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Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist sehr aggressiv und wird meist erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Bei diesen Anzeichen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

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Inhaltsverzeichnis
Spezielle Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung eines Pankreaskarzinoms stehen bislang nicht zur Verfügung.

© Mauritius

Was ist Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Als Bauchspeicheldrüsenkrebs bezeichnen Mediziner bösartiger Tumoren, die sich in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) bilden. Das Pankreaskarzinom ist zunächst auf die Bauchspeicheldrüse begrenzt, wächst jedoch meist schnell und bildet früh Metastasen (Tochtergeschwüre), die sich in anderen Organen ansiedeln.

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist besonders aggressiv und wird meist erst im fortgeschrittenem Stadium entdeckt: Nur zehn Prozent der erkrankten Frauen und neun Prozent der männlichen Patienten überleben die ersten fünf Jahre nach der Diagnose, berichtet das Krebsregister des Robert Koch-Instituts.

Bauchspeicheldrüsenkrebs kommt relativ selten vor: Nur drei Prozent aller bösartigen Tumore im Erwachsenenalter sind Pankreaskarzinome. Etwa 17.000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich daran, vermeldet die Robert-Koch-Stiftung.

Meist tritt Bauchspeicheldrüsenkrebs erst in höherem Alter auf, etwa ab dem 60. Lebensjahr. Im Durchschnitt erkranken Männer mit 70 Jahren daran, Frauen mit 75 Jahren. In Einzelfällen können aber auch deutlich jüngere Menschen davon betroffen sein.

Anatomie und Aufgaben der Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse liegt quer im Oberbauch, zwischen Magen, Leber und Milz und vor der Wirbelsäule. Sie ist nur etwa 15 Zentimeter groß, wiegt um die 100 Gramm und besteht aus drei Abschnitten: einem dicken Teil, den Mediziner als Kopf bezeichnen, einem Mittelteil und einem dünnen Schwanz.

Das kleine Organ hat zwei wichtige Aufgaben: Es produziert die Hormone Insulin und Glukagon, die den Blutzuckerspiegel regulieren, und es stellt mehr als 20 verschiedene Verdauungsenzyme her, welche die Nahrung im Darm in kleinste Bestandteile aufspalten. Nur dadurch kann der Körper energieliefernde Substanzen und Nährstoffe in die Blutbahn aufnehmen.

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Exokrine Tumoren

Für beide Aufgaben hat die Bauchspeicheldrüse jeweils ein spezielles Drüsengewebe: das exokrine Gewebe (es bildet den Hauptteil des Organs), das die Verdauungssäfte produziert, und das endokrine Gewebe, das die Hormone bildet. In beiden Gewebearten kann sich Krebs entwickeln, Ärzte sprechen daher von einem exokrinen Pankreaskarzinom bzw. einem endokrinen Pankreaskarzinom.

95 Prozent der bösartigen Tumoren bilden sich im exokrinen Teil der Bauchspeicheldrüse. Meist entsteht der Krebs im exokrinen Gewebe des Pankreaskopfs.

Endokrine Tumoren: Insulinom, Gastrinom und Glukagonom

Selten entstehen bösartige Tumoren im endokrinen Bereich der Bauchspeicheldrüse – sie machen nur fünf Prozent aller Pankreaskarzinome aus und werden je nach Zellart als Insulinom, Gastrinom oder Glukagonom bezeichnet.

Das Insulinom: Ist der häufigste endokrine Pankreastumor, der allerdings in 90 Prozent aller Fälle gutartig ausfällt. Dieser Tumor führt dazu, dass das Hormon Insulin unkontrolliert produziert wird. Dadurch fällt der Blutzuckerspiegel ab und der Betroffene erleidet eine Unterzuckerung (Hypoglykämie).

Das Gastrinom: Dieser Tumor produziert große Mengen des Hormons Gastrin. Der Botenstoff bewirkt, dass der Magen vermehrt Magensäure und Verdauungsenzyme absondert. Mehr als die Hälfte aller Gastrinome sind bösartig.

