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Haarausfall

Haarausfall bedeutet übermäßigen, mitunter dauerhaften Haarverlust. Erfahren Sie, welche Ursachen Haarausfall haben kann und was sich dagegen tun lässt.

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Inhaltsverzeichnis
Haarausfall: Mann mit einer Glatze

© iStock

Zusammenfassung

  • Was ist Haarausfall: Über einen längeren Zeitraum fallen pro Tag deutlich mehr als 100 Haare aus
  • Ursachen: Je nach Art des Haarausfalls unterschiedlich, z. B. zugrundeliegende Erkrankungen, Medikamenteneinnahme, Alter, Veranlagung, hormonelle Umstellung
  • Was tun: Das hängt von der Ursache ab. Es gibt einige Hausmittel und auch Vitamine und Mineralien, die den Haarausfall stoppen sollen; ärztlich behandeln lässt er sich medikamentös, per Microneedling oder durch operative Haarverpflanzung
  • Welcher Arzt: Zunächst zum Hausarzt, der überweist ggf. an einen Facharzt, zum Beispiel an einen Dermatologen
  • Wie vorbeugen: Komplett verhindern ist kaum möglich; es lässt sich verlangsamen durch etwa sanftes Trockentupfen statt Rubbeln nach dem Waschen, auf ausgewogene Ernährung achten, Verzicht auf straffe Frisuren (beispielsweise einen straff gebundenen Zopf)

Volles Haupthaar gilt seit jeher als Symbol für Kraft, Gesundheit und Jugend. Kein Wunder, dass übermäßiger Haarverlust, auch Alopezie genannt, oft eine große psychische Belastung für Betroffene ist. Doch ab wann ist Haarausfall bedenklich? Wie viel Haarausfall ist normal?

Auf dem Kopf eines erwachsenen Menschen sprießen durchschnittlich rund 80.000 bis 120.000 Haare. Fallen davon 100 aus pro Tag, entspricht das der Norm. Erst wenn der Haarverlust pro Tag über längere Zeit darüber liegt, gilt dies als Haarausfall.

Den zu erkennen, ist zumindest anfangs aber nicht immer leicht. Zum einen ist es für Laien kaum möglich, nachzuzählen, wie viele Haare täglich in der Bürste, im Waschbecken, auf der Kleidung, dem Kopfkissen oder Boden landen.

Zum anderen entwickelt sich Haarausfall meist langsam – und liegt nur dann vor, wenn die Haare stetig ausgehen und nicht mehr nachwachsen. Bei Männern zeigt sich das zunächst oft in einer sich zurückziehenden Haarlinie, den sogenannten Geheimratsecken, bei Frauen eher an sich ausdünnendem Haar im Bereich des Scheitels.

Je nach Art des Haarausfalls sind Begleitsymptome wie Rötung, Jucken oder Schuppen der Kopfhaut möglich. Treten bei dem Haarausfall weitere Symptome auf, kann dies ein Alarmzeichen für eine zugrundeliegende Erkrankung sein – zum Beispiel können scheinbar grundlose Müdigkeit und Gewichtszunahme auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen.

Erfahren Sie hier, welche Arten von Haarausfall es gibt, welche Ursachen sie haben und was sich dagegen tun lässt.

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Haarausfall: Arten und Ursachen

Warum Haarausfall auftritt, kann viele Gründe haben. Je nach Ursache kann sich das Haar nach und nach lichten oder abrupt ausfallen, es kann sich um verstärkten Haarausfall, in der Fachsprache Effluvium genannt, oder um sichtbare Haarlosigkeit, die klassische Alopezie, handeln. Eines haben alle Arten von Haarausfall gemein: Sie belasten die Betroffenen meist psychisch. Unter anderem gibt es diese Arten und Ursachen:

Kreisrunder Haarausfall

Wie der Name vermuten lässt, äußert sich kreisrunder Haarausfall in runden kahlen Stellen auf dem Kopf. Typischerweise tritt diese Art des Haarverlusts plötzlich oder schubweise auf, meist bereits vor dem 40. Lebensjahr oder schon in der Kindheit und Jugend.

