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Krampfadern

Krampfadern sind verdickte, knotige Venen, die sich sichtbar direkt unter der Haut wölben. Oft sind sie hauptsächlich ein kosmetisches Problem, sie können aber auch zu Beschwerden wie Krämpfen oder gefährlichen Komplikationen führen. Erfahren Sie hier, wie Sie Krampfadern vorbeugen können und wie sie sich entfernen lassen.

Geprüft von Sophie Sonnenberger, Medizinredakteurin

Veröffentlicht:
Aktualisiert: 2023-10-31T00:00:00+01:00 2023-10-31T00:00:00+01:00

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Inhaltsverzeichnis
Nackter linker Oberschenkel im Krampfadern wird von Ärztin in blauen Latexhandschuhen untersucht

© iStock

Krampfadern entfernen: Invasive Maßnahmen

Sind die Venen bereits knotig, sollten Sie die Krampfadern entfernen lassen, um Komplikationen wie Blutgerinnsel (Thrombosen), Wassereinlagerungen (Ödeme) oder offene Beine zu vermeiden. Achtung: Krampfadern selbst entfernen ist keine gute Idee. Suchen Sie einen Venen-Facharzt (Phlebologe) auf. Er kann bei Krampfadern operieren und sie zum Beispiel ziehen. Es gibt aber auch andere Verfahren zum Entfernen von Krampfadern.

Krampfadern entfernen: Stripping

 Beim Krampfadern ziehen setzt der Arzt zwei kleine Schnitte an der betroffenen Vene, führt eine Sonde ein und zieht die Krampfader heraus – entweder komplett oder nur einen Teil, je nachdem, wie groß der krankhaft veränderte Teil ist.

Krampfadern entfernen: Phlebektomie (Häkchenmethode)

 Hier setzt der Arzt entlang der erkrankten Vene kleine Schnitte und zieht sie mit einem speziellen Häkchen heraus.

Krampfadern entfernen: CHIVA-Methode

Eine ambulante, venenerhaltende Möglichkeit, um Krampfadern loszuwerden. Der Arzt sucht die betroffene Vene mittels Ultraschalls, setzt dann einen Hautschnitt und bindet sie ab.

Krampfadern entfernen: Externe Valvuloplastie (EVP)

Führt der Arzt eine sogenannte externe Valvuloplastie (EVP) durch, näht er dort, wo die große oberflächliche Beinvene (Rosenvene) in die Leiste mündet, eine Manschette um die Ader. Dieses verengt den Gefäßdurchmesser, was die Venenklappen wieder funktionsfähig machen soll. Die Vene bleibt bei diesem Verfahren erhalten.

Krampfadern veröden (Sklerotherapie)

Beim Krampfadern veröden spritzt der Arzt ein Mittel in die erkrankte Vene, das dort eine Entzündung verursacht. Das Gefäß verklebt, dadurch verschließen sich die Krampfadern.

Krampfadern entfernen: Kochsalzlösung

Damit lassen sich Krampfadern quasi wegspritzen. Der Arzt verödet die Vene, indem er eine hochkonzentrierte Kochsalzlösung in die kranke Ader spritzt. Dies geschieht ambulant und ohne Betäubung.

Krampfadern entfernen: Radiowellentherapie

Die Krampfadern verödet der Arzt bei dieser Methode mittels Hitze. Er setzt einen kleinen Schnitt, um die Sonde in die kranke Vene einzuführen. Die Radiowellen erhitzen das Blut, die Venenwände verschließen sich. Diesen Eingriff kann der Arzt ambulant und mit örtlicher Betäubung vornehmen.

Krampfadern entfernen: Lasertherapie

Es ist auch möglich, die Krampfadern zu lasern. Das Vorgehen ist dem bei der Radiowellentherapie ähnlich. Statt Radiowellen erzeugt ein Laser die Venen-verschließende Hitze, die um ein Vielfaches höher ist.

Krampfadern verkleben

Statt die Krampfadern zu veröden, verklebt sie der Arzt in diesem Fall mit einem speziellen Klebstoff, den er über einen Katheter, einen dünnen Schlauch, in die Vene einbringt. Der Patient ist nur lokal betäubt und danach sofort wieder „einsatzfähig“.

Richtiges Verhalten nach der Krampfader-OP

Wie Sie sich verhalten sollten nach einer Krampfader-OP oder -Verödung, hängt von der angewendeten Methode ab. Nach einem operativen Eingriff sollte der Patient zum Beispiel einige Zeit lang einen Kompressionsstrumpf tragen, das Bein immer mal wieder hochlegen und in den ersten Tagen kein Wasser an das operierte Bein kommen lassen.

