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Klimawandel: So schützen Sie Ihre Haut vor der Sonne

Gut für das Gemüt, gefährlich für die Haut: Der Klimawandel erhöht weiter das Risiko für Sonnenbrände und Hautkrebs. Experten erklären, wie Sie sich richtig vor der Sonne schützen

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Frau in Bikini und mit Sonnenbrille gegen Sonnenstrahlen gerichtet, Blick geht nach unten

© Plainpicture, dpa

Wo viel Licht ist, ist viel Schatten – nötig. Mit dem Klimawandel und der damit verbundenen Zunahme von heißen und wolkenlosen Tagen wird Hautschutz wichtiger denn je. Das zeigt sich darin, dass die aktuelle S3- Leitlinie zur Prävention von Hautkrebs um das Kapitel „Klimawandel und UV-Strahlung“ erweitert wurde. „Bereits heute haben sich die Erkrankungsraten seit den Siebzigerjahren etwa vervierfacht“, warnt Dr. Klaus Kraywinkel. Er ist Autor der Leitlinie und Fachgebietsleiter am Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut.

Bundesweit registrieren Dermatologen laut Kraywinkel mehr als 230.000 neue Fälle von Hautkrebs jährlich. Bei über 210.000 Betroffenen stellt der Arzt ein Basalzellkarzinom oder Plattenepithelkarzinom fest – also hellen Hautkrebs. Diese Variante ist zumeist gut behandelbar. Wesentlich seltener und gefährlicher ist der schwarze Hautkrebs. Wird das maligne (also bösartige) Melanom nicht rechtzeitig entdeckt, sinken die Heilungschancen der Erkrankten leider beträchtlich. 

Als Hauptverantwortlicher für Hautkrebs gilt die ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) – vor allem in der UVB- Variante. Diese Strahlen dringen zwar nicht so tief in die Haut ein wie die UV-A-Variante. Dafür sind sie energiereicher, wie jeder Sonnenbrand lehrt. Zugleich kann die UV-B-Strahlung das Erbgut der Hautzellen schädigen. „Solche Defekte entstehen bereits bei geringer Sonnenexposition und lange bevor es zu einer Hautrötung kommt“, sagt der Münchner Dermatologe Hans-Ulrich Voigt.

UV-A-Strahlen weniger an der Entstehung von Hautkrebs beteiligt – sie treiben jedoch vor allem sie die Hautalterung voran. „Langwellige Strahlen dringen in tiefere Hautschichten ein und zerstören dort die elastischen Fasern des Bindegewebes“, sagt Hautarzt Voigt. „Sichtbares Zeichen ist die beschleunigte Faltenbildung. Bis zu 80 Prozent der Hautalterungsprozesse im Gesicht gehen auf das Konto alltäglicher UV-Strahlung.“ 

Vitamin D: Wie viel Sonne ist gesund?

Sonne ist Lebenselixier – nicht zuletzt wegen der Vitamin-D-Synthese. Das Sonnenvitamin sorgt für ein stabiles Knochenskelett und soll Immunabwehr und Herz-Kreislauf-System stärken. Dafür braucht es eine gewisse Intensität an UV-B-Strahlung. Erst dann stößt der Organismus die Umwandlung von Provitamin D3, das in den Hautzellen steckt, in Vitamin D an.

Damit der Körper ausreichend von dieser Substanz bilden kann, genügt es laut dem Bundesamt für Strahlenschutz, Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Sonnenschutz zwei- bis dreimal pro Woche der Hälfte der Zeit auszusetzen, in der man sonst ungeschützt einen Sonnenbrand erleiden würde (Fachleute sprechen von der „minimalen sonnenbrandwirksamen UV-Dosis“). „Für Menschen mit heller Haut reichen bereits zehn Minuten in der sommerlichen Mittagssonne, um die Vitamin-D-Speicher aufzufüllen. Eine längere Exposition führt nicht zu einem Mehr an Vitamin D, sondern an Gesundheitsschäden“, sagt Hans-Ulrich Voigt. 

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Was ist der UV-Index?