Die Ursache für kreisrunden Haarausfall ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Möglicherweise entsteht er durch eine Störung der körpereigenen Immunabwehr, bei der die Immunzellen die Haarfollikel, also die Strukturen um die Haarwurzel herum, angreifen, woraufhin diese sich entzünden.

Häufig entwickelt sich kreisrunder Haarausfall auch:

  • bei einer Krankheit wie Neurodermitis (auf der Kopfhaut)
  • bei Autoimmunerkrankungen (zum Beispiel bei der Schilddrüsenentzündung Hashimoto-Thyreoiditis)
  • bei einer Nebenniereninsuffizienz
  • infolge psychischer Belastungen wie langanhaltendem Stress (das Stresshormon Cortisol wirkt sich wohl negativ auf die Haarfollikel aus).

Diffuser Haarausfall

Beim diffusen Haarausfall verlieren Betroffene die Haare nach und nach, sie dünnen – anders als beim kreisrunden Haarausfall – gleichmäßig über den gesamten Kopf hinweg aus. Diese Art des Haarausfalls betrifft Frauen und Männer und hat zahlreiche verschiedene Gründe, zum Beispiel:

  • entsteht Haarausfall durch eine Schilddrüsenunterfunktion oder -überfunktion
  • tritt der Haarausfall durch einen Nährstoffmangel (zum Beispiel einen Mangel an Eisen, Zink, Vitamin D oder Folsäure) auf; auch eine ausreichende Versorgung mit Magnesium kann Haarausfall vorbeugen
  • ist der Haarausfall mitunter stressbedingt
  • verursacht Alkohol den Haarausfall – oder andere schädliche Substanzen wie Drogen oder Nikotin
  • kann der Haarausfall hormonelle Gründe haben, beispielsweise durch die Hormonumstellung in den Wechseljahren, durch hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille – und dass diffuser Haarausfall auftritt, ist nach der Pubertät ebenfalls möglich
  • entsteht der Haarausfall durch Medikamente, beispielsweise Zytostatika, die zur Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt werden
  • sind mitunter Stoffwechselstörungen Auslöser für diffusen Haarausfall, etwa Diabetes mellitus, Störungen der Leberfunktion oder des Fettstoffwechsels

Erblich bedingter Haarausfall

Der anlagebedingte oder auch androgenetischer Haarausfall ist die häufigste Art des Haarausfalls und lässt sich nicht umkehren. Soll heißen: Ist das Haar einmal weg, wächst es nicht wieder nach.

Die Ursache dieses Typs Haarausfall ist Vererbung beziehungsweise eine familiäre Veranlagung. Betroffene produzieren einerseits zu viel DHT, andererseits reagieren die Haarwurzeln überempfindlich auf selbiges. DHT steht für Dihydrotestosteron, ein Stoffwechselprodukt des männlichen Sexualhormons Testosteron.

Der Haarausfall entsteht, da DHT die Nährstoffversorgung an den Haarwurzeln stört, woraufhin sich die Wachstumsphasen selbiger verkürzen und das Haar früher ausfällt. Da jedes Haar nur eine begrenzte Anzahl an Wachstumsphasen hat, bevor die Wurzel die Produktion einstellt, haben die Kopfhaare ihren letzten Wachstumszyklus eher erreicht und der Kopf wird und bleibt kahl.

Bei Männern äußert sich der erblich bedingte Haarausfall zunächst in Geheimratsecken. Das bedeutet, dass sich die Haarlinie an der Stirn und an den Schläfen zurückzieht. Danach lichtet es sich auch am Hinterkopf und im letzten Stadium gehen die beiden Bereich ineinander über und lassen einen kahlen Oberkopf entstehen, der nur noch von einem Haarkranz umgeben ist. Bei Frauen beginnt das Haar schleichend im Bereich des Scheitels dünner, der Scheitel selbst nach und nach breiter zu werden.

