Werbung

Werbung

Lippenherpes

Lippenherpes: Welche Creme und andere Behandlungen, wie Hausmittel, helfen um den Ausschlag schnell loszuwerden? Wie lange ist er ansteckend?

Von

Geprüft von Werner Siefer, Biologe

Veröffentlicht:
Aktualisiert: 2022-02-04T00:00:00+01:00 2022-02-04T00:00:00+01:00

Werbung

Inhaltsverzeichnis
Herpesbläschen an der oberen Lippe

© Foto: Gura

Lippenherpes mit Cremes behandeln

Lippenherpes (Herpes labialis) ist eine ansteckende Infektion der Haut im Bereich der Lippen, des Mundes oder der Nase. Sie äußert sich meist durch die typischen unangenehmen und manchmal Narben hinterlassenden Herpesbläschen. Auslöser ist das Herpes-simplex-Virus.

Wer Lippenherpes hat, will es schnell loswerden. Den Erreger vollständig aus dem Körper zu beseitigen, ist nicht möglich. Die Symptome lassen sich jedoch mit Medikamenten gut behandeln. Um den Lippenherpes schnell wieder loszuwerden, empfiehlt es sich, sofort zu reagieren. Lippenherpes geht normalerweise von allein nach ein bis zwei Wochen wieder weg. Cremes, Pflaster, Salben oder ein Gel können die Dauer eines akuten Ausbruchs leicht verkürzen.

Werbung

Ärzte empfehlen zur Behandlung des Lippenherpes sogenannte Virostatika, also Medikamente, welche die Virenvermehrung hemmen. Dazu gehören zum Beispiel Aciclovir, Valaciclovir, Famciclovir, Foscarnet-Natrium. Diese sollten Betroffene bereits bei den ersten Anzeichen für einen Herpes-Ausbruch, dazu gehören etwa Druckgefühle unter der Haut, anwenden. Bei Lippenherpes ist meist eine lokale Anwendung als Creme sinnvoll; Tabletten kommen vor allem bei Genitalherpes und schweren Krankheitsverläufen zum Einsatz. Spezielle Bläschenpflaster beeinflussen die Virenausbreitung zwar nicht, erzeugen aber ein feuchtes Wundklima und unterstützen so die Heilung.

Auch mit Melissenextrakt und Zinksulfat können Sie Lippenherpes behandeln. Hausmittel wie Essig oder Zahnpasta trocknen die Haut dagegen aus und können die Heilung daher sogar behindern. Teebaum- oder Zimtöl eignen sich nicht, um Lippenherpes zu behandeln.

In der Homöopathie setzen Therapeuten bei Lippenherpes außerdem Globuli mit Rhus toxicodendron (Giftsumach) in der Potenz D12 ein. Die Wirksamkeit dieses Verfahrens ist wissenschaftlich nicht belegt.

Eine Impfung gegen Lippenherpes ist noch nicht möglich - Forscher arbeiten aber an Impfstoffen gegen Herpes-Viren.

Arztsuche
Finden Sie mit Hilfe der FOCUS-Gesundheit Arztsuche den passenden Mediziner.

Werbung

Ursachen von Lippenherpes

Auslöser der Infektion ist das Herpes-simplex-Virus. Dieses trägt nahezu jeder Mensch in sich, ohne dass es eine Krankheit verursacht. Ist das Immunsystem geschwächt (z.B. durch einen Infekt, Stress, die Monatsblutung oder auch äußere Einflüsse wie Ekel, Hitze, Kälte oder UV-Strahlung), wird das Virus aktiv. Die typischen Herpesbläschen entstehen.

Das Herpex-simplex-Virus gibt es in zwei Formen: Typ 1 löst 90 Prozent der Lippenherpes-Erkrankungen aus. Typ 2 kann ebenfalls Lippenherpes auslösen, ist aber meist die Ursache von Genitalherpes. Allerdings weisen neuere Untersuchungen darauf hin, dass auch Typ 1 im Genitalbereich auftreten kann.

Ansteckung und Verlauf von Lippenherpes

 

Die Erst-Infektion verläuft meist ohne Krankheitsanzeichen oder mit lediglich untypischen grippeähnlichen Symptomen. Das Virus verbleibt danach ein Leben lang im Körper, bei manchen Menschen verursacht es nie mehr Probleme.

