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Alterswarze

Alterswarzen sind Hautknötchen, die meist nach dem 50. Lebensjahr auftreten. Wie der Arzt die Wucherungen entfernt und was Sie zuhause selbst tun können.

Geprüft von Bernhard Hobelsberger, Medizinredakteur

Veröffentlicht:
Aktualisiert: 2022-05-03T00:00:00+02:00 2022-05-03T00:00:00+02:00

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Inhaltsverzeichnis
Ältere Frau hat Alterwarzen auf der rechten Wange

© Shutterstock

Definition: Was ist eine Alterswarze?

Eine Alterswarze ist für manche störend, aber in der Regel harmlos. Sie entsteht, wenn sich überschüssige Hornhaut in der oberen Hautschicht ablagert. Es handelt sich also nicht um „richtige“, das heißt durch Viren verursachte Warzen. Die bräunliche oder schwarze Hautveränderung, medizinisch auch Verrucae seborrhoicae, Seborrhoische Keratose oder senile Warze genannt, ist der häufigste gutartige Hauttumor.

Für gewöhnlich entstehen Alterswarzen in der zweiten Lebenshälfte. In seltenen Fällen treten sie auch schon vor dem 50. Lebensjahr auf. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen.

Am liebsten mögen es Alterswarzen sonnig. Entsprechend sprießen sie oft an lichtexponierten Stellen wie Arm- oder Beinvorderseite, Handrücken oder Oberkörper. Als besonders störend werden Alterswarzen im Gesicht empfunden, auch an der Kopfhaut kommen Alterswarzen vor. Denn die kleinen Wucherungen sind nicht immer hell gefärbt, sondern gerne auch mal auffällig braun oder fast schwarz pigmentiert. Je dunkler die Alterswarze, desto mehr Melatonin hat sich darin abgelagert. So nennt sich das Pigment, das Haut und Haaren Farbe verleiht.

Senile Warzen können unterschiedliche Formen annehmen. Experten unterscheiden zum Beispiel:

  • das ebenfalls gutartige Melanokanthom, eine sehr dunkle Variante.
  • die nicht pigmentierte, plane Stukko-Keratose, die oft kleinfleckig an Unterschenkeln und Fußrücken „erblüht“.
  • die gerötete schmerzhafte Verruca seborrhoica irritata.
  • das Leser-Trélat-Syndrom. Hier treten unvermittelt viele Alterswarzen auf, die stark jucken, selbst nicht gefährlich sind, aber häufig bösartige Tumoren (z. B. Krebs) begleiten.

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Alterswarzen entfernen

Alterswarzen verursachen meist keine Beschwerden. Wenn das Hautknötchen nicht stört, muss es also nicht unbedingt entfernt werden. Befindet sich die Alterswarze jedoch an einer ungünstigen Körperstelle, an der sie leicht einreißt, bröckelt  und bluten kann (z. B. wenn ein Pulloverbündchen reibt oder wenn man mit dem Handtuch drüberrubbelt), sollten Sie sich von dem lästigen Knubbel trennen. Das gleiche gilt, wenn der Arzt nicht sicher ausschließen kann, dass es sich um eine bösartige Wucherung wie etwa schwarzen Hautkrebs (Melanom) handelt.

So entfernt der Arzt Alterswarzen

Der Arzt, in der Regel ein Hautarzt (Dermatologe), kennt verschiedene Möglichkeiten, um eine Alterswarze zu behandeln. Vereisen, Abschaben und Laserentfernung sind klassische Methoden.

Vereisen (Kryotherapie): Eine einfache und kostengünstige Variante, die keine Narben hinterlässt. Beim Vereisen behandelt der Arzt die Alterswarze mit flüssigem Stickstoff. Durch die Kälte bilden sich Eiskristalle in den Zellen, sie sterben ab. Die Kosten für eine Vereisung von Alterswarzen können von Arzt zu Arzt variieren.

Abschaben (Kürettage): Bei dieser Methode betäubt der Dermatologe das betroffene Hautareal. Dann kratzt er mit einem speziellen, scharfen Löffel die Alterswarze von der Haut. Die Heilung dauert bei dieser Methode recht lange, weshalb sie heutzutage als veraltet gilt.

Laserbehandlung: Die Alterswarze wird unter örtlicher Betäubung bestrahlt, dadurch verdampft das Hautgewebe. Die Wunde verheilt schnell, es kann jedoch eine kleine Narbe zurückbleiben. Die Kosten für diese TherapieOption von Alterswarzen liegen meist über denen der anderen Methoden.

Wie hoch die Kosten tatsächlich sind, hängt davon ab, wo der Arzt seine Praxis hat, wie genau er die Alterswarze behandelt und um wie viele Wucherungen es sich handelt. Die Kosten basieren auf der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten, um eine Alterswarze zu entfernen, übrigens nicht, wenn dies aus rein kosmetischen Gründen geschieht.

Alterswarzen selbst entfernen: geht das?

