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Hausstauballergie

Hausstauballergie: Woran Sie eine Allergie auf Hausstaub erkennen und wie der Allergologe testet.

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Inhaltsverzeichnis
Junge Frau entsubt einen Bilderrahmen

© Mauritius

Häufigig Staub zu wischen und die Teppiche zu saugen, ist für Hausstauballergiker ratsam.

Sie schlafen schon länger schlecht, müssen häufig niesen, die Nase läuft oder Sie leiden häufig unter trockenen Schleimhäuten? Hinter diesen Symptomen kann vieles stecken. Quälen Sie die Beschwerden jedoch vor allem nachts und morgens nach dem Aufstehen, deutet das auf eine Hausstauballergie oder Hausstaubmilbenallergie hin, denn diese Spinnentierchen leben zuhauf in unseren Betten und machen so manchem das Leben schwer. Was genau ist eine Hausstauballergie? Wie wird sie getestet? Wie behandelt sie ein Allergologe – und was können Betroffene selbst tun, damit es ihnen wieder besser geht? Antworten auf diese Fragen finden Sie hier.

Was ist eine Hausstauballergie?

Allergien gegen Hausstaub sind streng genommen keine Stauballergie, sondern eine Hausstaubmilbenallergie. Denn die Ursache der Beschwerden sind bestimmte Eiweiße in der gerade einmal 0,1 bis 0,5 Millimeter großen Hausstaubmilbe und deren Kot. Trocknen tote Milben und ihre Hinterlassenschaften aus, zerfallen sie in Mini-Teilchen und verbinden sich mit Staub. Wird dieser aufgewirbelt, wenn wir uns im Bett hin und her bewegen, verteilt er sich überall – und mit ihm zahlreiche Allergene, auf die das Immunsystem überempfindlich reagieren kann. Zu den typischen Hausstauballergie-Symptomen zählen Kopfschmerzen, Husten- und Niesanfälle sowie trockene, juckende oder tränende Augen, ohne dass der oder die Betreffende erkältet ist. Oft entwickelt sich die Hausstauballergie im Kindesalter und begleitet Patienten lebenslang. Manchmal begünstigt eine Hausstauballergie auch ein allergisches Asthma. Wer Allergene vermeidet und sich behandeln lässt, kann die Symptome aber zumindest in Schach halten.

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Hausstauballergie: Symptome

Reagiert das Immunsystem überempfindlich auf Hausstaubmilben und deren Kot, setzt der Körper vermehrt Histamin frei. Dieser Botenstoff löst die typischen Hausstauballergie-Symptome wie den allergischen Schnupfen aus: Er befeuert Entzündungsreaktionen, lässt die Schleimhäute anschwellen und die Blutgefäße weiten sich.

Weitere typische Anzeichen für eine Hausstauballergie:

  • Gerötete, juckende und tränende Augen bis hin zur allergisch bedingten Bindehautentzündung sind charakteristisch für eine Hausstauballergie. Mitunter schwellen die Augenlider an und Betroffene erwachen mit „dicken Augen“.
  • Auch eine verstopfte Nase oder Fließschnupfen deuten auf eine Hausstauballergie hin. Häufig juckt Menschen mit Hausstauballergie die Nase, sie haben das Gefühl, niesen zu müssen – oder tun das auch.
  • Besteht die Allergie schon länger, trocknen die Nasenschleimhäute aus und das Nasensekret kann sich (mitunter schmerzhaft) verhärten. Mediziner nennen das Borkenbildung. Oft reagieren Betroffene auch überempfindlich auf Reize wie Zigarettenrauch oder trockene Heizungsluft.
  • Eine ausgeprägte Hausstauballergie kann eine Nasennebenhöhlenentzündung begünstigen, die von der Stirn ausgehend starke Kopfschmerzen verursacht.
  • Sind die Schleimhäute sehr trocken durch die Hausstauballergie, können Halsschmerzen auftreten. Betroffene müssen sich ständig räuspern.
  • Husten & Co: Eine Allergie gegen Hausstaub kann durch einen Etagenwechsel von den oberen zu den unteren Atemwegen zu nächtlichem Reizhusten, einer pfeifenden Atmung sowie Atemwegs-Infekten führen und sogar ein allergisches Asthma mit akuter Atemnot verursachen.
  • Vielfach leidet die Schlafqualität. Deshalb fühlen sich Betroffene tagsüber oft müde und ausgebremst.
  • Eine Hausstauballergie beeinflusst bei empfindlichen Menschen auch die Haut. Typisch sind Juckreiz und Ausschläge mit kleinen, rötlichen Schwellungen. Der Kontakt mit Milben kann einen Neurodermitis-Schub auslösen.
  • Mitunter kommt es zu einer Kreuzallergie auf Schalentiere und Muscheln.