Das Glukagonom: Die Geschwulst löst eine vermehrte Produktion des Hormons Glukagon aus, wodurch der Blutzuckerspiegel ansteigt. Der größte Teil der Glukagonome ist bösartig. Sie wachsen aber nur langsam und sind sehr selten: Insgesamt machen Glukagonome nur etwa ein Prozent aller Pankreastumoren aus.

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Bauchspeicheldrüsenkrebs: Symptome

Ein Pankreaskarzinom verursacht lange Zeit keine oder kaum Beschwerden. Erst im fortgeschrittenen Stadium, wenn er bereits auf Nerven drückt oder andere Organe befallen hat, sind Symptome spürbar. Deshalb wird Bauchspeicheldrüsenkrebs oft spät erkannt.

Hinzu kommt, dass die Beschwerden beim Bauchspeicheldrüsenkrebs häufig uncharakteristisch sind (Ärzte sprechen von unspezifischen Symptomen). Sie können auch auf viele andere Krankheiten hinweisen.

Unspezifische Symptome bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Folgende unspezifische Symptome können auf ein Pankreaskarzinom hinweisen:

  • Bauch- und Rückenschmerzen: 80 Prozent der Bauchspeicheldrüsenkrebs-Patienten haben Schmerzen im Oberbauch und/oder Rückenschmerzen. Bauchschmerzen entstehen, wenn der Tumor wächst und auf die umliegenden Nerven drückt. Oft strahlen die Bauchschmerzen bis in den Rücken aus. Sie können auch nachts auftreten. Weil die Bauchspeicheldrüse unmittelbar vor der Wirbelsäule liegt (der Pankreaskopf befindet sich auf der Höhe des zweiten und dritten Lendenwirbelkörpers) und ein Tumor auf die dortigen Nerven drücken oder diese reizen kann, löst er häufig Rückenschmerzen aus. Sie können ringförmig bis zum Bauch ausstrahlen.
  • Oft werden Patienten, die andauernde Rückenschmerzen haben, zuerst zum Orthopäden geschickt, um die Beschwerden zu behandeln. Dadurch vergeht bei einem Pankreaskarzinom wertvolle Zeit für die richtige Therapie. Hat ein Patient neben den Rückenschmerzen noch weitere Beschwerden wie etwa Verdauungsprobleme und Gewichtsverlust, sollte auf jeden Fall auch die Bauchspeicheldrüse bei der Untersuchung berücksichtigt werden.
  • Verdauungsbeschwerden und Gewichtsverlust: Wenn der Tumor die Verdauung beeinträchtigt, können Übelkeit, Erbrechen, Blähungen oder übelriechender Durchfall als Bauchspeicheldrüsenkrebs-Anzeichen auftreten. Außerdem nehmen die Patienten häufig innerhalb weniger Monate stark ab. Grund für den unbeabsichtigten Gewichtsverlust ist, dass die Bauchspeicheldrüse wegen des Tumors zu wenig Verdauungsenzyme herstellt und die Nahrungsverwertung nicht mehr richtig funktioniert. 90 Prozent aller Bauchspeicheldrüsenkrebspatienten weisen bei Diagnosestellung einen deutlichen Gewichtsverlust auf.
  • Blutgerinnsel und Blutgerinnungsstörung: Wenn der Tumor auf umliegende Blutgefäße drückt, können Blutgerinnsel entstehen und ein Gefäß verstopfen.
  • Da die Bauchspeicheldrüse außerdem eine hohe Konzentration des Blutgerinnungsfaktors Thrombokinase herstellt, kann der Tumorbefall die Blutgerinnung stören. Wunden verheilen deutlicher schlechter, gefährliche innere Blutungen sind möglich.
  • Schwächegefühl: Durch die Tumorerkrankung fühlen sich Betroffene weniger leistungsfähig, abgeschlagen, schwach.

