie davon ausgehen, dass Sie dauerhaft unfruchtbar sind, wenn Sie sich sterilisieren lassen.

Quellen
  • Online-Informationen Pro Familia Bundesverband. Sterilisation: www.profamilia.de; Abruf: 03.01.2024
  • Online-Informationen Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V.: https://www.operieren.de; Abruf: 03.01.2024
  • Online-Informationen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA). Refertilisierung: Die Sterilisation der Frau (Tubenligatur) rückgängig machen: www.familienplanung.de; Abruf: 03.01.2024
  • Online-Informationen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA). Die Sterilisation der Frau: www.familienplanung.de; Abruf: 03.01.2024
  • Broschüre Pro Familia Bundesverband. Sterilisation – Verhütungsmethoden; Stand: 2013

© FOCUS-Gesundheit

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Dieser Artikel enthält allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Den passenden Arzt finden Sie über unser Ärzteverzeichnis.

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