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Kupferspirale

Die Kupferspirale sitzt in der Gebärmutter und wirkt ohne Hormone. Wie sicher sie ist, was sie kostet und welche Vor- und Nachteile sie hat, lesen Sie hier.

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Inhaltsverzeichnis
Kupferspirale im Einführungsstab

© Mauritius Images

Vorteile Nachteile Pearl-Index*
lange Wirkdauer (fünf bis zehn Jahre) Einlegen kann schmerzhaft sein 0,3-0,8
Schutz auch bei Durchfall und Erbrechen anfangs oft Zwischenblutungen, generell häufig verstärkte Regelblutung und ggf. größere Regelschmerzen
keine tägliche Einnahme notwendig kann verrutschen und Unterleibsschmerzen hervorrufen oder ausgestoßen werden
hormonfreie Verhütungsmethode, natürlicher Zyklus ist nicht beeinträchtigt leicht erhöhtes Infektionsrisiko in Gebärmutter und Eileitern
örtliche Wirkweise, keine hormonellen Nebenwirkungen etwas höhere Wahrscheinlichkeit einer Eileiterschwangerschaft

*Maß für die Sicherheit einer Verhütungsmethode; gibt an, wie viele von 100 Frauen, die ein Jahr lang mit einer bestimmten Methode verhüten, dennoch schwanger werden. Bei Indizes bis 0,9 bedeutet dies, weniger als eine Frau.

Was ist eine Kupferspirale?

Die Kupferspirale, auch Intrauterinpessar genannt, ist ein langfristig wirkendes, hormonfreies Mittel zur Verhütung. Die Spirale legt ein Frauenarzt in die Gebärmutter ein. Dort verhindert sie eine Schwangerschaft, verändert jedoch den Menstruationszyklus nicht. Es gibt Kupferspiralen in verschiedenen Größen, damit sie bestmöglich zur Gebärmutter der jeweiligen Frau passt. Wie die Kupferspirale wirkt, welche Vor- und Nachteile sie hat und was sie kostet, erfahren Sie hier.

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Wirkung: Wie wirkt die Kupferspirale?

Sie suchen nach einem Schwangerschaftsschutz ohne Hormone? Dann ist die Kupferspirale vielleicht ein Verhütungsmittel, das für Sie infrage kommt. Der feine Draht, mit dem sie umwickelt ist, gibt fortlaufend geringe Mengen Kupfer in die Gebärmutter ab und verändert dadurch deren Schleimhaut sowie den Schleim am Muttermund. Das macht die Spermien, die eindringen möchten, weniger beweglich und befruchtungsfähig – und selbst, wenn sie es schaffen, eine Eizelle zu befruchten, kann diese sich dann nicht in der Gebärmutterschleimhaut einnisten.

Die Kupferspirale heißt im Fachjargon auch Intrauterinpessar oder kurz IUP. Dieser Begriff setzt sich zusammen aus den lateinischen Worten „intra“ für innerhalb und „uterus“ für Gebärmutter. Es gibt verschiedene Drahtvarianten bei dieser Form der Spirale: Manche sind komplett aus Kupfer, andere haben einen Kern aus Silber oder bestehen aus einer Kupfer-Gold-Legierung. Bei Letzteren beiden soll zwischen den Metallen ein Ionen-Austausch stattfinden, der die Wahrscheinlichkeit für Entzündungen und Scheidenpilz verringern könnte. Wissenschaftlich belegt ist das bisher aber nicht.

Gängige Kupferspiralen können fünf Jahre lang in der Gebärmutter bleiben. Es gibt aber auch Mini-Formate, die der Arzt bereits nach drei Jahren herausnehmen muss, und welche mit erhöhter Kupferdosis, die zehn Jahre lang wirken.

Kupferspirale oder Hormonspirale?

Ob Kupferspirale oder Hormonspirale die passendere Verhütungsmethode für Sie ist, hängt unter anderem davon ab, wie stark Ihre Regelblutung ist und ob Sie Hormone zuführen möchten. Mehr über die Vor- und Nachteile sowie die Wirkweise der Hormonspirale erfahren Sie im Beitrag Hormonspirale.

