Ob jemand an einem Tumor erkrankt, hängt auch von der Statur ab. Das entdeckten Forscher der Uni Regensburg bei der Analyse der Gesundheitsdaten von 340.000 Menschen.
Anhand von Merkmalen wie Körpergröße oder Hüftumfang ermittelten die Experten das Krebsrisiko von vier Phänotypen.

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Körperform Nr. 1
Menschen mit übermäßig hohem Anteil an Körperfett tragen laut der Studie ein allgemein erhöhtes Krebsrisiko. Vor allem Tumoren des Verdauungstrakts werden bei ihnen häufiger festgestellt. Frauen mit Adipositas erkranken häufiger an Gebärmutterhalskrebs sowie – nach ihrer Menopause – häufiger an Brustkrebs.
Körperform Nr. 2
Der zweite Phänotyp beschreibt große Menschen mit niedrigem Taille-Hüft-Verhältnis (d. h. gerader Körperbau). Hier sehen Forscher selbst bei Normalgewicht ein etwas erhöhtes Risiko für Hautkrebs. Das hat vermutlich damit zu tun, dass hochgewachsene Menschen mehr Zellen besitzen, die entarten können.
Körperform Nr. 3
Vermehrtes Bauchfett bei großer Körperlänge zeichnet den dritten Phänotyp aus. Betroffene erkranken unter anderem häufiger an Tumoren von Speiseröhre, Dickdarm, Prostata, Lunge, Bauchspeicheldrüse sowie Magen. Treiber für das erhöhte Risiko ist das Bauchfett. Es setzt Stoffwechselprozesse in Gang, die das Tumorwachstum begünstigen.
Körperform Nr. 4
Der vierte Phänotyp ist fein raus: Er wird in der Untersuchung der Universität Regensburg mit keinem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht. Die Forscher beschreiben den Körperbau dieser Menschen als athletisch und kräftig, mit schmaler Taille und Hüfte.
FOCUS-GESUNDHEIT 04/23
Dieser Artikel erschien zuerst in der Ausgabe Krebs besiegen. Weitere Themen: Impfungen gegen Krebs. Schonenden Therapien bei Prostatakrebs. U.v.m.
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Quellen
- Sedlmeier A M et al.: Body shape phenotypes of multiple anthropometric traits and cancer risk: a multi-national cohort study; British Journal of Cancer; 2022; DOI: https://doi.org/10.1038/s41416-022-02071-3