Bei anderen Verfahren, zum Beispiel dem Verkleben, sind Kompressionsstrümpfe nicht notwendig. Fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt – falls er Ihnen nicht ohnehin mitteilt, wie Sie sich in den Tagen nach dem Krampfadernentfernen verhalten sollten.

„Krampfadern sollten nicht verharmlost werden“

Krampfadern sind ein Volksleiden – und weit mehr als nur ein kosmetisches Problem. Und: Wie sich die Venen am besten stärken lassen.

Prof. Dr. Karin Pfister, Leiterin der Abteilung für Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Regensburg. Dort ist sie auch als Universitätsprofessorin für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie tätig.

Prof. Pfister hat sich unter anderem auf die chirurgische Behandlung von Aneurysmen und Krampfandern spezialisiert. Sie ist zudem Co-Autorin der Leitlinie zur Behandlung des Bauchaortenaneurysmas und hat die operative Behandlung von Patienten mit Aortenerkrankungen zu einem der Forschungsschwerpunkte des Universitätsklinikums Regensburg gemacht.

Frau Pfister, wann sind Krampfadern nicht nur ein kosmetisches Problem?

Deutlich sichtbare Krampfadern, also verdickte oberflächliche Venen, die sich an den Beinen schlängeln, sind kein banales Problem, das lediglich optisch stört, sondern eine chronische und fortschreitende Venenerkrankung. Die Venenklappen funktionieren, also schließen nicht mehr richtig. Somit wird der Transport des Blutes zum Herzen gestört und es fließt langsamer, und vor allem zurück, versackt und staut sich in den Beinvenen. Der beeinträchtige Blutfluss kann zudem Gerinnsel und somit eine Thrombose fördern. Wer Krampfadern hat, sollte sie von entsprechenden Gefäßspezialisten (Fachgebiet: Phlebologie), kontrollieren und sich beraten lassen. Vorbeugend wirkt, wenn man nicht raucht, möglichst kein Übergewicht hat, Hitze meidet, langes Sitzen und Stehen vermeidet und sich vor allem viel bewegt. Im Gegensatz zu sogenannten Venen stärkenden Medikamenten sind Stützstrumpfe oder Wickelung zur Reduktion von Schwellungen und dicken Beinen sehr wirksam.

Wie lassen sich Krampfadern behandeln?

Kompressionsstrümpfe sind sehr effizient und die Basistherapie bei Krampfadern. Sie üben Druck auf die Blutgefäße aus und erleichtern so den Rückfluss des Blutes Richtung Herzen. Dadurch wird häufig eine Besserung der Beschwerden erreicht. Meist sind ordentlich angepasste Kniestrümpfe ausreichend.

Wann ist ein Entfernen der Krampfadern notwendig?

Ein Entfernen oder Veröden der Krampfadern kann sinnvoll sein, wenn Betroffene Beschwerden wie zum Beispiel Schwellungen im Knöchelbereich, ein Schweregefühl in den Beinen, Juckreiz, Schmerzen sowie Krämpfe in den Beinen haben und wenn regelmäßig getragene Kompressionsstrümpfe keine Linderung bewirken. Auch wenn die Venenerkrankung voranschreitet und sich Hautveränderungen oder gar Geschwüre entwickeln, sollte ein Eingriff erfolgen.

Welche Methode hat sich Ihrer Erfahrung nach am besten bewährt, um Krampfadern zu entfernen?

Das lässt sich pauschal nicht sagen, sondern hängt immer von den anatomischen Gegebenheiten und dem Ausmaß der Venenerkrankung ab. Lange Zeit hat man Krampfadern hauptsächlich durch eine offene Operation (Stripping) entfernt. Bei dieser Technik trennen Gefäßchirurgen die erkrankten Venenabschnitte oben in der Leiste und weiter unten am Bein ab und ziehen die Stammvene über eine Sonde heraus. Mittlerweile wenden spezialisierte Kollegen aber häufiger minimalinvasive Verfahren an wie etwa die Radiofrequenzablation oder die Lasertechnik, bei denen die erweiterte und erkrankte Vene durch Hitze verschlossen wird. Eine andere Möglichkeit besteht in der Verabreichung von Venen verschließenden Mitteln (Sklerosierungsmittel). All diese Methoden sind heutzutage von der Wirksamkeit initial annähernd gleichwertig. Erfahrene Venenspezialisten können deshalb in Absprache mit den Patienten das passende Verfahren auswählen.