Spezifische Symptome bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Im späteren Verlauf der Erkrankung weisen spezifische Symptome auf den Tumor hin:

  • Fettstuhl: Der veränderte Stuhl entsteht, wenn das Karzinom auf den Gallengang drückt, ihn einengt und die Galle nicht mehr abfließen kann. Dadurch fehlt die Gallenflüssigkeit im Darm und die dortige Fettverdauung wird beeinträchtigt: der Stuhlgang ist hell, schmierig oder glänzend und riecht sehr unangenehm, stechend (Mediziner bezeichnen dies als Fettstuhl).
  • Gelbsucht: Wenn sich die Galle staut, wird der in der Gallenflüssigkeit enthaltene gelbe Farbstoff vermehrt ins Blut abgegeben und lagert sich in anderen Körperbereichen ab. So färbt sich die Haut und die weiße Augenhaut gelb. Der Urin hat eine dunkle, braune Farbe. Außerdem kann ein Juckreiz auftreten.
  • Entzündung und Zuckerkrankheit: Auch eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) oder ein Typ 2-Diabetes, der sich plötzlich aus unerklärlichen Gründen verschlechtert oder der erstmals auftritt, weist auf eine mögliche Krebserkrankung hin.

Symptome bei endokrinen Bauchspeicheldrüsen-Tumoren

Die seltenen Tumoren des hormonbildenden Gewebes in der Bauchspeicheldrüse erkennt der Onkologe an spezifischen Symptomen, die oft durch die gestörte Hormonproduktion entstehen.

Bein Insulinom leiden Patienten unter Schweißausbrüchen, Zittern, Heißhunger, Schwächegefühlen, Benommenheit oder Blässe. Der Auslöser ist ein zu niedriger Blutzuckerspiegel.

Durch eine Überproduktion von Gastrin kann es beim Gastrinom zu einem Magengeschwür kommen. Außerdem können Durchfall, starke Bauchschmerzen und inneren Blutungen auftreten.

Ein typisches Symptom bei einem Glukagonom, bei dem sich zu viel Zucker im Blut des Patienten befindet, ist ein schuppiger, rotbrauner Hautausschlag. Er bildet sich zuerst in der Leiste und breitet sich dann am Gesäß, an den Unterarmen und Beinen aus. Betroffene haben oft auch eine orangefarbene, glänzende Zunge und eingerissene Mundwinkel.

 

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Ursachen

Die Ursachen für Bauchspeicheldrüsenkrebs sind bis heute noch nicht vollständig geklärt. Es sind aber verschiedene Risikofaktoren bekannt, welche die Gefahr für ein Pankreaskarzinom erhöhen. Viele davon haben mit dem Lebensstil zu tun.

Lebensstil

Der größte Risikofaktor für Bauchspeicheldrüsenkrebs ist das Rauchen: Raucher haben ein 3,5fach höheres Risiko, Bauchspeicheldrüsenkrebs zu bekommen als Nicht-Raucher. Studien zeigen, dass etwa ein Drittel aller Pankreaskarzinome durch Rauchen verursacht werden.

Dabei muss man nicht mal selbst zur Zigarette greifen – auch Passivrauchen erhöht das Krebsrisiko. Starkes Übergewicht (BMI > 30), häufiger Alkoholkonsum, fettreiche, verarbeitete Fleischwaren und geräucherte oder gegrillte Speisen könnten Bauchspeicheldrüsenkrebs ebenfalls begünstigen.

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Psychische Ursachen

Inwieweit negativer psychischer Stress das Krebserkrankungsrisiko erhöhen kann, haben britische Forscher des Department of Epidemology and Public Health vom University College in London 2017 in einer großen Metastudie untersucht. Sie analysierten die Daten von mehr als 160.000 Menschen im Alter von 16 bis 107 Jahren. Die Probanden hatten zu Beginn der Studie keine diagnostizierte Krebserkrankung.

Über zehn Jahre hinweg wurden sie einmal jährlich untersucht und nach ihrem Gesundheitszustand sowie Lebensstil befragt. Die Forschenden wollten wissen, wie es um den Alkohol- und Zigarettenkonsum, sportliche Aktivität und Ernährung bestellt ist und ob die Probanden belastendem psychischen Stress ausgesetzt waren.

