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Halsschmerzen

Wenn der Hals kratzt und schmerzt, steckt meistens ein Virus dahinter. Welche Ursachen es sonst noch für Halsschmerzen gibt und was dann dagegen hilft.

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Inhaltsverzeichnis
Bild einer Frau, die sich schützend beide Hände auf den Hals legt

© iStockphoto

Zusammenfassung:

  • Ursachen: Der häufigste Grund für Halsschmerzen sind Virusinfekte – vor allem Erkältungsviren.
  • Hausmittel: zum Beispiel ausreichend Trinken, warme Getränke mit Honig süßen, Bonbons lutschen, mit gesalztem Wasser oder Salbeitee gurgeln, kühlende Halswickel.
  • Als Medikament eignet sich der schmerzstillende Wirkstoff Ibuprofen. Werdende Mütter sollten ab der 28. Schwangerschaftswoche jedoch auf Schmerzhemmer verzichten und auf Hausmittel zurückgreifen.
  • Wann zum Arzt: Bei folgenden Begleitsymptomen: schlechtes Allgemeinbefinden, hohes Fieber (über 39 Grad Celsius), starke Schluckbeschwerden, wochenlange oder häufig wiederkehrende Halsschmerzen, angeschwollene Lymphknoten im Halsbereich, eine himbeerfarbene Zunge (Scharlach), Schmerzen beim Öffnen des Mundes.

Am Anfang ist es nur ein leichtes Kratzen. Dann wird es schnell schlimmer. Halsschmerzen sind einer der häufigsten Gründe, einen Arzt aufzusuchen: In Deutschland stehen sie auf Platz sechs der hausärztlich behandelten Symptome. Doch die Schmerzen im Hals kommen selten allein. Meistens ist eine Erkältung der Auslöser.

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Halsschmerzen: Was kann die Ursache sein?

Gründe für Halsschmerzen gibt es viele. Der häufigste sind jedoch Virusinfekte. Oder genauer: Atemwegsinfekte mit Halsentzündung, also Erkältungen. Über 200 verschiedene Erkältungsviren sind bekannt – weshalb es auch öfters im Jahr zu Halsschmerzen und Schnupfen kommen kann. Durch die Infektion entzündet sich die Schleimhaut im Hals und Rachen, was sich dann als Halsweh bemerkbar macht.

Manchmal lassen sich Halsschmerzen auch einseitig, links oder rechts im Hals lokalisieren – oft begleitet von Schluckbeschwerden und den klassischen Erkältungssymptomen wie Niesen, Schnupfen sowie Kopf- und Gliederschmerzen.

Treten Halsschmerzen ohne eine Erkältung auf, kann das ein wichtiger Hinweis für andere virale Erkrankungen sein:

  • Corona-Infektion (SARS-CoV-2): Vor allem bei der Omikron-Variante treten Halsschmerzen vermehrt auf, meist begleitet von Müdigkeit, Niesen und einer laufenden Nase.
  • Die echte Grippe (Influenza-Viren): Halsschmerzen sind ein Kernsymptom einer Grippe. Im Gegensatz zur Erkältung treten Begleitsymptome wie ein starkes Krankheitsgefühl oft plötzlich auf. Dazu kommen meist hohes Fieber über 39 Grad Celsius sowie Husten, Schnupfen, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen.
  • Hand-Fuß-Mund-Krankheit (Enteroviren): Erst kommt das Fieber und dann Halsschmerzen und in der Folge der namengebende Ausschlag an den Händen, Füßen und um den Mund. Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit tritt vor allem bei Kindern unter zehn Jahren und im Spätsommer/Herbst auf.
  • Pfeiffersches Drüsenfieber (Epstein-Barr-Viren): Die sogenannte „Kusskrankheit“ tritt vor allem bei Jugendlichen auf und verursacht eine Hals- oder Mandelentzündung mit starken Halsschmerzen, Ohrenschmerzen und einer Schwellung der Lymphknoten am Hals oder hinter dem Ohr.

Die Atemluft kann sich direkt auf Hals und Rachen auswirken und neben Viren auch Bakterien, Allergene und Schadstoffe enthalten – oder einfach nur trocken sein. Allesamt weitere Gründe für das unangenehme Kratzen im Hals. Darüber hinaus kann unsere Psyche dem Hals zu schaffen machen:

  • Auch eine bakterielle Infektion verursacht manchmal Halsschmerzen – vor allem eine Streptokokken-Infektion. Die Erreger sind weltweit verbreitet und oft für Mandelentzündungen (Tonsillitis) mit starken Halsschmerzen oder Scharlach verantwortlich. Ist der Rachen betroffen, sprechen Mediziner von einer Pharyngitis, die sich unter anderem durch brennende Halsschmerzen bemerkbar macht.
  • Aufgrund einer Allergie Halsschmerzen zu bekommen, ist ebenso möglich – wenn Allergene aus der Luft über Nase und Mund mit den Schleimhäuten in Hals und Rachen in Kontakt kommen und diese reizen. Pollenflüge, also Heuschnupfen, gehören hier zu den Hauptverursachern.
  • Partikel und Schadstoffe aus der Umwelt, Industrie oder dem Straßenverkehr können ebenso (chronische) Halsschmerzen auslösen, indem sie die Schleimhaut strapazieren. Zu den Reizstoffen gehören vor allem Tabakrauch, Abgase, Chemikalien wie Lösungsmittel oder Ruß und Feinstaub.
  • Besonders zur kalten Jahreszeit macht den Schleimhäuten im Hals die trockene Luft als Folge beheizter Räume zu schaffen. Die Wärme mag zwar wohltuend sein, aber die mangelnde Luftfeuchte trocknet die Schleimhäute aus – was Viren und Erregern das Eindringen erleichtert.
  • Neben Krankheitserregern und äußeren Einflüssen können chronische Halsschmerzen auch psychisch bedingt sein. Wenn Menschen über mehrere Wochen ein Kratzen oder einen Kloß oder ein Haar oder einen Krümel im Hals spüren, oder das Gefühl haben, sich ständig Räuspern zu müssen, dann können auch Stress und Ängste die Ursache für die Beschwerden sein. In der Hals-Nasen- und Ohrenheilkunde ist das als Globus-Syndrom bekannt.

Was hilft gegen Halsschmerzen?

Nachdem in den meisten Fällen eine Erkältung der Grund für Halsschmerzen ist, klingen diese oft nach etwa fünf Tagen von selbst vollständig ab. Eine ärztliche Behandlung ist dann in der Regel nicht notwendig – bei leichten Halsschmerzen ohnehin nicht. Lästig und unangenehm sind sie dennoch. Aber: Gegen Halsweh kann man was tun.

Diese Hausmittel helfen gegen Halsschmerzen

Gerade bei Halsschmerzen sind Hausmittel beliebt. Einige davon finden sich auch in der aktuellen Leitlinie zu Halsschmerzen der Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) wieder. Und: In der Regel bringen diese Tipps kein Risiko mit sich – teilweise ist ihr Nutzen sogar durch Studien belegt.

Ausreichend trinken

Das hält die Schleimhaut feucht – der raue Hals kann sich erholen und ist besser gegen Erreger gewappnet. Am besten eignet sich stilles Wasser oder Tee. Bleibt nur die Frage, welcher Tee bei Halsschmerzen wirkt? Hier werden oft Erkältungstees mit Lindenblüten und Holunderblüten empfohlen. Auch ein Aufguss mit Ingwer hilft bei Halsschmerzen. Der wirkt entzündungshemmend und antibakteriell. Einfach ein paar Stücke der Knolle mit kochendem Wasser übergießen, ziehen lassen und fertig.

Mit Honig süßen

Auch Honig kann gegen Halsschmerzen helfen – sogar wissenschaftlich geprüft. Forschende der Oxford University Medical School haben in einer Übersichtsarbeit zahlreiche Studien analysiert und den medizinischen Forschungsstand zu Honig und seiner Wirkung auf Atemwegsinfekte zusammengetragen: Honig, zum Beispiel als Süße in einem Tee oder warmer Milch, lindert allgemein die Erkältungsbeschwerden – auch Halsschmerzen. Mit einer kleinen Ausnahme: Kinder unter drei Jahren sollten keinen Honig zu sich nehmen, da er, ebenso wie Ahornsirup, in seltenen Fällen Bakterien enthalten kann, die für kleine Kinder lebensbedrohlich werden können.

Lutschtabletten ohne Wirkstoff

Selbst ohne medizinischen Wirkstoff lindern Lutschtabletten, also Bonbons, die Beschwerden bei Halsschmerzen. Denn sie regen die Speichelproduktion an, was an sich schon schmerzlindernd wirkt. Ist Menthol enthalten wird die gefühlte Kühle ebenfalls meist als wohltuend empfunden. Lutschtabletten mit Wirkstoff schlossen in Vergleichsstudien zwar besser ab – aber unwesentlich.

Gurgeln

Fast schon ein Klassiker der Hausmittel: Gurgeln bei Halsschmerzen. Das kann entzündungshemmend und abschwellend wirken – zum Beispiel mit einem halben Teelöffel Salz in Wasser aufgelöst oder einem abgekühlten Salbeitee.

Kühlende Halswickel

Halswickel bei Halsschmerzen können ebenfalls eine abschwellende Wirkung haben. Dazu einfach ein in lauwarmes (nicht kaltes) Wasser eingelegtes Stofftuch um den Hals legen. Zum Abdecken ein trockenes Tuch obenauf legen und beides nach etwa 15 Minuten wieder abnehmen. Wer mag, kann Halswickel gegen Halsschmerzen mehrmals täglich anwenden.

Körperliche Schonung

Ruhe und Entspannung hilft auch dem Hals zu genesen.