Werden die Viren jedoch wieder aktiv, kommt es zu einem erneuten Herpesausbruch mit meist typischen Symptomen: Am Anfang, also im Frühstadium, von Lippenherpes juckt, spannt und/oder brennt die Haut, dann bilden sich flüssigkeitsgefüllte Bläschen. Diese Flüssigkeit enthält Viren, die andere anstecken können oder über Hautverletzungen an anderen Körperstellen eindringen und dort ebenfalls Symptome verursachen können.

Wie lange ein Betroffener selbst ansteckend ist, hängt davon ab, wie lange die Bläschen vorhanden sind: Um eine Ansteckung zu vermeiden, darf man nicht mit deren Inhalt in Kontakt kommen. Bis zur vollständigen Abheilung der Bläschen ist also eine Ansteckung möglich.

Normalerweise ist es nicht nötig, wegen Lippenherpes zum Arzt zu gehen. Sollte sich der Lippenherpes aber extrem entwickeln – etwa weil es durch eine zusätzliche bakterielle Infektion zu eitern beginnt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Lippenherpes bei Kindern

In der Mehrzahl der Fälle liegt der Zeitpunkt der Ansteckung vor dem fünften Lebensjahr: Die meisten Menschen infizieren sich als Baby, Kleinkind oder – bei Genital-Herpes der Mutter – bereits im Geburtskanal.

Vor allem bei Neugeborenen kann eine Ansteckung mit dem Herpes-Virus gefährlich werden. Das Immunsystem ist bei ihnen noch nicht voll ausgebildet, daher besteht die Gefahr, dass sich das Virus über den Blutkreislauf ausbreitet. Mögliche Folgen sind eine Blutvergiftung und Entzündungen des Gehirns oder anderer Organe wie Milz, Leber und Lunge. Auch Augenentzündungen, die in schweren Fällen zur Erblindung führen, sind manchmal die Folge.

Vermeiden Sie daher eine Ansteckung Ihres Kindes: Bei Lippenherpes ist Kuscheln und Küssen tabu. Eltern und Bezugspersonen von Neugeborenen sollten bei akutem Lippenherpes einen Mundschutz tragen. Zeigen sich Bläschen an den Brustwarzen sollten Mütter auch nicht stillen.

Bei akutem Herpes ist immer auf sorgfältige Hygiene zu achten: Vermeiden Sie Anfassen oder gar Aufstechen der Bläschen. Waschen Sie häufig gründlich die Hände mit Seife, teilen Sie Ihr Geschirr nicht mit Familienmitgliedern und waschen Sie dieses sofort nach Gebrauch gründlich. Decken Sie die Herpesbläschen zusätzlich immer gut mit einer Creme oder einem Pflaster ab.

Werbung

Lippenherpes in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft bricht Herpes aufgrund einer Immunsystem-Schwächung häufig aus. In der Frühschwangerschaft ist das der aktuellen medizinischen Forschungslage zufolge nicht gefährlich.

Bei einem Genital-Herpes steigt das Virus im weiteren Verlauf über die Scheide auf und es besteht die Gefahr, dass sich das Ungeborene infiziert. Das kann zu Komplikationen und Fehlbildungen führen; gesicherte Daten dazu gibt es allerdings nicht. Eine Ansteckung des ungeborenen Kindes ist äußerst selten.

Leidet die Mutter aber in der Spätschwangerschaft kurz vor der Entbindung an einem aktiven Genital-Herpes, besteht die Gefahr, dass sich dieser bei der Geburt auf das Kind überträgt. Trug die Mutter das Herpesvirus bereits vorher im Körper, hat das Kind in der Regel ebenfalls bereits Antikörper im Blut. Komplikationen (z.B. eine Gehirnhautentzündung) sind dann seltener.

Vor allem bei einer Erst-Infektion der Mutter ist möglicherweise ein Kaiserschnitt sinnvoll, der das Kind vor einer Ansteckung schützt.

Lippenherpes in der Schwangerschaft ist in der Regel ungefährlich, da er weder auf Embryo noch auf das Neugeborene übertragen wird.