Interview: Yvonne Küster

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Krampfadern behandeln: Konservative Methoden

Neben den invasiven Maßnahmen wie dem Stripping oder dem Veröden, gibt es auch Krampfader-Behandlungen ohne OP, die sogenannten konservativen Methoden. Was gegen Krampfadern hilft, hängt von der Ausprägung, Form und dem Auslöser der Erkrankung ab. Generell eignen sich konservative Maßnahmen eher für leichte Krampfaderleiden.

Allgemeine Maßnahmen gegen Krampfadern

Gleich vorab: Krampfadern heilen, indem Sie Medikamente einnehmen, ist nicht möglich. Zwar gibt es in der Naturheilkunde Mittel (zum Beispiel mit Rosskastanie oder Steinklee), um Krampfadern natürlich zu behandeln, deren Wirkung ist aber bisher nicht belegt. Krampfadern mit Creme zu bekämpfen, ist möglich und hat die Krampfader-Salbe kühlende Wirkung, kann sich die Anwendung auch angenehm anfühlen. Ob und wie gut solche Produkte bei Krampfadern tatsächlich helfen, ist jedoch kaum untersucht.

Die Beine bei Krampfadern zu massieren, kann das Schweregefühl mindern, das Bindegewebe um die Venen herum festigen und den Blutabtransport aus den Beinen fördern. Gehen Sie dabei aber behutsam vor: Krampfadern sind empfindlich. Starkes Klopfen und Kneten sollten Sie bleiben lassen, sonst können Blutergüsse entstehen.

Krampfadern: Diese Hausmittel gibt es

Eines der wohl ältesten Hausmittel gegen Krampfadern, ist das Kneippen, also das Treten in kaltem Wasser. Alternativ zum Kneippbecken können Sie auch im heimischen Badezimmer die Beine kalt abbrausen. Generell gilt Kälte bei Krampfadern als hilfreich, Betroffene empfinden kühle Quarkwickel zum Beispiel oft als angenehm.

Um den Blutrückfluss zum Herzen hin anzuregen, ist Bewegung wichtig. Auch, die Beine regelmäßig hochzulegen kann sich positiv auf die Venen auswirken und die Beschwerden zumindest lindern. Bei Krampfadern Strümpfe zu tragen, die leichten Druck auf die Beinvenen ausüben (Kompressionsstrümpfe, Stützstrümpfe) unterstützt ebenfalls den Rückfluss des Blutes und kann helfen, Wassereinlagerungen zu vermeiden.

Oft betrachten Betroffene Krampfadern als kosmetisches Problem und gehen nicht zum Arzt oder erst spät, wenn Sie bereits (ernste) Beschwerden haben. Da diese die Lebensqualität stark beeinträchtigen können, sollten Sie vorsorglich gleich zum Arzt gehen, wenn Sie Krampfadern an sich entdecken.

Krampfadern: Wann zum Arzt?

Spätestens, wenn das Gewebe um die Krampfadern herum gerötet, warm und geschwollen ist, sollten Sie einen Termin in der Praxis ausmachen, um feststellen zu lassen, ob es sich um eine Venenentzündung handelt oder „nur“ um Krampfadern.

Krampfadern: Welcher Arzt ist der Richtige?

Ein erfahrener Hausarzt kann hier durchaus der erste Ansprechpartner sein, aber auch ein Internist, ein Gefäß-Spezialist (Angiologe) oder ein Venenarzt (Phlebologe).

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Krampfadern: Behandlungskosten

Für Verfahren wie das Stripping, also für eine Krampfader-OP, übernimmt die Kosten die (gesetzliche) Krankenkasse. Möchten Sie die Krampfadern lasern lassen, müssen Sie die Kosten für gewöhnlich selbst tragen. Die Preise dafür schwanken zwischen einigen hundert und mehreren tausend Euro, was unter anderem vom Schweregrad des Krampfaderleidens und dem damit verbundenen Behandlungsaufwand, der notwendigen Nachbehandlung abhängt. Manche Krankenkassen übernehmen aber fürs Krampfadern-Veröden die Kosten freiwillig.

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Was sind Krampfadern?

Krampfadern, medizinisch auch Varizen (lat. varis = Knoten) genannt, entstehen, wenn die Blutgefäße des oberflächlichen Venensystems dauerhaft erweitert sind. Dadurch verändern sich die Venen, sie werden knotig, bilden „Schlangen“ oder Knäuel und treten deutlich unter der Haut hervor. Mediziner nennen dieses Krankheitsbild Varikosis/Varikose.