Vernarbender Haarausfall

Beim vernarbenden Haarausfall entstehen ungleichmäßige kahle Stellen am Kopf. Zudem entzünden sich die betroffenen Hautstellen und es bilden sich Narben. Oft rötet sich die Kopfhaut, juckt, brennt, schmerzt oder schuppt. Mitunter treten auch kleine Bläschen oder Pusteln auf. Diese Variante des Haarausfalls zerstört die Haarfollikel, sodass dort keine Haare mehr wachsen können.

Ursachen für den vernarbenden Haarausfall können unter anderem verschiedene zugrundeliegende Erkrankungen sein, beispielsweise entzündliche Hauterkrankungen wie Sklerodermie, aber auch Schuppenflechte, bakterielle, virale oder Pilzinfektionen. Auch Verätzungen oder Verbrennungen können Grund für vernarbenden Haarausfall sein.

Haarausfall bei der Frau: Ursachen

Die Gründe für Haarausfall bei Frauen sind unterschiedlich. Je nach Art kann es sich um die Nebenwirkung von Medikamenten handeln, zum Beispiel solchen, die das Immunsystem unterdrücken oder Betablockern, die den Blutdruck senken.

Oder dem Haarausfall liegt eine Erkrankung (zum Beispiel der Schilddrüse) oder ein Nährstoffmangel (etwa durch einseitige Ernährung oder eine Essstörung) zugrunde. Manchmal ist Haarausfall – nicht nur – bei Frauen auch das Resultat von Stress, falscher Pflege und/oder für die Haare strapaziösen Stylings durch Haarverlängerungen, Blondierungen, Glätteisen oder Färbemittel.

Sehr oft sind bei Frauen aber auch die Hormone im Spiel, wenn die Haare ausfallen: Die häufigste Variante des Haarverlustes ist – wie auch bei Männern – der erblich bedingte Haarausfall, der bei Frauen als krankhaft gilt. Bei ihnen entsteht eine DHT-Überempfindlichkeit, wenn ihr Körper keine ausreichende Menge des weiblichen Sexualhormons Östrogen mehr produziert, beispielsweise in den Wechseljahren oder in der Schwangerschaft. Dann können sie die DHT-Überempfindlichkeit hormonell nicht mehr kompensieren und die Haare fallen aus.

Hormonell bedingt – meist, weil die männlichen und weiblichen Sexualhormone ins Ungleichgewicht geraten – ist bei Frauen beispielsweise:

  • Haarausfall durch Wechseljahre und Menopause
  • Haarausfall vor, während und nach der Schwangerschaft
  • Haarausfall durch die Pille und andere hormonelle Verhütungsmittel
  • Haarausfall nach dem Absetzen der Pille

Haarausfall bei Männern: Ursachen

Die häufigste Ursache für Haarausfall bei Männern ist die erblich bedingte Variante, bei der sich erst Geheimratsecken bilden, gefolgt von einer Tonsur, also einer kreisrunden kahlen Stelle am Hinterkopf, bis sich die klassische „Platte mit Haarkranz“ bildet.

Daneben sind Männer ebenso wie Frauen nicht gefeit vor Haarausfall durch Autoimmunerkrankungen und andere Krankheiten, Medikamente oder anhaltenden Stress.

Haarausfall bei Kindern

Wenn dem Kind die Haare ausfallen, machen sich Eltern meist große Sorgen. In einigen Fällen steckt tatsächlich eine ernste und behandlungsbedürftige Ursache dahinter.

So entstehen beispielsweise bei bestimmten Pilzerkrankungen kahle Stellen durch Haarausfall – meist vor der Pubertät. Die kahlen Stellen sind für gewöhnlich rund und begleitet von schuppiger Haut. Und auch bei Kindern können Autoimmunerkrankungen vorliegen, die die Haare ausfallen lassen.

