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Nasenpolypen

Nasenpolypen sind gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut. Werden sie größer, können sie viele Symptome auslösen. Daher ist frühzeitiges Handeln wichtig.

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Inhaltsverzeichnis
Patienten bei der HNO-Untersuchung

© Chalabala / iStock

Zusammenfassung

  • Typische Symptome: Erschwerte Nasenatmung, Entzündung der Nasennebenhöhlen, schnarchen, Kopfschmerzen, Riechstörungen, häufige Infektionen des Nasen- Rachenbereichs
  • Behandlung: Kortisonhaltige Nasensprays oder Tabletten, ggf. Antibiotika, gezielte Therapie gegen Allergien, Antikörpertherapie, operative Entfernung mit Endoskop, Laser oder Polypenschlinge, Hausmittel wie Inhalation, Nasenspülung, zwei Liter Flüssigkeitszufuhr und entzündungshemmende Ernährung
  • Ursachen: Genaue Ursache unklar; Allergien, Asthma, Unverträglichkeit bestimmter Schmerzmittel, Nasenschleimhautentzündungen, anatomische Besonderheiten und Mukoviszidose begünstigen Nasenpolypen
  • Diagnose: Untersuchung beim HNO-Arzt, Nasenspiegelung, ggf. bildgebende Verfahren

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Was sind Nasenpolypen?

Die Nase und ihre Nasennebenhöhlen sind von innen mit einer glatten, feuchten Haut, der Schleimhaut, ausgekleidet. Sind diese durch häufige Infektionen und Allergien gereizt und chronisch entzündet, können sich die Zellen der Nasenschleimhaut vermehren. Die Folge: Das Gewebe wuchert und es bilden sich gutartige Wucherungen – sogenannte Nasenpolypen (Fachbegriff: Polyposis nasi). Sie entstehen in den Nasennebenhöhlen, vor allem in den Siebbeinzellen zwischen den Augen und in der Keilbeinhöhle. Manchmal können sie so groß werden, dass sie die gesamte Nasenhöhle verstopfen. Dadurch wird die Nasenatmung erheblich erschwert und der Geruchssinn beeinträchtigt. In den meisten Fällen wachsen Polypen in der Nase beidseitig, seltener einzeln. Insgesamt sind Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Häufig treten die Schleimhaut-Vorwölbungen erst nach dem 30. Lebensjahr auf.

Gut zu wissen:

Nasenpolypen sind bei Kindern sehr selten und kommen in der Regel nur vor, wenn sie an der Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose leiden. Bei vielen Kindern werden jedoch vergrößerte Rachenmandeln festgestellt. Umgangssprachlich bezeichnet man diese auch als „Polypen“. Mit den Polypen der Nase haben sie aber nichts zu tun.

So sehen sie aus

Nasenpolypen bestehen aus weichem Bindegewebe, das mit Flüssigkeit gefüllt ist. Sie wachsen tropfenförmig an einem Stiel aus der Schleimhaut. Sie ähneln oft einer geschälten Weintraube, sind glasig-gelb oder grau-rosa gefärbt. Sie können sehr unterschiedlich groß werden: von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern. Sind die Polypen in der Nase nur ein paar Millimeter groß, verursachen sie keine Probleme. Werden sie jedoch größer, können sie die Ausgänge der Nasennebenhöhlen verstopfen oder sogar von den Nasennebenhöhlen in die Nasenhöhle hineinwachsen. Dies führt zu verschiedenen Beschwerden.

Symptome

Nasenpolypen sind fast ausschließlich gutartig und stellen kein erhöhtes Krebsrisiko dar. Anfangs werden sie von den Patienten kaum bemerkt, da sie weder Schmerzen noch andere Beschwerden verursachen. Mit zunehmender Ausdehnung können die Schleimhautwucherungen jedoch folgende Symptome auslösen:

  • Eingeschränkte Atmung durch die Nase
  • vermindertes Riechvermögen oder Verlust des Geruchssinns
  • vermehrte Mundatmung
  • schnarchen
  • Mundgeruch
  • nasale Stimme
  • exzessiver Nasenausfluss
  • häufige Erkältungskrankheiten
  • häufige Nasennebenhöhleninfekte (Kopf- und Gesichtsschmerzen, Druckempfinden über den Nasennebenhöhlen, Schleimfluss in den Rachen)
  • chronische Nasennebenhöhlen-Entzündung
  • Nasenbluten (nur bei einseitigen Nasenpolypen)

Viele dieser Symptome für Nasenpolypen treten zusammen auf, weil das eine Krankheitszeichen das andere bedingt. Die wichtigsten Zusammenhänge hier im Überblick:

Schlechte Atmung/Mundatmung

Sind die Nasenpolypen größer geworden, bekommen Betroffenen oft nur noch schlecht Luft durch die Nase, sodass sie durch den Mund atmen müssen. Gerade beim Sport oder körperlicher Belastung kann das zu Leistungsabfall führen.

