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Balanitis (Eichelentzündung)

Welche Symptome auf eine Entzündung der Eichel hindeuten und welche Behandlung hilft.

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Inhaltsverzeichnis
Graphische Darstellung eines Penis, Entzündung ist der Eichel ist gelb markiert

© Science Photo Library

Zusammenfassung:

  • Definition: Eine Entzündung der Eichel (der Penisspitze). Diese kann verschiedenste Ursachen haben.
  • Formen und Ursachen: Übertriebene oder mangelnde Körperhygiene, Infektionen, unbeschnittene Vorhaut, Begleiterscheinung von Erkrankungen (z.B. Diabetes oder Schuppenflechte).
  • Behandlung: Therapie hängt von der Ursache ab - oft reichen bei einer Balanitis Sitzbäder und Salben, manchmal sind auch Antibiotika nötig.
  • Welcher Arzt? Je nach Alter Kinderarzt, Urologe oder Hautarzt; Abstrich von Eichel und Harnröhreneingang gibt Klarheit über Krankheitserreger. Je nach Verdacht sind weitere Tests möglich.
  • Symptome: Schmerzen, Veränderungen an der Eichel (z.B. Ausschläge, Schwellungen, Ausfluss), Schwierigkeiten beim Zurückziehen der Vorhaut. Der Bereich der Penisspitze kann jucken, brennen, nässen, aber auch trocken und schuppig sein – je nach Ursache der Entzündung.
  • Dauer: Hängt immer von der Ursache ab, kann auch langwieriger sein; eine gesunde Hygiene und geschützter Geschlechtsverkehr minimieren das Risiko einer Ansteckung – und damit einer Balanitis.

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Was ist eine Balanitis?

Als Balanitis bezeichnen medizinische Fachleute eine Entzündung der Eichel, also der Spitze des Penis. Das Problem mit der entzündeten Eichel können sowohl Kinder als auch Erwachsene haben. Viele fragen sich: Ist die Balanitis ansteckend? Die Antwort darauf lautet: Es kommt auf die Ursache an.

Der häufigste Grund für die Balanitis ist eine mangelnde Genitalhygiene. Dann haben Bakterien, Viren oder Hefepilze leichtes Spiel und können Infektionen und Entzündungen hervorrufen. Diese Erreger sind beim Kontakt auch auf andere Menschen übertragbar. Bei Erwachsenen kann der Auslöser der Entzündung auch eine Geschlechtskrankheit sein. In diesem Fall ist es sinnvoll, erst einmal auf Geschlechtsverkehr zu verzichten. Das betrifft auch Oralsex.

Betroffene besprechen sich am besten individuell mit ihrem Arzt. Wer hartnäckige Symptome hat, sollte sich damit ohnehin seinem Arzt anvertrauen. Keine Sorge: Eine Balanitis ist gar nicht so selten. Pro Jahr erkranken schätzungsweise zwischen drei und elf Prozent der Männer daran.

Balanitis: Formen und ihre Ursachen

Es gibt verschiedene Ursachen für eine Eichelentzündung. Ärzte unterscheiden die nicht-infektiöse und infektiöse Balanitis sowie Entzündungen der Eichel, die infolge anderer Erkrankungen auftreten. Beispiele sind die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus oder Hauterkrankungen.

Nicht-infektiöse Balanitis: Ursachen

Männer, deren Vorhaut nicht beschnitten ist, haben häufiger eine entzündete Eichel. Oft liegt es an einer Reizung: Bei der häufigsten Entzündungsart, der Balanitis simplex ist die Penishaut mit winzigen Knötchen und Schuppen bedeckt. Sie juckt typischer Weise und fühlt sich trocken an.

Zu den häufigsten Ursachen für eine nicht-infektiöse Entzündung der Eichel zählen:

  • Übertriebene Hygiene (auch Reinlichkeitsbalanitis genannt)
  • Zu kräftiges Waschen oder Abtrocknen des Intimbereichs
  • Mangelnde Hygiene – in diesem Fall kann sich gelblich-weißes Smegma ansammeln das aus Talgdrüsensekret, Hautzellen und Bakterien besteht; auch Urin reizt den Intimbereich)
  • Verengte Vorhaut (Phimose) – eine verengte Vorhaut, die sich schwer zurückziehen lässt, begünstigt eine Eichelentzündung. Die Erreger können sich leichter festsetzen und ausbreiten. Insbesondere bei Kindern entstehen Infektionen oft aufgrund einer Vorhautverengung oder -verklebung.
  • Reaktionen auf Reinigungsmittel wie Duschgels
  • Allergien auf Medikamente, Duftstoffe oder (Latex-)Kondome