Das Ergebnis: Besonders das Risiko für Blutkrebs (Leukämie) stieg durch anhaltenden Stress an, gefolgt von Bauchspeicheldrüsenkrebs, Speiseröhrenkrebs und Darmkrebs, zeigte die Untersuchung. Die Studienteilnehmer, die an starkem belastendem Dauerstress litten, hatten ein 32 Prozent höheres Risiko, an Krebs zu sterben.

Chemikalien

Es gibt einige Chemikalien, die Bauchspeicheldrüsenkrebs möglicherweise fördern. Meist kommt man mit ihnen aber nur durch Unfälle am Arbeitsplatz in Kontakt oder wenn Sicherheitsauflagen verletzt werden.

Andere Erkrankungen

Eine chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) begünstigt die Entwicklung eines Pankreaskarzinom. Wer an Typ 2-Diabetes leidet, besitzt ebenfalls ein erhöhtes Risiko für diese Krebsart. Wenn sich der Diabetes aus unerklärlichen Gründen verschlechtert oder zum ersten Mal auftritt, kann ein Pankreaskarzinom die Ursache dafür sein. Entstehen Zysten in der Bauchspeicheldrüse, handelt es sich meist um Vorstufen eines Karzinoms.

Ist Bauchspeicheldrüsenkrebs vererbbar?

Es gibt auch ein genetisches Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs. Wenn mehr als zwei Angehörige ersten Grades (Eltern, Geschwister, Kinder) an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankten, kann ein familiäres Pankreaskarzinom (FPC) vorliegen, bei dem Risikogene vererbt werden. Verwandte haben dann ein um 18 Prozent höheres Risiko, ebenfalls Bauchspeicheldrüsenkrebs zu bekommen.

Auch wenn in einer Familie gehäuft Fälle verschiedener Krebserkrankungen auftreten, wie zum Beispiel Dickdarm-, Brust-, Eierstock- oder Hautkrebs, kann man anfälliger für einen Pankreastumor sein. Bei Familien, bei denen sowohl Bauchspeicheldrüsenkrebs als auch schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) vorkommen, kann das sogenannte multiple Muttermal- und Melanom-Pankreaskarzinom-Syndrom vorliegen – ausgelöst durch eine genetische Veränderung, die beide Krebsformen begünstigt.

Einige seltene Erbkrankheiten (zum Beispiel das Peutz-Jeghers-Syndrom) begünstigen ebenfalls die Krebsentstehung in der Bauchspeicheldrüse. Menschen, die an einer erblich bedingten Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) leiden, haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs. In bis zu 40 Prozent aller Fälle erkranken die Betroffenen an einem Pankreaskarzinom.

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Bei Symptomen wie anhaltende Schmerzen im Oberbauch und Rücken, andauernde Übelkeit, Beschwerden mit der Verdauung, andauerndem Druckgefühl oder auffälligem Gewichtsverlust sollten Sie einen Arzt aufsuchen

© Shutterstock

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) liegt hinter dem Magen und vor der Wirbelsäule. Sie ist unter anderem für die Verdauung und die Blutzuckerregulierung zuständig

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Diagnose

Wenn die beschriebenen Symptome auftreten, sollten Sie umgehend einen Allgemeinmediziner oder Gastroenterologen (Facharzt für Verdauungskrankheiten) aufsuchen, um diese abklären zu lassen. Auch an die Ambulanz eines spezialisierten Krankenhauses können Sie sich wenden.

Oft ist eine harmlosere Erkrankung die Ursache für die Beschwerden. Sollte jedoch ein Pankreaskarzinom der Grund dafür sein, gilt, wie bei jeder Krebserkrankung: Je früher ein Tumor entdeckt wird, desto größer sind die Chancen, dass er noch nicht gestreut hat und die Behandlung erfolgreich verläuft.

Folgende Untersuchungen führt der Arzt durch, um eine Diagnose zu stellen:

Anamnese und körperliche Untersuchung

Bei der Untersuchung fragt der behandelnde Arzt zunächst, welche Beschwerden der Patient hat und wie sein Allgemeinzustand ist. Danach führt er eine körperliche Untersuchung durch und tastet den Bauch ab, um mögliche Verhärtungen im Bauchraum festzustellen.