Milben lieben Wärme, Feuchtigkeit und unsere Hautschüppchen als Nahrung. All das finden sie vor allem in unseren Betten. Nachts und direkt nach dem Aufstehen sind die Beschwerden deshalb am stärksten. Meist bessern sie sich im Laufe des Tages. Hausstaub-Allergiker leiden das ganze Jahr unter den Symptomen. Wobei sie sich im Winter aufgrund der trockenen Heizungsluft oft verschlechtern.

Hausstauballergie: Test

Welcher Arzt ist der Richtige, wenn der Verdacht auf eine Hausstauballergie besteht? Der Hausarzt oder ein Allergologe sind die passenden Ansprechpartner. Der Mediziner wird zuerst mit Ihnen über Ihre Symptome sprechen und Fragen stellen wie:

  • Worunter leiden Sie genau?
  • Wann treten die Symptome auf?
  • Gibt es saisonale Unterschiede?
  • Bemerken Sie die Symptome eher zuhause oder draußen im Freien?

Das gibt ihm Hinweise auf die Ursache der Krankheitszeichen und erleichtert die Unterscheidung zu anderen Allergien oder entzündlichen Erkrankungen der Atemwege, die sich mit ähnlichen Symptomen wie die Haustauballergie äußern.

Für einen Hausstaub-Allergietest veranlasst der Arzt einen Haut- bzw. Prick- und/oder Bluttest.

  • Beim Pricktest trägt er mit einer Pipette die vermuteten Allergene in Form einer Lösung mit Nahrungsmitteleiweiß auf die Haut des Unterarms auf. Im nächsten Schritt ritzt er die Stellen leicht an, damit sie in die Haut gelangt. Reagiert der Körper darauf, bilden sich rote, juckende Quaddeln.
  • Außerdem kann der Arzt Blut abnehmen, um es im Labor auf Antikörper untersuchen zu lassen.
  • Zusätzliche Sicherheit gibt ein Provokationstest. Hierfür bringt der Mediziner das unter Verdacht stehende Allergen auf die Nasenschleimhaut auf, um zu sehen, ob eine allergische Reaktion auftritt – also ob die Nase anfängt zu laufen oder der Betroffene niesen muss.
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Hausstauballergie: Behandlung

Diagnose Hausstauballergie – was hilft jetzt? Wie bei jeder Allergie ist es wichtig, das Allergen zu vermeiden. Betroffene sollten es den Milben so ungemütlich wie möglich machen. Zum Beispiel, indem sie ihre Bettwäsche regelmäßig gründlich reinigen. Für die Matratze gibt es Allergiker-Schutzumzüge (Encasing), für die die Krankenkassen auf Rezept (Teil-)Kosten übernehmen. Was Hausstaub-Allergiker noch tun können, um ihre Symptome geringzuhalten, lesen Sie unten unter dem Punkt Tipps weiter unten.

Medikamente und Hausmittel:

Um ihre akuten Symptome zu lindern, können Hausstaub-Allergiker Medikamente einnehmen:

  • Antihistaminika (als Nasenspray oder Tablette) unterdrücken die überschießende, allergische Reaktion des Körpers. Rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind Präparate mit den Wirkstoffen Cetirizin, Dimetinden oder Loratadin.
  • Kortikosteroide (im Nasenspray) verbessern die Nasenatmung, weil sie abschwellend und reizlindernd wirken – das jedoch erst nach einiger Zeit. Sie sollten nur kurzfristig und nach Absprache mit dem behandelnden Arzt zum Einsatz kommen, um starke Symptome zu lindern.
  • Als Hausmittel kommen bei einer Stauballergie beispielsweise Spülungen mit einer Nasendusche oder salzhaltige Nasensprays infrage, um die trockenen Schleimhäute zu befeuchten. Allerdings hilft das wie das Einnehmen der Medikamente nur akut. Setzen Betroffene sie ab, sind die Beschwerden wieder da.