Einseitige Atemblockade

Kann der Patient auf einer Seite gar nicht mehr atmen, besteht der Verdacht auf einen Antrochoanalpolyp – ein seltener einseitiger Nasenpolyp, der meistens nur in einer Kiefernhöhle wächst. Weil er über einen langen Stiel, der in der Kiefernhöhle seinen Ursprung hat, bis hinunter in den Nasenrachen hineinragen kann, muss er durch einen Facharzt operativ entfernt werden.

Schnarchen

Häufig sind Nasenpolypen auch am Schnarchen schuld, weil Patienten durch den Mund atmen müssen. Schnarchen mindert die Schlafqualität, wodurch Menschen tagsüber weniger leistungsfähig sind.

Vermindertes Riechvermögen

Polypen in der Nase können die Riechbahnen blockieren: „Verstopfen“ Nasenpolypen die Ausgänge der Nasennebenhöhlen, kann die eingeatmete Luft nicht mehr zu den Riechzellen im oberen Nasenbereich gelangen. Betroffene riechen immer schlechter und können sogar ihren Geruchsinn völlig verlieren.

Wichtig:

Bemerken Sie eine Verschlechterung Ihres Geruchssinns, sollten Sie immer ein HNO-Facharzt aufsuchen, um die Ursachen abklären zu lassen.

Vermehrte Infekte

Die Nase reinigt und befeuchtet die Atemluft. Flimmerhärchen transportieren Krankheitserreger und Schmutzpartikel mit einem Sekret in den Rachen. Atmen Menschen mit Nasenpolypen aber vermehrt durch den Mund, ist dieser Mechanismus unterbrochen. Viren und Bakterien können dann ungebremst in die oberen Atemwege eindringen und dort Infekte wie Nebenhöhlenentzündungen auslösen.

Chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen

Nasenpolypen und chronische Nasennebenhöhlenentzündung können zusammenhängen. Warum ist das so? Wenn Polypen die Öffnungen der Nebenhöhlen verschließen, kann die Flüssigkeit in der Nase nicht richtig abfließen. Durch das angestaute Sekret kann sich die Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen immer wieder entzünden, bis der Verlauf chronisch wird. Das ist ein echter Teufelskreis, denn entzündeten Nebenhöhlen wiederum begünstigen die Entstehung von Polypen.

Kopfschmerzen

Nasenpolypen können Kopfschmerzen auslösen, wenn sich die Hohlräume im Kopf – die Stirn- und Nebenhöhlen – entzündet haben. Meistens kommen noch Gesichtsschmerzen hinzu, die sich beim Runterbeugen noch verstärken.

Nasenbluten

Selten stecken hinter Schleimhautvorwölbungen einseitige bösartige Nasenpolypen bzw. Wucherungen. Bestehen Beschwerden nur auf einer Seite der Nase, sollte ein HNO-Arzt aufgesucht werden. Denn: Nasenpolypen treten in der Regel beidseitig auf. Eine bösartige Geschwulst hat eine knallrote Farbe, löst häufig Nasenbluten aus und sondert eine übelriechende Flüssigkeit ab. Zur Diagnose eines möglichen Tumors entnimmt der HNO-Arzt Gewebe und ordnet eine histologische Untersuchung an.

Nasenpolypen zu erkennen ist etwas tückisch, denn im Anfangsstadium bemerken Patienten sie kaum. Sie rufen keinerlei Symptome hervor, bis sie eine gewisse Größe erreicht haben. Die Gefahr besteht, dass eine Nasennebenhöhlen-Entzündung, bedingt durch Nasenpolypen, bereits chronisch verläuft oder sich weitere Komplikationen ergeben wie Riechstörungen etc. Daher ist es immer ratsam, bei typischen Anzeichen einen Facharzt aufzusuchen.

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Nasenpolypen entfernen

Sobald Nasenpolypen den Patienten Probleme bereiten und die Behandlung nicht anschlägt, sollten sie entfernt werden – vorher ist das in der Regel nicht nötig.