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Blutwerte

Um die Diagnose zu stellen, werden auch einige Blutuntersuchungen durchgeführt (Blutbild). Ärzte überprüfen, ob Veränderungen der Bluteiweiße, eine erhöhte Menge der Leber- und Bauchspeichelenzyme sowie eine erhöhte Blutkörperchensenkung (hierbei wird die Geschwindigkeit gemessen mit der bestimmte Bestandteile des Blutes absinken) vorliegen. All dies kann auf einen Tumor hinweisen.
Erhöhte Leberwerte können ein Anzeichen dafür sein, dass die Geschwulst den Gallengang verengt, und den Abfluss der Galle in den Dünndarm behindert.

Tumormarker

Ein weiterer Hinweis auf eine Krebserkrankung sind sogenannte Tumormarker. Das sind spezielle Substanzen, die der Organismus bei einem bösartigen Tumor vermehrt produziert. Sie sind im Blut nachweisbar. Beim Pankreaskarzinom ist ein bekannter Tumormarker das sogenannte Carbohydrate-Antigen 19-9, kurz: CA 19-9. Es handelt sich um ein Glykoprotein, das über die Gallenflüssigkeit ausgeschieden wird.

Diese Marker liefern allerdings keine eindeutige Diagnose, denn sie können auch bei anderen Krankheiten wie einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder der Gallenblase erhöht sein. Zudem gibt es Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs, bei denen der Wert trotzdem nicht erhöht ist. Daher ist ein Tumormarker nur ein zusätzlicher Nachweis für eine Krebserkrankung und kann die anderen Untersuchungsmethoden nicht ersetzen.

Die CA-19-9-Werte dienen vor allem der Kontrolle des Therapieverlaufs, um den Erfolg der Behandlung zu überprüfen.

Bildgebende Verfahren

Beim Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenkrebs müssen  Ärzte feststellen, wo sich der Tumor genau befindet. Etwa 70 Prozent der Pankreaskarzinome befinden sich im Kopf der Bauchspeicheldrüse, 20 Prozent im Körper des Organs und 10 Prozent im Schwanz.

Außerdem müssen die Mediziner herausfinden, wie weit der Tumor bereits fortgeschritten ist, um eine Entscheidung über die richtige Therapie zu treffen. Sind schon Lymphknoten befallen? Hat der Tumor Metastasen gebildet? Schon ab einem Zentimeter Größe kann ein Pankreaskarzinom Metastasen bilden. Am häufigsten entstehen sie in der Leber, Lunge und in den Knochen. Krebsabsiedelungen können sich aber auch in anderen Organen bilden. Um dies abzuklären, können Ärzte verschiedene bildgebende Verfahren anwenden. Dazu gehören zum Beispiel Ultraschall (Sonografie), Endosonographie, eine endoskopisch-retrograde Cholangio-Pankreatikographie (ERCP), Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) und Röntgenaufnahmen.

Ultraschall

Eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) ist meist der erste Schritt. Mit Hilfe der Sonographie kann der Arzt unklare Oberbauchbeschwerden abklären und sich die Beschaffenheit der Bauchspeicheldrüse, insbesondere des Pankreaskopfbereichs, genau ansehen. Im Ultraschall lässt sich ein Tumor oft schon erkennen. Ärzte können auch feststellen, ob ein Tumor den Gallengang eingeengt und einen Stau der Galle verursacht hat, der schnell beseitigt werden muss.

Endosonographie

Die Bauchspeicheldrüse ist durch ihre besonders Lage und eventuelle Luftüberlagerungen nicht immer einwandfrei auf dem Ultraschallbild zu erkennen. Sie liegt tief im Inneren des Körpers, hinter dem Magen, und der Pankreaskopf befindet sich in der Krümmung des Zwölffingerdarms. Daher kann eine Ultraschalluntersuchung im Körperinneren (Endosonographie) notwendig sein. Hierbei schiebt der Arzt einen dünnen Schlauch, der eine Ultraschallsonde an der Spitze trägt, durch die Speiseröhre und den Magen bis in den Zwölffingerdarm vor. Mit Hilfe der Ultraschallsonde erhält er Bilder aus dem Verdauungstrakt. Da die Bauchspeicheldrüse in direkter Nähe liegt, lassen sich dort selbst kleinste auffällige Gewebeveränderungen erkennen. Auf dem Ultraschall kann der Arzt zudem häufig sehen, ob der Tumor bereits benachbartes Gewebe oder Organe in der Nähe befallen hat.