Kupferspirale: Wirkung der Varianten Kupferkette und Kupferball

Alternativen mit gleicher Wirkweise wie die Kupferspirale sind Kupferkette und Kupferball. Vorteil der Kette, manchmal auch Mini-Spirale genannt, ist, dass sie klein, schmaler und flexibel ist und deshalb auch für Frauen infrage kommt, in deren Gebärmutter keine Spirale passt. Der Kupferball ist hierzulande eine vergleichsweise junge Variante der kupferbasierten Verhütung. Er besteht aus einer Art biegsamem Gestell, auf das Kupferperlen aufgefädelt sind, klappt sich in der Gebärmutter dreidimensional auf und ist kantenfrei. Dadurch kann er die Gebärmutterwand nicht verletzen und angeblich auch nicht verrutschen. Allerdings ist die Ausstoßrate bei diesem Verhütungsmittel höher als bei der Kupferspirale.

Kupferspirale: Nebenwirkungen und Nachteile

So praktisch es ist, drei bis zehn Jahre nicht an Verhütung denken zu müssen, die Kupferspirale hat auch Nachteile und ist nicht für alle Frauen die geeignete Methode, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Häufig verstärken sich durch die Kupferspirale Blutung und Regelschmerzen. Wenn Sie also schon eine starke Periode und/oder Magenkrämpfe haben, sind andere Verhütungsmethoden empfehlenswerter.

Die Kupferspirale verändert die Periode beziehungsweise deren natürlichen Rhythmus zwar nicht. Gerade in der ersten Zeit treten nach Einsetzen der Kupferspirale jedoch oft Zwischenblutungen oder Schmierblutungen auf. In den ersten Wochen nach dem Einsetzen ist auch das Risiko einer Gebärmutter- oder Eileiterinfektion leicht erhöht. Selten, aber durchaus möglich ist es, dass der Arzt beim Einsetzen die Gebärmutterwand verletzt, die Kupferspirale verrutscht oder der Körper sie ausstößt.

Ein Warnzeichen für eine verletzte Gebärmutterwand ist, dass Sie einige Zeit nach dem Einsetzen der Kupferspirale Unterleibsschmerzen bekommen. Gehen Sie dann unbedingt zum Frauenarzt und lassen Sie den Sitz der Spirale kontrollieren. Sonst besteht die Gefahr, dass sich eine Unterleibsentzündung entwickelt.

Solche Infektionen können zu Unfruchtbarkeit führen. Die Kupferspirale erhöht jedoch nicht generell die Gefahr, unfruchtbar zu werden. Auch ein Verrutschen, zum Beispiel aufgrund von Gebärmutterkontraktionen (= Zusammenziehen), kann sich in Unterleibsschmerzen oder -krämpfen äußern. Dann heißt es ebenfalls: Ab zum Arzt.

Nicht zu den Nachteilen der Kupferspirale gehören dagegen Stimmungsschwankungen oder andere Auswirkungen auf die Psyche. Die verursacht die Kupferspirale für gewöhnlich nicht, da sie keine Hormone enthält.

Hinweis: Die Spirale ist nicht für jede Frau als Verhütung geeignet. Deshalb muss der Arzt Sie über mögliche Risiken den Kupferspirale aufklären, Ihnen die Gebrauchsinformation für diese Verhütungsmethode aushändigen und Sie müssen beides sowie Ihr Einverständnis zum Setzen der Spirale schriftlich bestätigen.

     

Das richtige Verhütungsmittel finden (Podcast #15)

Gast: Dr. Mandy Mangler, Chefärztin der Gynäkologie am Auguste-Viktoria-Klinikum in Berlin

Mehr Infos zur Folge

Das passende Verhütungsmittel muss nicht immer das gleiche sein. „Ruhig mal wechseln“, sagt Dr. Mandy Mangler. Sie ist Chefärztin der Gynäkologie am Auguste-Viktoria-Klinikum in Berlin und unsere Expertin dieser Folge.