Probleme können sein, dass die Nasenatmung dauerhaft eingeschränkt ist, das Riechen schwerfällt und häufig Nasennebenhöhlenentzündungen auftreten oder sogar chronisch werden. Dann wird der Facharzt wahrscheinlich zu einer operativen Entfernung der Schleimhautwucherungen raten. Ebenso im Falle von einseitigen Nasenpolypen, wohinter – wenn auch selten – eine Tumorerkrankung stecken kann.

Nasenpolypen-OP

Wie werden Nasenpolypen entfernt?

Es gibt drei gängige Methoden, um Schleimhautvorwölbungen zu operieren:Verfahren mit der „Polypenschlinge“: Der HNO-Arzt kann den Nasenpolypen ambulant entfernen in seiner Praxis oder in einer Fachklinik. Patienten erhalten eine lokale Betäubung. Dann umfasst der Mediziner mit einer Schlinge den Polypen und zieht ihn heraus. Diese OP ist geeignet bei kleineren, gut zugänglichen Auswölbungen.

  • Nasenpolypen lasern: Auch diese Behandlung ist ambulant. Sie kommt zum Einsatz, wenn nur einzelne Nasenpolypen vorliegen oder erneut welche nachgewachsen sind.
  • Stationärer Eingriff mit dem Endoskop, auch „funktionelle endoskopische Nasennebenhöhlenoperation“ (FESS) genannt: Diese Methode wird bei größeren Polypen und Schleimhautwucherungen in den Nasennebenhöhlen angewendet. Dabei führt der Chirurg einen dünnen Schlauch mit Kamera und Lampe durch die Nasenlöcher ein und entfernt mit kleinen Instrumenten Polypen, entzündete Stellen der Schleimhaut etc. Gegebenenfalls werden auch die Ausgänge der Nasennebenhöhlen erweitert. Ziel ist es, das Riechvermögen zu verbessern, die Nasenbelüftung und den Sekretabfluss wiederherzustellen. Die FESS soll auch dazu dienen, dass Medikamente oder Salzlösungen in den Nasennebenhöhlen besser wirken können, um zukünftigen Entzündungen vorzubeugen.

Die Dauer der Nasenpolypen-OP hängt davon ab, welche Therapie zum Einsatz kommt und ob weitere Maßnahmen nötig sind, zum Beispiel, entzündete Schleimhaut zu entnehmen (Nasennebenhöhlensanierung). Das entscheidet der HNO-Arzt anhand des Befundes. Geht es darum, lediglich Nasenpolypen zu entfernen, dauert die ambulante Operation nur wenige Minuten. Auch die alternative Methode mit Laser unter Lokalanästhesie dauert etwa 15 bis 20 Minuten.

Ein stationärer Eingriff mit einem Endoskop kann rund ein bis zwei Stunden dauern. Die Patienten verbringen dann einige Tage im Krankenhaus.

Wann müssen Nasenpolypen entfernt werden?

Solange sie keinerlei Symptome auslösen, müssen Nasenpolypen nicht operativ entfernt werden.

In diesen Fällen ist es empfehlenswert, sich einer Operation zu unterziehen:

  • Es treten Symptome auf, aber die Medikamente zur Behandlung der Nasenpolypen bringen keine Linderung
  • Die Polypen in der Nase sind schon so groß, dass sie die Atmung erschweren
  • Häufige Nasennebenhöhlen-Entzündungen treten auf
  • Die Nasennebenhöhlen-Entzündungen breiten sich aus

Nasenpolypen mit Laser entfernen

Geeignet ist dieser Therapie für einzelne kleine, für den Arzt gut zugängliche Nasenpolypen, oder nachgewachsenen Schleimhautwucherungen.  Den Eingriff kann der Arzt ambulant in einer HNO-Praxis durchführen oder in einer Fachklinik. Meistens ist die Behandlung nach einer Viertelstunde vorbei. Unter lokaler Betäubung entfernt der Mediziner den Polypen mithilfe eines Lasers. Nach der Operation legt der Arzt eine Tamponade, die nach zwei Tagen wieder entnommen werden kann. Dieser Eingriff wird seltener durchgeführt, weil er teilweise starke Schwellungen verursacht und einen längeren Heilungsprozess mit sich bringt.

Nasenpolypen-OP: Nachbehandlung

Nach einer operativen Entfernung der Nasenpolypen ist eine sorgfältige Nachbehandlung und eine regelmäßige Nasenpflege sehr wichtig. Damit senkt man das Risiko, dass die Polypen in der Nase nachwachsen.