Etliche Betroffene setzen auf Hausmittel, um die senilen Warzen loszuwerden – wohl auch deshalb, weil die Kassen die Kosten für die Entfernung der Alterswarzen nicht bezahlen. Wer versuchen möchte, eine Alterswarze im Gesicht oder anderswo mithilfe von Hausmitteln zu entfernen, kann damit durchaus Erfolg haben.

Betupft man Alterswarzen über Tage oder Wochen hinweg mit Teebaumöl, können die Knötchen laut Erfahrungen von Betroffenen austrocknen und abfallen. Mediziner warnen allerdings, dass manche Menschen allergisch auf die Substanz reagieren, insbesondere, wenn Teebaumöl unverdünnt angewendet wird. Zudem kann Teebaumöl die Haut verfärben. Dass Schöllkraut, Schwedenkräuter und andere Hausmittel helfen, dafür gibt es bisher keine fundierten wissenschaftlichen Belege. Gleiches gilt für Homöopathie gegen Alterswarzen. Warzenmitteln aus der Apotheke erweisen sich bei seborrhoischen Warzen als wirkungslos, weil sie für „echte“ Warzen gedacht sind.

Entzündungen und Narbenbildung riskiert, wer eine Alterswarze eigenhändig vereisen oder herausschneiden möchte. Wichtig: Lassen Sie die Alterswarze immer von einem Arzt anschauen, bevor sie selbst aktiv werden, um auszuschließen, dass es sich nicht doch um eine bösartige Wucherung handelt.

Alterswarzen: So sehen sie aus

Am Anfang ist eine Alterswarze meist vergleichsweise flach und glatt. Später zeigt sich die matte Oberfläche oft gefeldert oder zerklüftet. Alterswarzen sind von der Haut herum klar abgetrennt, ihr Umriss ist nie zerklüftet oder ausgefranst. Die Alterswarze fühlt sich ölig, fettig oder talgig an. Die Hauterscheinung kann einzeln oder zu Dutzenden auftreten.

Im Laufe der Jahre kann die Alterswarze in Höhe und Durchmesser wachsen. Meist kommt sie über einen Zentimeter zwar nicht hinaus, es existieren aber auch Exemplare, die es auf Handtellergröße bringen. Es gibt verschiedene Erscheinungsformen von breit und gelblich-braun über hellgrau und kirschgroß bis flach und weißlich.

Bräunlich, schwarze Alterswarze auf der Haut

© Science Photo Library

Alterswarzen sind flache und glatte Flecken, die von der Haut klar abgetrennt sind. Farbe und Form von Alterswarzen können unterschiedlich sein - von hell bis dunkel, von rund über oval bis zu einer unregelmäßigen Form

Alterswarze: die Ursachen sind unklar

An sich ist der Begriff „Warze“ falsch. Zum einen wird eine Alterswarze nicht von Viren verursacht. Zum anderen sind Alterswarzen keine Pigmentmale, sondern Hornhautablagerungen. Sie entstehen also nicht, weil sich die Melanozyten, die Zellen, die für die Pigmentbildung der Haut zuständig sind, vermehren. Vielmehr lagert sich überschüssige Hornhaut oben auf der Haut ab.

Warum sich überschüssige Hornhaut an manchen Stellen auf der oberen Hautschicht konzentriert, ist noch unklar. Experten vermuten eine genetische Veranlagung. Die kleinen, gutartigen Hauttumoren werden zumindest nicht durch Viren verursacht wie die echten Warzen (Verrucae). Eine Alterswarze ist daher auch nicht ansteckend.

Tipps für eine gesunde Haut (Unser Podcast für ein gutes Körpergefühl – Folge #7)

Zu Gast im Podcast:

Dr. Yael Adler, Dermatologin im Privatärztlichen Zentrum für Haut, Venen & Lasermedizin in Berlin

Die Haut ist unsere größte Schnittstelle nach außen. Sie gibt Halt, schützt vor Krankheiten und reagiert empfindlich auf Reize, wie Hitze oder Kälte oder zu viel Sonneneinstrahlung.

Sie ist, ganz klar, der Spiegel der Seele, sagt Deutschlands wohl bekannteste Dermatologin Yael Adler aus Berlin.

In unserer heutigen Folge verrät die Expertin, wie wir unser größtes Organ pflegen sollten, welche Nahrungsmittel die Haut von innen heraus zum Strahlen bringen und welche ihr schaden. Die Medizinerin spricht über Reizungen und Pickel, warum sie entstehen und wie sie sich lindern lassen. Sie verrät außerdem, was die Haut auch im höheren Alter jung aussehen lässt.

Quellen
  • Farid-Marschhäuser V : Untersuchungen zur Epidemiologie und Klinik der seborrhoischen Keratose – eine statistische Analyse; Ludwig Maximilians Universität; 2005; DOI: 10.5282/edoc.4961
  • Goebeler M und Hamm H: Basiswissen Dermatologie; Springer-Verlag; 1. Auflage 2017
  • Online-Informationen Altmeyers Enzyklopädie: www.enzyklopaedie-dermatologie.de; Abruf: 30.12.2021

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Dieser Artikel enthält allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Den passenden Arzt finden Sie über unser Ärzteverzeichnis.

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