Die Pille ist zwar noch das Verhütungsmittel Nummer eins in Deutschland – aber die ärztlichen Verordnungen sind seit Jahren rückläufig. Gerade bei jungen Frauen. Es gibt Alternativen, die für die eine oder den anderen vielleicht besser funktionieren.

Wir klären über die vielen Möglichkeiten auf, sich vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen; gehen auf Nebenwirkungen ein und schildern euch, wie ihr Fehler in der Anwendung vermeidet – damit ihr herausfinden könnt, welches Verhütungsmittel für eure Lebenssituation und Bedürfnisse ideal ist.

Kupferspirale: Anwendung

Ihr Frauenarzt ist der richtige Ansprechpartner, wenn Sie ein Verhütungsmittel wie die Kupferspirale einsetzen lassen möchten. Er wird Sie ausführlich über mögliche Risiken und um Komplikationen informieren. Probleme können etwa durch eine verengte, verkrümmte Gebärmutter entstehen.

Kupferspirale: Wann einsetzen?

Neben der Frage, zu welchem Zeitpunkt des Zyklus‘ die Spirale eingesetzt werden sollte, stellt sich für einige vielleicht auch die, ab welchem Alter eine Kupferspirale überhaupt infrage kommt. Generell gilt sie als nicht geeignet für Mädchen unter 16 Jahren. In diesem Alter ist die Gebärmutter meist noch kleiner, viele Spiralenmodelle passen dann noch nicht (so gut).

Bei jungen Frauen ab 16 Jahren ist es möglich, eine Kupferspirale einzusetzen. Da sie meist noch keine Kinder bekommen haben, ist es aber etwas schmerzhafter. Auch Schmerzen und Blutungen nach dem Einsetzen kommen bei Frauen unter 20 häufiger vor.

Haben Sie sich für diese Verhütungsmethode entschieden, führt der Arzt die Kupferspirale über den Muttermund in die Gebärmutter hinein. Am besten geschieht dies in den letzten Tagen Ihrer Regelblutung. So kann der Gynäkologe sicher sein, dass Sie nicht schwanger sind. Außerdem ist zu diesem Zeitpunkt der Gebärmutterhals leicht geöffnet, was das Einführen leichter macht. Vor allem, wenn die Frau noch keine Kinder geboren hat, kann das Einsetzen der Kupferspirale Schmerzen verursachen. In jedem Fall ist es unangenehm zu spüren. In manchen Fällen gibt der Arzt deshalb vorher ein Schmerzmittel, betäubt örtlich oder verabreicht ein Medikament, das den Gebärmutterhals etwas öffnet. Ab wann die Kupferspirale wirkt? Sofort nach dem Einsetzen.

Der richtige Sitz der Kupferspirale

Nachdem er die Kupferspirale positioniert hat, überprüft der Arzt mittels Ultraschalls, ob sie richtig sitzt. Einen sowie nochmals sechs Monate nach dem Einführen sollten Sie den Sitz der Spirale frauenärztlich überprüfen lassen. Sie können jeweils nach Ihrer Monatsblutung auch selbst kontrollieren, ob Sie den Rückholfaden der Spirale noch ertasten können. Er sollte etwa zwei Zentimeter in die Scheide hineinreichen. Sollten die Schmerzen einige Zeit nach dem Einführen der Spirale nicht abgeklungen sein oder Sie anhaltend starke Regelschmerzen seit dem Setzen der Kupferspirale haben, kontaktieren Sie Ihren behandelnden Arzt.

Kupferspirale einsetzen: Wann ist Verkehr wieder möglich?

Geht es rein um die Schwangerschaftsverhütung, können Frauen mit Kupferspirale gleich nach dem Einsetzen Sex haben. Es empfiehlt sich jedoch, mit dem Geschlechtsverkehr fünf bis sieben Tage zu warten – ebenso mit dem Einführen von Tampons, Menstruationstassen oder Sex Toys. Geben Sie der Gebärmutter Zeit, sich an den Fremdkörper zu gewöhnen.