Betroffene sollten kortisonhaltige Nasensprays noch über einen längeren Zeitraum nach der Operation verwenden. Zusätzlich ist Inhalieren wichtig und/oder Nasenduschen, um die Schleimhäute feucht zu halten.

Aufs Schnäuzen sollten Patienten für mehrere Tage verzichten und Nasensekret nur abtupfen. Beim Niesen wird geraten, den Mund weit zu öffnen, um den Druck auf die Nase zu verringern. Auch starke körperliche Belastung, Wannenbäder oder den Kopf nach vorne beugen erhöhen den Nasendruck.

Selbst wenn die Operation erfolgreich verlaufen ist, können Nasenpolypen nachwachsen, zum Beispiel wenn Allergien die Ursache sind. In der Folge kann ein erneuter Eingriff oder eine weitere medikamentöse Behandlung nötig sein. Für Betroffene ist es empfehlenswert, sich in regelmäßigen Abständen die Nase mit einem Endoskop untersuchen zu lassen. Auf diese Weise können anhaltende oder wiederkehrende Beschwerden rechtzeitig bemerkt und therapiert werden.

Welcher Arzt hilft bei Nasenpolypen?

Deuten die Anzeichen auf Nasenpolypen hin, ist der Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen der geeignete Ansprechpartner. Er kann Schleimhautvorwölbungen sicher diagnostizieren oder andere Ursachen für schlechte Nasenatmung, Riechstörungen etc. feststellen.

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Behandlung: Was hilft gegen Nasenpolypen?

Wie Fachärzte Nasenpolypen behandeln, hängt davon ab, wie stark die Symptome sind, wie sehr sich die Wucherungen schon ausgedehnt haben und was dahintersteckt: eine Infektion oder Allergie.

Medikamente gegen Nasenpolypen

Sind die Nasenpolypen erst wenige Millimeter groß, kommen Kortison-Präparate zum Einsatz – entweder als Spray oder in Tablettenform. Das hemmt das Wachstum der Schleimhautwucherungen, teilweise bilden sich die Polypen auch vollständig zurück. Außerdem wirkt Kortison entzündungshemmend, sodass entzündete Schleimhäute abheilen können. Der Nachteil an einer Kortisonbehandlung ist, dass Betroffene das Medikament über einen Zeitraum von etwa sechs bis zwölf Monaten regelmäßig einnehmen müssen.

Bevor Nasenpolypen mit Nasenspray oder Tabletten behandelt werden, muss ausgeschlossen werden, dass eine bakterielle Infektion der Nebenhöhlen oder der Nasenschleimhaut vorliegt. Andernfalls muss der Arzt ein Antibiotikum verschreiben. Sonst kann sich die Entzündung ungehemmt weiterverbreiten.

Sollte die medikamentöse Therapie nicht anschlagen, verursachen die Nasenpolypen häufige Infektionen der Nebenhöhlen oder sind die Wucherungen bereits zu groß, ist eine Operation ratsam.

Antikörpertherapien bei Nasenpolypen sind ebenfalls eine Option, auch in Kombination mit kortisonhaltigen Nasensprays. Die Therapieform mit dem Wirkstoff Dupilumab kann dann helfen, wenn die Wucherungen wiederholt Nasennebenhöhlen-Entzündungen hervorrufen. Dupilumab hemmt einen entzündungsfördernden Botenstoff, was zu einer Abmilderung der Symptome führen kann.

Vermutet der Arzt eine Allergie hinter den Nasenpolypen, führt er einen Haut- oder Bluttest durch und kann dann entsprechend behandeln. Dazu gehört, dass Patienten den Allergieauslöser so gut es geht meiden, eventuell eine Desensibilisierung durchführen und Medikamente einnehmen, zum Beispiel ein Antihistaminikum.