Endoskopisch-retrograde Cholangio-Pankreatikographie (ERCP)

Darüber hinaus kann er eine Spiegelung des Gallen- und des Bauchspeicheldrüsengangs durchführen, die ERCP.

Bei der Untersuchung muss der Patient auf nüchternen Magen einen dünnen Schlauch schlucken. Der Würgereiz lässt sich in der Regel gut mit einem Betäubungsspray im Mund- und Rachenraum unterdrücken. Patienten, die Angst vor dieser Untersuchungsmethode haben, können auch eine leichte Betäubung erhalten. Die Untersuchung dauert in der Regel insgesamt weniger als eine Stunde.

CT und MRT

Um festzustellen, ob der Tumor bereits andere Organe angegriffen hat, ob Lymphknoten befallen sind und ob er im Körper in anderen Bereichen Metastasen (sogenannte Fernmetastasen) gebildet hat, kann der Arzt außerdem eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) durchführen. Die MRT wird oft mit einer sogenannten Magnetresonanz-Cholangio-Pankreaktikographie (MRCP) kombiniert, die gezielt den flüssigkeitsgefüllten Gallengang und den Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse detailliert abbildet. Lungenmetastasen lassen sich zudem auf einer Röntgenaufnahme feststellen.

Gewebeprobe (Biopsie)

Um festzustellen, ob es sich bei der Gewebeveränderung in der Bauchspeicheldrüse tatsächlich um einen bösartigen Tumor handelt, kann der Arzt zum Beispiel während der endosongraphischen Untersuchung eine feine Hohlnadel in den Körper einführen und eine Gewebeprobe aus der Geschwulst entnehmen (Biopsie).

Anschließend untersucht ein Pathologe das Zellmaterial feingeweblich (histologisch) unter einem Mikroskop. Anhand des Aussehens und der Anordnung der Zellen kann er beurteilen, ob der Tumor gut- oder bösartig ist und von welchem Gewebeteilen der Bauchspeicheldrüse er ausgeht.

„Probe“-Operation

Ist eine Diagnose mit diesen Methoden nicht eindeutig, kann auch eine laparoskopische Operation ratsam sein. Dabei setzen Ärzte nur einen winzigen Schnitt, durch den sie ein optisches Gerät in den Bauchraum einführen. Er lässt sich mit Hilfe einer Kamera begutachten. Wird ein Tumor entdeckt, kann der Chirurg diesen in bestimmten Fällen direkt operativ entfernen. Hat sich das Karzinom jedoch schon auf das Bauchfell und andere Organe ausgebreitet, werden die Ärzte andere Therapien in Erwägung ziehen.

Staging – Das Krankheitsstadium feststellen

Sind alle Untersuchungen durchgeführt worden und liegen die Ergebnisse vor, stellt der Arzt die abschließende Diagnose. Um das Krankheitsstadium genau zu beschreiben und für den Patienten die beste Therapie auszuwählen, verwenden Mediziner ein international einheitliches TNM-System:

  • T steht für den ursprünglichen Tumor (auch Primärtumor genannt)
  • N (Nodus) steht für Lymphknoten
  • M steht für Metastasen.

Der jeweilige Wert gibt an, welche Größe und Ausbreitung der Tumor hat, ob in den Lymphknoten Krebszellen gefunden wurden und ob der Tumor bereits in anderen Körperregionen oder Organen Metastasen (sogenannte Fernmetastasen) gebildet hat. Dieses System wird in der Medizin auch als Staging bezeichnet.