Stress und Trauma, zum Beispiel ein Trauerfall, die Scheidung der Eltern oder Angst vor der Schule, können sich ebenfalls durch Haarverlust beim Kind äußern – mitunter in Form von Ticks, bei denen das Kind ständig Haarsträhnen zwirbelt, daran zieht oder sie sogar ausreißt. Dann könnte es sein, dass eine sogenannte Impulsstörung vorliegt, in solchen Fällen kann es sinnvoll sein, einen Arzt oder Psychologen aufzusuchen.

In manchen Fällen sind auch eine falsche Ernährung mit viel Zucker und verarbeiteten Lebensmitteln der Grund für den Haarverlust bei Kindern, oder zu straff gebundene Frisuren.

Was tun gegen Haarausfall?

„Was hilft gegen Haarausfall?” – Das dürften sich viele Betroffene fragen, denn auch, wenn es meist nicht lebensbedrohlich ist, wenn die Haare ausgehen, so ist es doch ein kosmetisches Problem, das die Lebensqualität einschränken kann.

Je nach Ursache gibt es verschiedene Methoden, wie sich Haarausfall stoppen lässt. Diese reichen von Hausmitteln über Medikamente bis hin zu chirurgischen Eingriffen. Doch nicht alle Tipps gegen Haarausfall sind immer – oder überhaupt – wirksam. Ein Überblick.

Hausmittel gegen Haarausfall

Es kursieren jede Menge Empfehlungen für Hausmittel gegen Haarausfall im Internet. Für viele gibt es keine wissenschaftlichen Belege, dass sie wirken. Einige können aber wohl tatsächlich bei Haarausfall helfen, zum Beispiel:

  • Gerstengras: Eine Studie aus dem Jahr 2003 beschäftigte sich mit dem Potenzial von Gerstengras bei Haarausfall. Und es scheint welches zu haben. Ein bestimmter im Gerstengras enthaltener Stoff (Procyanidin B3) unterstützt wohl die aktive Haarbildungsphase im Haarzyklus.
  • Öle: Hier kommt es darauf an, welches Öl Sie bei Haarausfall verwenden. Während es für die Wirksamkeit von Aloe-, Jojoba- und Rizinusöl bei Haarausfall keine Belege gibt, regt Rosmarinöl bei Haarausfall aufgrund der enthaltenen Antioxidantien die Durchblutung der Kopfhaut an und unterstützt damit die Regeneration der Haarfollikel.
  • Koffein: Koffein erhöht die Dauer der Wachstumsphasen des Haars, indem es die Wirkung des Dihydrotestosterons (DHT), einem Stoffwechselprodukt des männlichen Sexualhormons Testosteron, hemmt. Zudem regt es den Haarwuchs an, was sich in den Werten der beiden Wachstumsfaktoren, das heißt in den Proteinen VEGF und KGF, zeigt, die für volles Haar sorgen.
  • Zwiebelsaft: Bei regelmäßiger Anwendung kann Zwiebelsaft laut einer Studie aus dem Jahr 2014 das Haarwachstum unterstützen. Grund dafür, so vermuten die durchführenden Wissenschaftler, ist wohl der in der Zwiebel enthaltene Schwefel. Er ist Bestandteil von Aminosäuren, diese wiederum sind die Bausteine von Proteinen – und vor allem das Protein Keratin ist wichtig für kräftiges Haar.

Mythencheck Haarausfall

Wie wirkt Stress auf unsere Haare? Und haben Männer mit Glatze mehr Potenz?

Dr. Andreas Finner, Hautarzt mit eigener Praxis in Berlin mit Schwerpunkt Haarchirurgie/-transplantation.

Er ist Mitglied der Expertengruppe, die die ärztlichen Leitlinien zur Behandlung von erblichem Haarausfall erstellt, und Leiter einer Haarsprechstunde in Berlin.

Hängt Haarausfall mit Stress zusammen?

Ja, Stress kann Haarausfall beschleunigen, besonders den erblichen Haarverlust. Stresshormone fördern Entzündungen und hemmen das Wachstum – auch der Haare. Außerdem gehen mit Stress oft schlechter Schlaf und eine ungesunde Ernährung einher, was die Haare zusätzlich belastet.