Infektiöse Balanitis: Ursachen

  • Bakterien: Auslöser einer Eichelentzündung kann das Bakterium Gardnerella vaginalis sein, das häufig Scheidenentzündungen verursacht. Es kann beispielsweise beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Auch Staphylokokken, Enterokokken oder Streptokokken kommen als Auslöser einer infektiösen Balanitis infrage.
  • Pilze: Der Hefepilz Candida albicans verursacht mitunter eine Entzündung der Eichel – der Hefepilz wird häufig sexuell übertragen.
  • Manche Geschlechtskrankheiten führen zu Reizungen und Entzündungen der Eichel – insbesondere Herpesviren und humane Papillomaviren (HPV). Vor allem die Ansteckung mit HPV kann zu einem langwierigen Verlauf bis hin zur chronischen Balanitis führen. Aber auch Gonokokken (Tripper-Auslöser) oder die Treponema pallidum (Syphilis-Erreger) kommen als Verursacher von Entzündungen der Penisspitze infrage.
  • Auch Parasiten (z.B. Filzläuse) können schuld an einer Balanitis sein.

Balanitis: Risikofaktoren und Erkrankungen als Ursachen

  • Zu den Risikofaktoren für eine Balanitis zählen starkes Übergewicht, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, Hauterkrankungen (z.B. Schuppenflechte (Psoriasis), Neurodermitis) sowie Lichen sclerosus – das ist der Fachbegriff für eine seltene chronische Erkrankung im Genitalbereich, die bei Frauen das Risiko für Schamlippenkrebs erhöhen kann.
  • Balanitis bei Diabetes: Zuckerkranke haben statistisch gesehen ein erhöhtes Risiko für Entzündungen. Vermutlich begünstigt der Zucker im Urin entzündliche Prozesse. Eine Balanitis bei Diabetes lässt sich oft auf Pilzinfektionen zurückführen.
  • Männer über 60 Jahren machen öfter Bekanntschaft mit einer Balanitis plasmacellularis Zoon, kurz Balanitis Zoon oder Zoon-Krankheit. Hier staut sich – oft aufgrund einer leichten Harninkontinenz – Feuchtigkeit unter der Vorhaut. Das Problem verstärkt sich bei einer verengten Vorhaut. Es können lackartige, glatte rotbraune Flecken auftreten. Die Ursache dafür ist noch nicht geklärt. Die Symptome sind jedoch ein Fall für einen Urologen.
  • Selten kann sich die Eichel entzünden, wenn Ärzte Blasenkrebs mit einer sogenannten BCG-Spülung behandeln.

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Balanitis: Behandlung

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, um die Eichelentzündung zu behandeln. Die Balanitis-Therapie erfolgt immer abhängig von der Ursache. Ganz generell gilt aber:

  • Damit eine Eichelentzündung abheilen kann, ist vor allem eine gute Intimhygiene wichtig. Am besten waschen Betroffene ihre Penisspitze vorsichtig mit lauwarmem Wasser und einer nicht hautreizenden Seife ab. Um Smegma zu entfernen, gilt es, die Vorhaut zurückzuschieben. Beim Abtrocknen nicht zu stark reiben. Besser: behutsam trocken tupfen.
  • Sitzbäder mit Kamille und desinfizierenden Wirkstoffen oder synthetischen Gerbstoffen lindern die Beschwerden.
  • Bei einer allergischen Balanitis oder einer Balanitis simplex aufgrund einer äußeren Reizung müssen Betroffene ihre individuellen Auslöser meiden.
  • Begünstigt eine Vorhautverengung das Problem, kann ein Urologe die Vorhaut entfernen. So kann die Entzündung besser abheilen. Zudem erleichtert die Beschneidung anschließend die Intimhygiene, was neuen Infektionen vorbeugt.
  • Bei einem Lichen sclerosus kann ein chirurgischer Eingriff sinnvoll sein, um eine Verengung der Harnröhre vorzubeugen.

Balanitis: Salbe

Bei einer Eichelentzündung helfen Salben und Cremes mit bestimmten Wirkstoffen – je nach Ursache der Balanitis:

  • Wurde die Balanitis durch eine Pilzinfektion verursacht, helfen Antimykotika (Anti-Pilz-Salben) zum Auftragen auf die Haut.
  • Sind Bakterien die Balanitis-Auslöser, verschreibt der Arzt eine antibiotische Salbe. In selteneren Fällen sind bei einer Balanitis auch Antibiotika in Tablettenform nötig.
  • Steckt eine Allergie hinter der Eichelentzündung, empfehlen Experten in der Regel entzündungshemmende Salben mit Kortison. Sie können – niedrig dosiert und nur wenige Tage angewandt – auch bei einer reizbedingten Balanitis helfen.

Balanitis: Hausmittel

Betroffene können eine Balanitis zusätzlich selbst behandeln. Bei einer entzündeten Eichel unterstützen Hausmittel die Heilung. Nach jedem vorsichtigen Waschen können Betroffene von Balanitis etwas Olivenöl auf die Penisspitze tupfen. Das beruhigt. Auch nach dem Toilettengang ist es sinnvoll, den Penis mit etwas Wasser abzuspülen, da der Urin eine reizende Wirkung besitzt. Auch die beschrieben Sitzbäder (z.B. mit Kamille) unterstützen die Heilung.