Halsschmerzen in der Schwangerschaft und Stillzeit lindern

Gerade schwangere Frauen und stillende Mütter können, falls das Halsweh Teil einer Erkältung ist, auf die oben genannten Hausmittel zurückgreifen. Denn allgemein sollte hier der Einsatz von schmerzhemmenden Medikamenten so gering wie möglich gehalten werden und immer mit dem Gynäkologen abgesprochen sein. Ab der 28. Schwangerschaftswoche sollten Frauen grundsätzlich auf Schmerzhemmer wie beispielsweise Ibuprofen verzichten, da sie Herz- und Nierenproblemen beim Kind auslösen können.

Bei den Hausmitteln gibt es jedoch eine Einschränkung. Ingwer sollten werdende Mütter nur in geringen Mengen zu sich nehmen. Zwar haben aktuelle Studien den Mythos, wonach der Konsum von Ingwer bei Schwangeren eine Frühgeburt oder Fehlbildungen auslösen könnte, widerlegt. Schwangeren wird dennoch empfohlen, es bei einer Tasse Ingwertee am Tag zu belassen.

Wenn die Schluckbeschwerden zunehmen, könnte das auf eine Hals- oder Mandelentzündung hindeuten. Auch schwere Halsschmerzen sowie Fieber sind für Schwangere immer ein Grund, einen Arzt aufzusuchen.

Welche Medikamente helfen gegen Halsschmerzen?

Falls Hausmittel nicht die gewünschte Linderung bei Halsschmerzen bringen, können auch Medikamente im Rahmen einer Erkältung gegen Halsweh eingesetzt werden. Entsprechend der DEGAM-Leitlinie eignet sich der Wirkstoff Ibuprofen bei Halsschmerzen und zu einer allgemeinen Besserung des Krankheitsgefühls. Präparate mit Paracetamol könnten zwar Halsschmerzen lindern, schnitten in Studien jedoch allgemein schlechter ab.

Ob Antibiotika bei Halsschmerzen in Frage kommen, kann lediglich Ihr Arzt entscheiden. Auch wenn die Halsschmerzen eine bakterielle Ursache haben (nur hier könnten Antibiotika helfen), stellt das laut DEGAM-Leitlinie noch keine generelle Indikation für eine Antibiotika-Therapie dar und muss ärztlich abgeklärt werden.

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Wann sollte man bei Halsschmerzen zum Arzt gehen?

Wichtig zu wissen ist, dass es sich bei Halsschmerzen an sich um keine eigene Erkrankung handelt, sondern immer um ein Symptom einer anderen Krankheit. Meistens ist es eine Erkältung, die für eine schmerzende Entzündung im Bereich der Halsschleimhäute sorgt. Ist das der Fall, kann zur Linderung des Symptoms auf Hausmittel zurückgegriffen werden. Um im Zweifel jedoch andere, zum Teil schwerwiegende Erkrankungen, wie Scharlach, Grippe oder Pfeiffersches Drüsenfieber, auszuschließen, ist es ratsam, bei den folgenden Begleitsymptomen einen Arzt aufzusuchen:

  • schlechtes Allgemeinbefinden
  • hohes Fieber über 39 Grad Celsius
  • wochenlange, häufig wiederkehrende oder starke Halsschmerzen
  • starke Schluckbeschwerden
  • angeschwollene Lymphknoten (im Halsbereich)
  • einseitige Halsschmerzen (deutet auf eine Entzündung des Rachens hin)
  • „Himbeerzunge“ (kann ein Hinweis auf Scharlach sein)
  • wenn das weite Öffnen des Mundes (beim Gähnen) Schmerzen verursacht
Arztsuche
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Quellen
  • S3-Leitlinie: Halsschmerzen (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin); Stand: Oktober 2020
  • S2k-Leitlinie: Rhinosinusitis (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin sowie Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie); Stand: April 2017
  • Laux G et al.: Versorgungsforschung in der Hausarztpraxis: Ergebnisse aus dem CONTENT-Projekt 2006 – 2009; Urban & Vogel; 2010
  • Feld T et al.: Hinweise zu Erkennung, Diagnostik und Therapie von Patienten mit COVID-19, Ständiger Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger am Robert Koch-Institut; 2022; DOI: 10.25646/6539.25
  • Kudo E et al.: Low ambient humidity impairs barrier function and innate resistance against influenza infection; PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America); 2019; DOI: https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.1902840116
  • Abuelgasim H et al.: Effectiveness of honey for symptomatic relief in upper respiratory tract infections: a systematic review and meta-analysis; BMJ Evidence Based Medicine; 2020; DOI: http://dx.doi.org/10.1136/bmjebm-2020-111336
  • Online-Informationen Pharmakovigilanz - und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité-Universitätsmedizin Berlin: www.embryotox.de; Abruf: 02.08.2022
  • Online-Informationen National Institute for Health and Care Excellence: www.nice.org.uk; Abruf: 02.08.2022
FOCUS-Gesundheit 01/24 – Einfach besser leben 2024

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FOCUS-Gesundheit 01/2024

Einfach besser leben 2024
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Dieser Artikel enthält allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Den passenden Arzt finden Sie über unser Ärzteverzeichnis.

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