Wie belastend die Sonnenstrahlung? Diese Frage lässt sich mit dem sogenannten UV-Index beantworten. Er wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert und gibt an, welcher Spitzenwert für die sonnenbrandwirksame UV-Bestrahlung zu erwarten ist. Je höher der Index, desto schneller nimmt die bloße Haut Schaden. In Deutschland werden im Sommer in der Regel Werte zwischen 5 („mittel“) und 8 („sehr hoch“) erreicht. In den Hochlagen der Alpen sind auch Werte bis 11 möglich; am Äquator sogar von 12 und mehr. Ab Stufe 3 rät das Bundesamt für Strahlenschutz zu Sonnenschutzmaßnahmen wie Sonnencreme und auch schützender Kleidung. „Wie hoch der aktuelle UV-Index ist, zeigen einem die Wetter- Apps auf dem Smartphone“, erklärt Dermatologe Voigt. 

Wie schütze ich mich am besten vor der Sonne?

Der beste Sonnenschutz ist ein Aufenthalt im Schatten. Das gilt vor allem für die heißen Mittagsstunden im Sommer von 11 bis 15 Uhr.

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Schützt Kleidung vor der Sonne?

Den zweitbesten Schutz bieten dicht gewebte und locker sitzende Shirts und Hosen. Spezielle UV-Kleidung gibt es inzwischen auch für Erwachsene. Der Abschirmeffekt solcher Gewebe entspricht einem Lichtschutzfaktor von LSF 20 bis 80. Shirts oder Zip-off-Hosen mit eingebautem UV-Schutz erkennt man am Kürzel UPF für „Ultraviolet Protection Factor“. Ein Langarmshirt mit UPF 50 beispielsweise verlängert den natürlichen Eigenschutz des Körpers um den Faktor 50.

Wer also mit heller Haut nach etwa zehn Minuten einen Sonnenbrand bekommt, könnte damit theoretisch rund acht Stunden in der Sonne bleiben. Voraussetzung ist natürlich, dass auch die anderen Körperpartien entsprechend gut geschützt sind. Das betrifft nicht zuletzt die sogenannten Sonnenterrassen wie Nasen, Ohren, Nacken oder Dekolleté. 

Kann ich meine Haut im Solarium an die Sonne gewöhnen?

„Nein“, sagt Carmen Loquai, Chefärztin der Dermatologie am Uniklinikum Bremen. „Das künstliche UV-Licht im Solarium deckt zumeist nur ein schmales Spektrum an ultraviolettem Licht ab, nämlich das UV-A-Licht. Dieses ruft zwar die kosmetisch gewünschte rasche Bräunung der Haut hervor, führt aber nicht zu einer Verdickung der obersten Hautschicht mit dem hiermit verbundenen Schutz. Außerdem stellt jede zusätzliche UV-Einstrahlung eine Belastung für unsere Haut dar, die die Hautalterung und das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, fördert“, warnt Dermatologin Loquai.

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Wie finde ich den richtigen Lichtschutzfaktor?

Jeder Hauttyp hat eine sogenannte Eigenschutzzeit. Sie gibt an, wie lange man sich entblößt in der Sonne aufhalten kann. Diese Frist beträgt fünf bis zehn Minuten bei extrem empfindlichem und sehr hellem Teint (Hauttyp 1: sehr helle Haut, rotblonde Haare). Bei wenig empfindlichem, hellbraunem Teint (Hauttyp 4, bräunliche Haut, dunkle Augen“) sind es bis zu 40 Minuten. Multipliziert man diese Eigenschutzzeit mit dem Lichtschutzfaktor LSF, erhält man die maximale Verweildauer in der Sonne. Wichtig zu wissen: Die Anti-Sonnenbrand-Formel ist nur eine Faustregel. Die Reflexionen von Wasser oder Sand intensivieren die UV-Belastung und den nötigen Sonnenschutz.

FOCUS-GESUNDHEIT 04/23

Dieser Artikel ist eine gekürzte Fassung. Den vollständigen Text finden Sie in der Ausgabe Krebs besiegen. Weitere Themen: Impfungen gegen Krebs. Schonenden Therapien bei Prostatakrebs. U.v.m.

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Beeinflussen Medikamente den Sonnenschutz?

Bestimmte Medikamente (manche Antibiotika, aber auch Aspirin oder Ibuprofen) erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut.

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Ist die Sonne in den Bergen gefährlicher?

Ja. Denn auch die Höhenlage spielt eine Rolle: Pro tausend Höhenmeter steigt die UV-Intensität um zehn bis 15 Prozent. „Die entsprechend dem Lichtschutzfaktor erhöhte Schutzdauer sollte man höchstens zu 60 Prozent ausschöpfen“, rät man deshalb beim Bundesamt für Strahlenschutz.

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Dieser Artikel enthält allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Den passenden Arzt finden Sie über unser Ärzteverzeichnis.

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