Hausmittel gegen Nasenpolypen

Um die Beschwerden bei Nasenpolypen zu lindern, wie eine verstopfte Nase wieder freizumachen oder Entzündungen der Schleimhäute zu mildern, können Hausmittel helfen. Dazu zählen:

  • Inhalationen mit entzündungshemmendem Salbei- oder Kamillentee, Salzlösungen sowie ätherischen Ölen: Das befeuchtet die Schleimhäute und löst den Schleim in den Nebenhöhlen.
  • Nasenspülungen mit Salzwasser: Dadurch wird die Nase frei, die Nasenschleimhäute sind wieder befeuchtet, Schleim kann abfließen und Krankheitserreger werden ausgespült.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Mindestens zwei Liter pro Tag trinken, am besten Kräutertees (Brennnessel, Schachtelhalm, Fenchel) und bis zu drei Tassen frisch gemahlenen Kaffee. So bleiben die Schleimhäute feucht.
  • Entzündungshemmende Nahrungsmittel: Viel Gemüse essen sowie Obst, fetten Seefisch, Gewürze wie Kreuzkümmel, Koriander und Muskat. Sie kurbeln das Immunsystem an. Besser verzichten auf Schweinefleisch, histaminhaltige Lebensmittel, Fertigprodukte und Fruchtjoghurts. Diese Lebensmittel können Entzündungen im Körper fördern.

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Ursachen: Wie entstehen Nasenpolypen?

Wodurch Nasenpolypen genau entstehen, ist noch unklar. Allerdings lassen sich ein paar Faktoren ausmachen, die häufig bei Betroffenen mit Schleimhautwucherungen auftreten – teilweise auch in Kombination.

Allergien und Asthma begünstigen Nasenpolypen: Menschen mit Bronchialasthma sind überdurchschnittlich anfällig für Nasenpolypen. Allergien wie Heuschnupfen, Hausstauballergie oder Tierhaarallergien können Entzündungen der Nasenschleimhäute auslösen. Die Schleimhäute sind durch die Allergene ständig gereizt und entzünden sich leichter. Sie schwellen an und beginnen zu wuchern – Polypen entstehen. Aber nicht nur Allergien können für wiederkehrende Schleimhautentzündungen in Nase oder Nasennebenhöhlen sorgen, auch bakterielle Infekte sind Verursacher. Eine krumme Nasenscheidewand oder genetisch bedingte enge Gänge zwischen Nebenhöhlen und Nasenhöhle vermindern die Belüftung der Nase. Die Folge: eine Schleimhautentzündung, die das Wachstum von Polypen fördern kann.

Ein weiterer Risikofaktor ist eine Überempfindlichkeit von Schmerzmitteln mit Acetylsalicylsäure (ASS) und anderen nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR).

Betroffene mit einer Allergie gegen Schmerzmittel und Antirheumatika leiden oft auch unter Asthma und Polypen. Hier scheint es einen Zusammenhang zu geben.

Ein weiterer Auslöser für Nasenpolypen ist die Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose. Dabei bildet sich übermäßig viel zäher Schleim in der Nase, der schlecht abfließen kann. Ein Sekretstau entsteht, der Schleim entzündet sich und bildet den Nährboden für Polypen. Leiden Kinder unter dieser Erkrankung, können auch sie Polypen in der Nase bekommen – sonst treten sie bei ihnen so gut wie nie auf.

Nasenpolypen: Diagnose

Um Nasenpolypen sicher zu diagnostizieren, fragt der HNO-Arzt erst einmal in einem Anamnese-Gespräch die vorliegenden Symptome des Patienten ab. Mittels folgender Untersuchungen kann er dann Nasenpolypen und deren Ursachen ausmachen:

Zunächst müssen Anzahl, Ausdehnung und Lage der Nasenpolypen festgestellt werden. Dazu schaut der HNO-Arzt in die Nase hinein. Entweder spreizt er die Nasenlöcher mit einer Zange etwas auf und leuchtet mit seiner Stirnlampe hinein, oder er benutzt ein Nasenendoskop. Sind die Polypen schon größer, kann er sie in der Nasenhaupthöhle mit bloßem Auge erkennen. Sind die Wucherungen noch nicht so groß, kommt das Endoskop zum Einsatz. Mit diesem schlauchförmigen Gerät, an dessen Kopf sich eine Kamera befindet, kann der Arzt die Öffnungen der Nasennebenhöhlen untersuchen. Selbst kleine Polypen werden sichtbar.

Um die genaue Lage der Polypen zu bestimmen, den Entzündungsgrad der Nasenschleimhaut festzustellen und sehr kleine Wucherungen darzustellen, macht der Arzt ein CT der Nasenpolypen oder Röntgenaufnahmen. Anhand der Bilder der Nasenpolypen erstellt er einen genauen Plan für die Entfernung der Schleimhautwucherungen.

Quellen

© FOCUS-Gesundheit

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Dieser Artikel enthält allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Den passenden Arzt finden Sie über unser Ärzteverzeichnis.

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