Kupferspirale entfernen oder wechseln

Wie lange diese Verhütungsmethode wirkt, hängt von der Art der Spirale ab. Im Schnitt muss der Arzt nach fünf Jahren die Kupferspirale entfernen, Mini-Spiralen verbleiben drei Jahre im Körper, solche mit erhöhter Kupferkonzentration bis zu zehn Jahren.

Die Kupferspirale wechselt der Frauenarzt. Dazu führt er ein Spekulum, ein Instrument zur Untersuchung, in die Vagina ein. So kann er Muttermund und Rückholfaden der Spirale sehen und gezielt vorgehen. Es genügt meist ein leichter Zug, um die Kupferspirale zu entfernen, es kann ein bisschen ziepen, wenn die Spirale aus der Gebärmutterhöhle gleitet. Wird danach keine neue Spirale eingesetzt, kann die Frau prinzipiell sofort schwanger werden.

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Kupferspirale: Sicherheit

Wie sicher ist die Kupferspirale? Passt der Frauenarzt dieses Verhütungsmittel fachkundig an und stimmt die Größe, ist die Kupferspirale sicher. Der Pearl-Index liegt bei 0,3 bis 0,8, das heißt nur drei bis acht von 1.000 Frauen, die ein Jahr mit der Kupferspirale verhüten, werden schwanger.

Wird eine Frau trotz Kupferspirale schwanger, ist allerdings die Wahrscheinlichkeit einer Eileiterschwangerschaft erhöht. Auch das Risiko einer Gebärmutter- oder Eileiterinfektion ist mit einer Spirale als Verhütungsmittel etwas größer.

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Kupferspirale: Vorteile

Wenn Sie ein langfristiges Verhütungsmittel suchen, an das Sie nicht täglich denken müssen und das nicht in Ihren natürlichen Hormonhaushalt eingreift, könnte die Kupferspirale das Richtige für Sie sein. Auch Fehler bei der Anwendung sind so gut wie ausgeschlossen, da ein erfahrender Gynäkologe die Kupferspirale einsetzt und nach drei (Mini-Spirale) bis zehn Jahren wieder herausnimmt.

Außerdem ist die Kupferspirale eine recht sichere Methode, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern – und da sie lokal in der Gebärmutter und ohne Hormone wirkt, erspart Sie Ihnen hormonelle Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, sexuelle Unlust, Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen.

Kupferspirale: Kosten

Einschließlich Beratungsgespräch, Untersuchung und Einlegen liegt der Preis für die Kupferspirale zwischen 120 und 300 Euro. Die erste Ultraschallkontrolle übernimmt für gewöhnlich die Krankenkasse, die empfohlenen halbjährlichen Nachkontrollen schlagen dann gegebenenfalls nochmals mit jeweils rund 40 Euro zu Buche.

Die Kosten für die Kupferspirale selbst erstatten nicht alle gesetzlichen Krankenkassen, fragen Sie deshalb nach den Modalitäten, bevor Sie sich eine Kupferspirale einlegen lassen. Bei privaten Krankenversicherungen gelten eventuell andere Regelungen, erkundigen Sie sich in diesem Fall direkt bei Ihrem Versicherer, ob die Kosten für die Kupferspirale übernommen werden.

Quellen
  • Online-Informationen Pro Familia Bundesverband: www.profamilia.de; Abruf: 18.01.2024
  • Online-Informationen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA). Die Spirale (Kupferspirale): www.familienplanung.de; Abruf: 18.01.2024
  • Online-Informationen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA). Spirale – auch für junge Frauen geeignet?: www.familienplanung.de; Abruf: 18.01.2024 
  • Online-Informationen Faculty of Sexual & Reproductive Healthcare: https://www.fsrh.org; Abruf: 18.01.2024

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Dieser Artikel enthält allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Den passenden Arzt finden Sie über unser Ärzteverzeichnis.

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