Krampfadern: Wo sie vorkommen

Oft bilden sich Krampfadern am Bein, am häufigsten finden sich Krampfadern in der Wade, aber ebenfalls möglich sind Krampfadern am Oberschenkel oder Krampfadern in der Kniekehle. Prinzipiell können Venen überall im Körper erkranken. Krampfadern am Hoden (Varikozele) kommen ebenso vor wie Krampfadern am Arm oder sogar an der Speiseröhre (Ösophagusvarizen).

Wie entstehen Krampfadern?

Krampfadern bilden sich, wenn sich das Blut in den (Bein-)Venen staut. Diese schwellen dann an, treten hervor und sind bläulich-violett gefärbt – das typische Bild einer Krampfader. Vorstufe von Krampfadern sind oft Besenreiser. Das sind feinere, rötliche Verästelungen unter der Haut.

Auch sie bilden sich meist an den Beinen, manchmal auch im Gesicht. Sie kommen häufig vor, sind aber harmlos. Oft vorkommen auch Krampfadern: Geschätzte 20 bis 30 Prozent der Erwachsenen sind hierzulande betroffen. Je höher das Alter, desto größer die Wahrscheinlichkeit für Krampfadern. Frauen haben häufiger Krampfadern als Männer.

Krampfadern: Ursachen und Risikofaktoren

Durch die Beine ziehen sich tiefe und oberflächliche Beinvenen. Beide sind für den Bluttransport zuständig. Die tiefen Beinvenen sorgen dafür, dass sauerstoffarmes Blut zum Herz befördert wird. Dabei helfen ihnen die Beinmuskeln, die beim Gehen die tiefen Beinvenen zusammendrücken, was wie ein Pumpmechanismus wirkt. Die oberflächlichen Beinvenen befördern das Blut aus Muskulatur, Haut und Fettgewebe in die tieferen Beinvenen. Damit das Blut zum Herz fließt und nicht fälschlicherweise wieder zurück, haben  alle Venen Klappen, die wie Ventile funktionieren: Solange das Blut herzwärts fließt, sind sie offen, sobald der Venendruck steigt, zum Beispiel, wenn Sie aufstehen, schließen die Klappen.

Krampfadern entstehen, wenn die Venenwände und -klappen zu schwach sind. In diesem Fall weiten sich die Venenwände, die Venenklappen schließen nicht mehr richtig. Dadurch ist der Mechanismus gestört, der den Blutfluss kontrolliert. Das Blut staut sich dann in den oberflächlichen Venen zurück, wodurch die Gefäßwände überdehnen und sich Aussackungen bilden können: die Krampfadern. Auch, wenn nicht genug Druck auf die Venen wirkt, kann das Krampfadern begünstigen. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie lange stillstehen, denn dann sind die Beinmuskeln inaktiv, die beim Gehen Druck auf die Venen ausüben.

Primäre und Sekundäre Krampfadern

Während sogenannte sekundäre Krampfadern sich meist in Folge einer Thrombose in den tiefen Beinvenen bilden, lässt sich für die mit geschätzten 95 Prozent deutlich häufigeren primären Krampfadern in den oberflächlichen Venen bzw. für die verursachende „Wand- und Klappenschwäche“ bisher kein eindeutiger Auslöser feststellen.

Es erhöht sich aber die Wahrscheinlichkeit für Krampfadern, wenn folgende Risikofaktoren zusammentreffen:

  • höheres Lebensalter
  • zu wenig Bewegung
  • Übergewicht

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Krampfadern: Symptome

Neben der typischen, nicht sehr ansehnlichen Optik machen Krampfadern anfangs oft keine Probleme. Manche Menschen haben jahrelang Krampfadern ohne Beschwerden zu spüren.

Allerdings bilden sich Krampfadern von allein nicht zurück. Im Gegenteil: Mit der Zeit können sie sich unbehandelt verschlimmern. Mögliche Symptome bei Krampfadern sind:

  • Schmerzen
  • schwere Beine
  • Schwellungen, vor allem an den Knöcheln
  • Spannungsgefühl, das nachlässt, wenn Sie die Beine hochlegen
  • nächtliche Muskelkrämpfe

Außerdem kann die Haut bei Krampfadern jucken. Die Beschwerden nehmen oft im Tagesverlauf zu, verstärken sich durch langes Stehen oder Sitzen sowie bei warmem Wetter und Hitze (zum Beispeil in der Sauna).

Weil die „blauen Raupen“ nicht nur das körperliche Wohlbefinden beeinträchtigen können, sondern auch das psychische, sollten Sie einen Arzttermin vereinbaren, wenn Sie an sich Krampfadern erkennen. Er kann eine entsprechende (konservative oder invasive) Behandlung einleiten und damit auch verhindern, dass Folgeerkrankungen und Komplikationen auftreten.