Macht häufiges Haareschneiden die Haare kräftiger?

Nein. Wenn die Haare geschnitten werden, hat das keinen Einfluss auf die Haarwurzel und auf das Haarwachstum.

Es heißt, dass Männer mit Glatze einen höheren Testosteronspiegel besitzen und damit auch über mehr Potenz verfügen. Stimmt das?

Nein, das stimmt nicht. Bei Personen mit erblich bedingtem Haarausfall besteht eine Überempfindlichkeit gegen Testosteron. Das bedeutet aber nicht, dass die Testosteronwerte höher sind.

Interview: Andrea Bannert und Bernhard Hobelsberger

Vitamine und Lebensmittel gegen Haarausfall

Gewusst wie, lässt sich Haarausfall mittels der Ernährung gegensteuern. Es gibt einige Lebensmittel, die bestimmte Mineralstoffe und Vitamine enthalten, die bei Haarausfall helfen können.

Als „haarfreundliche“ Ernährungsform hat die Wissenschaft mediterrane Kost ausgemacht. Sie enthält viele frische Kräuter und knackiges, nicht verkochtes Gemüse, das noch voller intakter Vitamine steckt. Aber welche Vitamine helfen bei Haarausfall?

Vitamin A soll beispielsweise dem Haarverlust vorbeugen, indem es sich dank bestimmter Wirkstoffe, der Retinoide, positiv auf den Wachstumszyklus der Haare auswirkt. Es findet sich unter anderem in Paprika oder Süßkartoffeln. Auch Vitamin D gilt als „Haarvitamin“. Es soll helfen, das Haar wieder nachwachsen zu lassen. In Lebensmitteln steckt nur recht wenig davon, ein bisschen können Sie über fette Fische wie Hering oder Lachs, über Eigelb und einige Speisepilze aufnehmen. In Eigelb und Champignons ebenso wie in Spinat, Kartoffeln, Tomaten oder Haferflocken steckt außerdem Vitamin B7 (Biotin). Haarausfall ist eines der Symptome bei einem Biotin-Mangel, weshalb es wichtig ist, genug davon aufzunehmen. Ob Biotin allerdings auch Haarausfall stoppen kann, dazu ist die Studienlage bislang unklar. Ein Biotin-Mangel geht oft mit einem Mangel an anderen B-Vitaminen einher, zum Beispiel Vitamin B12. Das ist wichtig, damit der Körper rote Blutkörperchen bilden kann. Zu wenig davon bremst das Zell- und somit auch das Haarwachstum. Fehlt Vitamin E, das unter anderem in Leinsamen oder Pflanzenölen enthalten ist, kann die Durchblutung und damit die Nährstoffversorgung der Haarfollikel leiden. Die Folge: Haarausfall.

Außerdem versorgt Sie die mediterrane Diät mit Protein, unter anderem in Form von Fisch – und die Haarfollikel bestehen zum Großteil aus einem Protein: dem Keratin. Auch die Mineralstoffe Eisen, Selen und Zink sollen Haarausfall vorbeugen. Sie sind wichtig für Struktur und Wachstum des Haares. Lieferanten dafür sind beispielsweise Fleisch, Fisch, Nüsse sowie Hülsenfrüchte.

Medikamente gegen Haarausfall

Es gibt verschiedene Medikamente, die bei Haarausfall helfen sollen. Viele waren eigentlich für andere Einsatzzwecke gedacht, haben sich aber auch als wirksam bei Haarverlust erwiesen, beispielsweise die folgenden:

  • Finasterid: Dieser Wirkstoff, der sonst gegen Prostatavergrößerungen eingesetzt wird, soll erblich bedingten Haarausfall stoppen, indem er verhindert, dass der Körper Testosteron in DHT umwandelt. Bei Männern ist dieses Medikament seit Ende der 80er-Jahre in Verwendung, bei betroffenen Frauen ist die Wirkung noch umstritten, da viele keine hohen Testosteronwerte haben.
  • Minoxidil: Bei Haarausfall soll dieser Wirkstoff lokal angewendet die Durchblutung der Kopfhaut verbessern und damit das Haarwachstum unterstützen. Die Präparate sind frei verkäuflich und kommen eigentlich bei Bluthochdruckdruck zum Einsatz.
  • Olumiant: Für kreisrunden Haarausfall ist dieser Wirkstoff seit Sommer 2022 zugelassen. Einmal täglich eingenommen, blockiert er ein bestimmtes Enzym, das an den Entzündungsprozessen, die dem kreisrunden Haarausfall zugrunde liegen, beteiligt ist. So können die Haare wieder nachwachsen.
  • Kortison: In Cremeform ist es bei kreisrundem Haarausfall oft im Einsatz. Es soll die Entzündung lindern.
     

Wichtig: Wie bei den meisten Medikamenten können auch bei diesen Nebenwirkungen auftreten. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt aufklären und informieren Sie ihn, wenn Sie unerwünschte Symptome bei sich feststellen.

Haarausfall: Behandlung

Je nach Art des Haarausfalls wird der Arzt das Problem unterschiedlich angehen.

Bei erblich bedingtem Haarausfall genügt oft eine Medikamentengabe (siehe oben). Alternativ besteht die Möglichkeit einer PRP-Behandlung bei dieser Form des Haarausfalls, das ist eine Eigenbluttherapie. Die Abkürzung steht dabei für „platelet rich plasma“, also blutplättchenreiches Plasma. Der Arzt entnimmt dabei Blut beim Patienten, reichert es mit Vitaminen und Mineralstoffen an und injiziert es in die Kopfhaut. Das klappt aber nur bei noch aktiven Haarfollikeln.

Sind sie nicht mehr aktiv, kann der Arzt mittels einer Haartransplantation die kahlen Stellen operativ wieder auffüllen. Eine weitere Behandlungsmethode ist das Microneedling, bei dem Haarausfall durch winzige Nadelstiche in die Kopfhaut therapiert wird. Die minimalen Verletzungen sollen die Kollagenproduktion, die Gefäßneubildung und die Produktion von Wachstumsfaktoren fördern. Bei kreisrundem Haarausfall sind verschiedene Optionen wie durchblutungsfördernde Mittel, entzündungshemmende Medikamente oder auch eine UV-Licht-Bestrahlung möglich. Weitere Behandlungsoptionen sind die Eigenblut- oder auch PRP-Behandlung (siehe oben) sowie Akupunktur oder medizinisches Microneedling.

Vernarbender Haarausfall lässt sich mit einer ursächlichen Therapie behandeln, das heißt, der Arzt versucht, den Auslöser – zum Beispiel Bakterien oder Pilze – zu beseitigen. Auch beim diffusen Haarausfall versucht der Arzt, den Grund für den Haarverlust herauszufinden (beispielsweise Nährstoffmangel oder Stoffwechselstörungen) und ihn zu beseitigen.

Haarausfall stoppen (Unser Podcast für ein gutes Körpergefühl – Folge #24)

Zu Gast im Podcast:

Dr. Andreas Finner, Mitglied der Expertengruppe, die die ärztlichen Leitlinien zur Behandlung von erblichem Haarausfall erstellt, und Leiter einer Haarsprechstunde in Berlin
Mehr zur Folge

„Haarausfall ist kein Schicksal, es gibt Möglichkeiten dem Schwund auf dem Kopf entgegenzuwirken“, sagt unser Podcast-Gast Dr. Andreas Finner, Mitglied der Expertengruppe, die die ärztlichen Leitlinien zur Behandlung von erblichem Haarausfall erstellt, und Leiter einer Haarsprechstunde in Berlin.

Mit dem Hautarzt diskutieren wir über Medikamente gegen Haarausfall für Männer und für Frauen.