Symptome von Lippenherpes

Im frühen Stadium der Erkrankung kann es sein, dass die Symptomatik von Lippenherpes noch ohne Bläschen verläuft. Typische Symptome sind im weiteren Verlauf schmerzende, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen. Diese können bei Lippenherpes nicht nur an den Lippen selbst, sondern auch im ganzen Gesicht auftreten, vor allem an der Haut um Augen und Nase. Seltener sind Herpes-Bläschen an Ohren, Fingern und Zehen. Auch im Genitalbereich können Bläschen auftreten, dann spricht man von Genital-Herpes.

Die Dauer der akuten Symptome variiert zwischen einigen Tagen und mehreren Wochen. Patienten spüren meist ein Spannen, Brennen oder Jucken noch bevor die ersten Bläschen zu sehen sind. Mit der Zeit trocknen die Bläschen aus und heilen ab. Es bildet sich eine Kruste, die später abfällt.

Vor allem bei einer Erst-Infektion können auch grippeähnliche Symptome auftreten wie Kopfschmerzen oder Fieber – deshalb spricht man auch oft von Fieberbläschen an der Lippe.

Ohne äußerlich sichtbare Symptome beziehungsweise Bläschen verläuft Herpes ebenfalls meist nur bei der Erst-Infektion. Ein symptomarmer Verlauf ist bei späterem Auftreten von Herpes selten.

Zusätzlich zu den Bläschen kann es bei Lippenherpes auch zu Entzündungen der umliegenden Hautbereiche kommen. Ursache sind Bakterien, die bei Lippenherpes durch offene Wunden beziehungsweise die verletzte Haut nach innen eindringen.

Tipps für eine gesunde Haut (Unser Podcast für ein gutes Körpergefühl – Folge #7)

Zu Gast im Podcast:

Dr. Yael Adler, Dermatologin im Privatärztlichen Zentrum für Haut, Venen & Lasermedizin in Berlin

Die Haut ist unsere größte Schnittstelle nach außen. Sie gibt Halt, schützt vor Krankheiten und reagiert empfindlich auf Reize, wie Hitze oder Kälte oder zu viel Sonneneinstrahlung.

Sie ist, ganz klar, der Spiegel der Seele, sagt Deutschlands wohl bekannteste Dermatologin Yael Adler aus Berlin.

In unserer heutigen Folge verrät die Expertin, wie wir unser größtes Organ pflegen sollten, welche Nahrungsmittel die Haut von innen heraus zum Strahlen bringen und welche ihr schaden. Die Medizinerin spricht über Reizungen und Pickel, warum sie entstehen und wie sie sich lindern lassen. Sie verrät außerdem, was die Haut auch im höheren Alter jung aussehen lässt.

Lippenherpes vorbeugen

Einer Ansteckung mit dem Virus komplett vorzubeugen, ist unmöglich, da es sehr weit verbreitet ist. Versuchen Sie trotzdem, gerade Kleinkinder so gut es geht zu schützen und durch die Beachtung von Hygiene-Regeln einer Ausbreitung des Virus auf andere Körperstellen vorzubeugen (siehe: Ansteckung und Verlauf).

Sie können außerdem dafür sorgen, dass das Virus nicht erneut aktiv wird oder ein Ausbruch der Symptome eingedämmt wird. Wichtige Maßnahmen hierfür sind:

  • Bekannte individuelle Auslöser (ekelerregende Situationen, Hitze, Kälte, Sonnenlicht) meiden
  • Auslöser verringern (z.B. durch gezielte Stressreduktion) oder abwehren (z.B. mit einer Lippenpflege mit UV-Schutz)
  • Bei Kontakt mit individuellen Auslösern oder spätestens beim ersten Brennen, Spannen oder Jucken ein virenhemmendes Mittel oder Melissenextrakt beziehungsweise Zinksalbe auftragen.
Quellen

Anzeige

Tipps für eine gesunde Haut von Dr. Monique Stengel

»

Warum sind Sie gerne Hautärztin?

Die Haut hat mich schon immer fasziniert. Sie offenbart uns eine Menge über unser Gegenüber, wenn wir genau hinsehen.

Welchen Schwerpunkt setzen Sie bei Ihrer Arbeit?

Mein Praxisschwerpunkt ist die dermatologische Lasermedizin. Wir verfügen über etliche Hochleistungslaser, mit denen wir ganz unterschiedliche Hautveränderungen unserer Patienten zielgenau behandeln können, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen.

Mit welchem Mythos über die Haut wollten Sie schon immer mal aufräumen?