Was passiert ohne Behandlung? Keine falsche Scham. Wer hartnäckige Symptome hat, sollte sie beim Arzt abklären lassen. Die Balanitis ist meist gut behandelbar. Wer nichts tut, riskiert auf Dauer Entzündungen der Harnwege, Prostata oder Nebenhoden. Schlimmstenfalls droht eine lebensgefährliche Blutvergiftung.

Balanitis: Welcher Arzt?

Ist ein Kind von entzündlichen Veränderungen an der Penisspitze betroffen, ist der Kinderarzt der richtige Ansprechpartner. Erwachsene wenden sich am besten an ihren Hautarzt, also einen Facharzt für Dermatologie, oder einen Facharzt für Urologie. Auffällige Symptome sollten Betroffene auf jeden Fall ärztlich abklären lassen.

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Zu klären sind beim Anamnesegespräch zum Beispiel diese Fragen:

  • Welche Veränderungen haben Sie an Ihrem Penis bemerkt?
  • Welche Symptome führen Sie her – und seit wann haben Sie sie? Haben sie sich im Verlauf oder abhängig von bestimmten Handlungen verändert?
  • Was haben Sie bereits getan, um die Symptome zu lindern?
  • Leiden Sie unter weiteren Symptomen wie beispielsweise Atemnot und/oder Schwindelgefühlen?
  • Haben Sie Probleme beim Geschlechtsverkehr oder Wasserlassen?
  • Wie sind Ihre Waschgewohnheiten im Intimbereich?
  • Bestehen Vorerkrankungen?
  • Nehmen Sie Medikamente ein?
  • Leiden Sie unter Allergien?

Anschließend untersucht der Experte den Betroffenen körperlich. Bei Männern mit nicht beschnittenem Penis testet der Arzt, wie gut sich die Vorhaut zurückschieben lässt.

Vermutet der Arzt Bakterien oder Viren als Ursache, kann er einen Abstrich nehmen und Tests auf bestimmte Erreger durchführen. Auch Blut- und Urinproben können zur Aufklärung der Balanitis-Ursache beitragen.

Bei Verdacht auf eine bösartige Ursache – die sehr selten vorkommt – entnimmt der Arzt unter örtlicher Betäubung eine Hautprobe (Biopsie). Diese wird feingeweblich untersucht, um weißen Hautkrebs auszuschließen.

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Balanitis: Symptome

Eine Infektion der Penisspitze kann sich unterschiedlich äußern – je nach Ursache. Generell zählen zu den typischen Eichelentzündungs-Symptomen:

  • Schmerzen
  • Veränderungen an der Penisspitze wie etwa eine gerötete Eichel, Flecken, Ausschläge, Schwellungen und Ausfluss aus der Harnröhre (teils eitrig und übel riechend)
  • Schwierigkeiten, die Vorhaut zurückzuziehen
  • Die Eichel kann jucken und brennen.
  • Auch das Wasserlassen kann sich unangenehm anfühlen und brennen.
  • Bei der Balanitis simplex ist die Penishaut mit winzigen Knötchen und Schuppen bedeckt. Sie juckt typischer Weise und fühlt sich eher trocken an.
     

Balanitis: Dauer

Eine Balanitis ist nicht besonders angenehm. Daher fragen sich Betroffene natürlich nach der Dauer einer Eichelentzündung. Diese ist – wie auch die Behandlung – von der Ursache abhängig.

Manchmal reichen schon Salbe, Sitzbäder und die Umstellung der Intimhygiene (also sie zu intensivieren bzw. etwas gemäßigter zu dosieren), damit die Symptome innerhalb weniger Tage abklingen.

In anderen Fällen dauert es bis zu vier Wochen – oder selten noch länger – bis eine Balanitis vollkommen ausgeheilt ist. Auch bei dieser Frage ist ein Arzt der beste Ansprechpartner, weil er individuell Rat geben kann.

Tipp: Eine gesunde Hygiene und geschützter Geschlechtsverkehr minimieren das Risiko einer Ansteckung – und damit auch einer Balanitis.

Quellen
  • S2k-Leitlinie: Phimose und Paraphimose bei Kindern und Jugendlichen (Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie e.V. (DGKCH) et al.); Stand: 31.12.2021
  • Wray A A et al.: Balanitis; National Library of Medicine. National Center for Biotechnology Information; 2022;
  • Online-Informationen Pschyrembel: www.pschyrembel.de; Abruf: 15.11.2022

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Dieser Artikel enthält allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Den passenden Arzt finden Sie über unser Ärzteverzeichnis.

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