Außerdem sprechen wir darüber, warum es wichtig ist, die Ursachen für den lichter werdenden Schopf herauszufinden und welche Rolle Ernährung und Haarpflege vorbeugend gegen Haarausfall spielen. Zudem erfahrt ihr alles über Vor- und Nachteile einer Haartransplantation.

Haarausfall: Welcher Arzt ist der richtige?

Haarausfall ist nicht lebensbedrohlich und oft lediglich ein kosmetisches Problem, dessen sich nicht unbedingt ein Arzt annehmen muss. Um die Ursachen abzuklären und auszuschließen, dass nicht doch eine Erkrankung hinter dem Haarverlust steckt, die einer Behandlung bedarf, kann es aber sinnvoll sein, einmal in der Praxis vorbeizuschauen.

Doch welcher Arzt ist bei Haarausfall der richtige? Der erste Ansprechpartner kann der Hausarzt sein, der Betroffene dann unter Umständen an einen Facharzt überweist. Das kann ein Hautarzt, ein sogenannter Dermatologe, sein oder, wenn der Haarausfall den Betroffenen seelisch sehr belastet, auch ein Psychologe. In jedem Fall sollten Sie einen Arzt aufsuchen, wenn es sich um plötzlichen Haarausfall handelt oder Sie weitere Symptome an sich feststellen, die auf eine Erkrankung, einen Nährstoffmangel oder hormonelle Ursachen hinweisen können. Hierzu gehören Herzrasen, bei Frauen die Entwicklung männlicher Eigenschaften wie tiefe Stimme oder verstärkte Körperbehaarung (Virilisierung), Blässe, Schwitzen, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Frieren etc.

Leiden Sie unter Haarausfall und suchen Sie einen Dermatologen in Ihrer Nähe, bietet Ihnen die Arztsuche die Möglichkeit, gezielt nach einem passenden Mediziner zu suchen.

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Haarausfall vorbeugen

Haarausfall komplett zu verhindern, ist kaum möglich, denn jedes Haar durchläuft einen natürlichen Zyklus aus einer Wachstums-, einer Übergangs- und einer Ruhephase, an dessen Ende es ausfällt.

Es gibt aber einige Dinge, mit denen sich der Haarverlust minimieren lässt:

  • Tupfen beziehungsweise kneten Sie Ihr Haar nach dem Waschen sanft trocken, anstatt es grob mit dem Handtuch abzurubbeln.
  • Lassen Sie Ihr Haar in Ruhe und vermeiden Sie es, ständig mit der Hand durchzufahren, es um den Finger zu wickeln – also möglichst kein Zupfen, kein Reißen, kein Ziehen.
  • Wenn Sie Ihr Haar regelmäßig zu Zopf, Dutt, Pferdeschwanz und dergleichen zusammenfassen, achten Sie darauf, dass die Frisur nicht zu straff sitzt, sodass die Haare nicht übermäßig unter Zug geraten.
  • Pflegen und stylen Sie Ihr Haar sanft. Verwenden Sie beispielsweise mildes (Baby-)Shampoo, verzichten Sie möglichst auf Bleichen und Dauerwelle und verwenden Sie Fön, Glätteisen und Lockenstab auf niedrigster Stufe – sowie möglichst nicht jeden Tag.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, die Sie mit allen wichtigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien versorgt, um einen Mangel – und in der Folge Haarausfall – zu vermeiden.
Quellen
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  • Online-Informationen Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V.: www.kinderaerzte-im-netz.de; Abruf: 09.09.2022
  • Online-Informationen Deutsches Endokrinologisches Versorgungszentrum (DEVZ): www.endokrinologen.de; Abruf: 09.09.2022
  • Online-Informationen Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): www.dge.de; Abruf: 19.09.2022
  • Online-Informationen European Medicines Agency: www.ema.europa.eu; Abruf: 20.09.2022
  • Online-Informationen MSD Manuals: www.msdmanuals.com; Abruf: 12.09.22
  • Online-Informationen Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs: www.gesundheit.gv.at; Abruf: 20.09.2022

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