Ich trage jeden Tag ein Antioxidans mit Vitamin C und E auf Gesicht, Hals, Dekolleté und Handrücken auf und darüber einen Sonnenschutz mit LSF 50. Darüber hinaus halte ich mich zwischen 11 und 15 Uhr möglichst im Schatten auf, trage zusätzlich einen Sonnenhut, um Kopfhaut und Nacken zu schützen und creme mit Sonnenschutzcreme nach dem Baden und Sport nach. Bei einem so konsequenten Sonnenschutz der Haut kann es zu einem Vitamin D Mangel kommen – daher gelegentlich Vitamin D bestimmen lassen und ggf. z.B. in Form von Tropfen einnehmen.

Das vollständige Interview mit Dr. Monique Stengel finden Sie hier.

Dr. Monique Stengel,

Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten mit Praxis in 82319 Starnberg

Fachgebiet:

  • Haut- und Geschlechtskrankheiten


Teilgebiet:

  • Allergologie
  • Naturheilverfahren


Therapieschwerpunkt:

  • Dermatologie: Kosmetisch-ästhetische Dermatologie
  • Falten: Hyaluronsäure
  • Hautkrebs: Vorsorgeuntersuchung
  • Laserbehandlung
  • Pigmentflecken: Lasertherapie


Abrechnung:

nur Privatpatienten / Selbstzahler

Anzeige

Tipps für eine gesunde Haut von Dr. Tanja Fischer

»

Welchen Schwerpunkt setzen Sie bei Ihrer Arbeit?

Ich habe einen sehr medizinischen Hintergrund durch meine Jahre an der Charité. Darum ist mein Fokus die Haut-Gesundheit. Ich habe gelernt, dass schöne Haut gesund – und gesunde Haut schön ist.

Was sollten alle Menschen über ihre Hautgesundheit wissen?

Bitte UV-Strahlen meiden, wo es geht! Im Sommer morgens zur Hautcreme gleich einen Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 30plus auftragen. 80 Prozent der Falten sind die Schuld der Sonne! Und Hautkrebs ist es meist auch.

Welche Fehler macht man häufig bei der Hautpflege? Welche sehen Sie häufig in Ihrer Praxis?

Zu viel des Guten! Immer wieder kommen Menschen mit übergepflegter Haut zu uns.  Zu viele Cremes, Seren, Peelings und Nahrungsergänzungsmitteln sorgen überhaupt nicht dafür, dass die Haut strahlt. Im Gegenteil ...

Das vollständige Interview mit Dr. Tanja Fischer finden Sie hier.

Dr. Tanja Fischer,

Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten mit Praxis in 14467 Potsdam und 14193 Berlin

Fachgebiet:

  • Haut- und Geschlechtskrankheiten


Teilgebiet:

  • Allergologie


Therapieschwerpunkt:

  • Besenreiser
  • Dermatologie: Kosmetisch-ästhetische Dermatologie
  • Falten
  • Laserbehandlung
  • Botox und Filler: Focus Top Mediziner
  • Dermatologische Lasertherapie: Focus Top Medizin
  • Lippenkorrektur: Focus Top Mediziner


Abrechnung:

nur Privatpatienten/Selbstzahler

FOCUS-Gesundheit 01/24 – Einfach besser leben 2024

© FOCUS-Gesundheit

FOCUS-Gesundheit 01/2024

Einfach besser leben 2024
Viele Alterungsprozesse lassen sich nachweislich bremsen. Was uns jung hält. Wie wir Lust an Bewegung (wieder) finden. Plus: Übungen fürs Home-Workout. U.v.m.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel enthält allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Den passenden Arzt finden Sie über unser Ärzteverzeichnis.

Höchster Qualitätsanspruch: So arbeiten wir.

Fragen? Schreiben Sie uns!

Dr. Andrea Bannert

Redaktionsleitung DIGITAL FOCUS-Gesundheit

Facebook Logo Instagram Logo Email Logo
Fragen Bild
Redaktor Bild

Hinweis der Redaktion

Im Sinne einer besseren Lesbarkeit unserer Artikel verwenden wir kontextbezogen jeweils die männliche oder die weibliche Form. Sprache ist nicht neutral, nicht universal und nicht objektiv. Das ist uns bewusst. Die verkürzte Sprachform hat also ausschließlich redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung. Jede Person – unabhängig vom Geschlecht – darf und soll sich gleichermaßen angesprochen fühlen.