Langfristige Hilfe: Hausstauballergie-Hyposensibilisierung (Spezifische Immuntherapie)

Ist die Diagnose Hausstauballergie gesichert und bessern sich die Symptome trotz Therapie und der empfohlenen Bemühungen im Alltag nicht, kann ein Allergologe eine spezifische Immuntherapie zur Desensibilisierung verordnen:

  1. Bei der sublingualen Immuntherapie (SLIT) nimmt der Patient das Allergen in Form von Tropfen oder Tabletten selbständig zuhause ein.
  2. Im Fall der subkutanen Immuntherapie (SCIT) spritzt ein Mediziner das Allergen in steigender Dosis in die Haut. Anfangs injiziert er es für ein bis drei Monate wöchentlich, später reicht es einmal im Monat.

Welche Form besser zum Patienten und seinem Alltag passt, entscheiden Arzt und Patient nach einem persönlichen Gespräch.

Hausstauballergie: Tipps

Allergiker können Symptomen der Hausstauballergie selbst vorbeugen, indem Sie ihren Kontakt zu Milben und deren Kot reduzieren. Hausstaubmilben ganz aus dem Haus zu verbannen, ist unmöglich. Aber schon die Vermeidungs-Taktik bringt vielen eine enorme Erleichterung.

Hausstauballergie: Was tun?

Am wichtigsten sind Anti-Milben-Maßnahmen im Schlafzimmer.

  • Im Bett(zeug) und in der Matratze tummeln sich die meisten Milben. Hier ist es warm, feucht und genug leckere Hautschüppchen für die Milben gibt es auch. Zuallererst sollten Hausstauballergiker darum ihre Matratze mit einem allergendichten Matratzenbezug umhüllen. Auch für die Bettwäsche gibt es solche sogenannten Encasings, um den Kontakt zum Milbenkot zu minimieren.
  • Benutzen Allergiker ihre normale Bettwäsche, sollten sie diese alle drei Monate bei 60 Grad waschen.
  • Bettwäsche und Bettbezüge gilt es einmal wöchentlich zu wechseln.
  • Hausstaubmilben gedeihen optimal bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 65 bis 80 Prozent und bei Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad Celsius. Darum sollten Allergiker mehrmals täglich durchlüften und die Zimmertemperatur kühl halten.
  • Generell ist es ratsam für Hausstauballergiker, häufig Staub zu wischen und die Teppiche zu saugen. Hier gibt es Geräte mit speziellen Feinstaubfiltern (HEPA- oder ULPA-Filter), die sie allerdings regelmäßig austauschen müssen. Beim Putzen kann ein Mundschutz sinnvoll sein, der davor schützt, aufgewirbelte Allergene einzuatmen.
  • Ein leicht zu pflegender Boden wie etwa Laminat ist Allergiker-freundlicher, weil Betroffene ihn gut – und gern täglich – feucht wischen können.
  • Bei Kindern sind Kuscheltiere ein sensibles Thema. Sie gehören alle paar Wochen für 48 Stunden in die Tiefkühltruhe, um durch die Kälte möglichst viele Milben abzutöten. Anschließend kommen sie in die Waschmaschine, um die Allergene raus zu waschen.
  • Auf Staubfänger wie schwere Vorhänge, viele Kissen und Decken, Polstermöbel oder Trockenblumen sollten Allergiker im Schlafzimmer lieber verzichten.
  • Keine gute Idee in Allergiker-Schlafzimmern sind Zimmerpflanzen und Luftbefeuchter, weil sie die Luftfeuchtigkeit erhöhen und so das Milbenwachstum fördern.
  • Rauchen kann die Beschwerden verschlimmern.
Quellen
  • S3-Leitlinie: Allergieprävention (Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e.V. (DGAKI) und Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)); Stand: 10.11.2020
  • S2k-Leitlinie: (Allergen-) spezifische Immuntherapie bei IgE vermittelten allergischen Erkrankungen (Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e.V. (DGAKI)); Stand: 10.11.2020
  • Online-Informationen Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB): www.daab.de; Abruf: 10.11.2020
  • Online-Informationen Allergieinformationsdienst des HelmholtzZentrum München: www.allergieinformationsdienst.de; Abruf 10.11.2020
  • Online-Informationen Verbraucherzentrale: www.verbraucherzentrale.de; Abruf 10.11.2020
FOCUS-Gesundheit 01/24 – Einfach besser leben 2024

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FOCUS-Gesundheit 01/2024

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Dieser Artikel enthält allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Den passenden Arzt finden Sie über unser Ärzteverzeichnis.

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