Sind Krampfadern gefährlich?

Während leichte Krampfadern meist nur ein kosmetisches, kein gesundheitliches Problem darstellen, können stärkere Krampfadern Folgen haben, die durchaus gefährlich werden können. Unbehandelt können sich zum Beispiel Geschwüre bilden. Bei rund drei bis sechs Prozent der Menschen entwickelt sich eine offene Wundstelle als Folge der Krampfadern. Diese entsteht, weil das umliegende Gewebe aufgrund des anhaltenden Blutstaus nicht mehr genügend Sauerstoff bekommt. Venenentzündungen aufgrund des verlangsamten Blutabflusses sind eine weitere Komplikation von Krampfadern, Thrombosen ebenso. Denn diese Gerinnsel treten unter anderem wohl gehäuft dort auf, wo das Blut nicht gleichmäßig oder schnell genug fließt, und auch, wenn aufgrund von Schäden an der Gefäßwand die Blutgerinnung aktiviert wird und sich Blutplättchen an der Wand anlagern.

Wächst das Blutgerinnsel in die Tiefe, kann es zu einer lebensgefährlichen Lungenembolie kommen. Zudem kann das ohnehin schwache Bindegewebe der Vene dem Gefäßdruck manchmal nicht standhalten und reißt (Krampfaderruptur). Ist eine Krampfader geplatzt, tritt um sie herum unter der Haut Blut aus. Bei Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen) können ebenfalls lebensgefährliche Blutungen auftreten – typisches Symptom sind Blutspucken und ein heftiges Druckgefühl auf der Brust.

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Krampfadern vorbeugen

Gesunde (Bein-)Venen sind der beste Schutz vor Krampfadern. Und für die Venengesundheit lässt sich einiges tun.

  • Genügend bewegen: Krampfadern mögen keinen Sport. Körperliche Aktivität ist deshalb ein gutes Mittel, um ihnen vorzubeugen. Sanfte Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Wandern fördern den Rückfluss des venösen Blutes zum Herzen.
  • Druck aufbauen: Wenn Sie lange Sitzen müssen, zum Beispiel im Flugzeug, ziehen vorbeugend gegen Krampfadern Strümpfe mit Kompressionswirkung an. Das Material drückt die Venen zusammen und unterstützt sie beim Bluttransport.
  • Beine hochlegen: Die Füße höher zu lagern, auch nachts, macht den Bluttransport aus den Beinen leichter. Außerdem mindert es eventuelle Spannungsgefühle.
  • Wechselduschen: Durch das kalte Wasser ziehen sich die Venen zusammen, unter dem heißen Strahl weiten sie sich – und werden durch das Wechselspiel stärker.

Krampfadern in der Schwangerschaft

Frauen bekommen oft in der Schwangerschaft erstmals Krampfadern. Das liegt an den hormonellen Veränderungen, die auch das Körpergewebe beeinflussen, am zusätzlichen Gewicht, das das Blut schlechter aus den Beinen abfließen lässt, sowie an der größeren Blutmenge, die in der Schwangerschaft durch die Venen wandert.

Neben den Beinen können Krampfadern auch an der Scheide bzw. im Genitalbereich entstehen. Die Wahrscheinlichkeit, Krampfandern zu entwickeln steigt mit jeder Schwangerschaft. Meist bilden sie sich nach der Entbindung wieder zurück. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie die Krampfadern von einem (Fach)Arzt anschauen und ggf. behandeln lassen.

Quellen
  • S2k-Leitlinie: Diagnostik und Therapie der Varikose (Deutschen Gesellschaft für Phlebologie et al.); Stand: März 2019
  • Online-Informationen Berufsverband Deutscher Internisten e.V.: www.internisten-im-netz.de; Abruf: 02.12.2019
  • Online-Informationen Deutsche Gesellschaft für Phlebologie e.V.: www.phlebology.de; Abruf: 02.12.2019
  • Online-Informationen Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de; Abruf: 03.12.2019
  • Online-Informationen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.familienplanung.de; Abruf: 02.12.2019
  • Online-Informationen Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS): IGeL-Monitor: www.igel-monitor.de; Abruf: 02.12.2019
  • Online-Informationen Deutsche Gefäßliga e.V.: www.deutsche-gefaessliga.de; Abruf: 14.05.2020
  • Online-Informationen Pharmazeutische Zeitung: www.pharmazeutische-zeitung.de; Abruf: 14.05.2020
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