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Bauchspeicheldrüsenkrebs: Behandlung

Je nach Krankheitsstadium und individuellen Voraussetzungen entscheiden Onkologen zusammen mit dem Patienten über die beste Therapie.

Operation

Bislang ist eine Operation die einzige Möglichkeit, um den Bauchspeicheldrüsenkrebs zu heilen. Dabei entfernen Chirurgen den Tumor komplett. Dies ist allerdings nur möglich, wenn Ärzte den Krebs frühzeitig entdecken. Er ist dann noch auf die Bauchspeicheldrüse begrenzt und hat keine Metastasen gebildet. Sobald die bösartige Geschwulst auch angrenzende Organe wie den Magen, die Milz oder Leber angreift, ist ein operativer Eingriff oft nicht mehr ratsam. Eine Operation kommt nur für 15 bis 20 Prozent aller Patienten in Frage.

Operation des Bauchspeicheldrüsenkopfs: Sitzt das Pankreaskarzinom im Kopf der Bauchspeicheldrüse, ist eine umfangreiche, mehrstündige Operation notwendig. Der Chirurg entfernt dabei auch angrenzende Bereiche des Zwölffingerdarms, der Gallenblase, des Gallengangs und in manchen Fällen auch Teile des Magens entfernt (eine sogenannte Whipple-Operation).

Heutzutage versuchen Chirurgen allerdings oft, die Entfernung der Magenbereiche zu vermeiden und nur die Gallenblase und den Zwölffingerdarm operativ herauszunehmen (weil dabei der Magenpförtner erhalten bleibt, heißt der Eingriff: pyloruserhaltende Whipple-Operation).

Durch die Operation wird der Verdauungsweg unterbrochen: Entfernt der Chirurg den Zwölffingerdarm, fehlt die Verbindung zwischen Magen und Dünndarm und der Abfluss der Galle in den Dünndarm ist unterbrochen. Im zweiten Teil der OP muss der behandelnde Arzt deshalb den Verdauungsweg wiederherstellen (eine sogenannte Rekonstruktion). Hierbei bringt er in der Regel eine Dünndarmschlinge am Magen oder am Gallengang an.

Operation des Bauchspeicheldrüsenschwanzes: Befindet sich der Tumor im Schwanz der Bauchspeicheldrüse, ist der operative Eingriff weniger weitgehend. Dann entfernt der Operateur nur den tumorbefallenen Teil der Bauchspeicheldrüse und meist noch die Milz.

Totale Entfernung der Bauchspeicheldrüse: In manchen Fällen reicht es nicht aus, nur die kranken Gewebebereiche herauszuschneiden. Dann muss der Chirurg die gesamte Bauchspeicheldrüse entfernen (Pankreatektomie). Dadurch fehlen dem Körper wichtige Verdauungsenzyme und Durchfälle und Fettstühle können auftreten. Der Patient führt seinem Organismus die Verdauungsenzyme anschließend dauerhaft in Form von Medikamenten zu, die er während der Mahlzeiten einnimmt. Da sich zudem eine Zuckerkrankheit entwickeln kann, benötigen Betroffene - wie bei einer Diabeteserkrankung - eine regelmäßige, kotrollierte Insulinzufuhr.

Chemotherapie

Bei einer Chemotherapie kommen starke Zellgifte zum Einsatz, sogenannte Zytostatika oder Chemotherapeutika. Die Medikamente töten Krebszellen ab und verhindern ihr Teilung und Vermehrung. Eine Chemotherapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs kann nach einem operativen Eingriff (adjuvant) oder vor diesem (neoadjuvant) erfolgen. Im letzten Fall geht es darum, den Tumor vor der OP zu verkleinern und doch noch operabel zu machen.

Chemotherapie vor der Operation

Ist der Tumor bereits fortgeschritten, kann der behandelnde Arzt die Chemotherapie auch vor der Operation einsetzen. Diese neoadjuvante Behandlung soll den Tumor verkleinern, damit die Ärzte ihn während des Eingriffs besser entfernen können. Auch lässt sich ein Tumor in der Bauchspeicheldrüse auf diese Weise manchmal erst operabel machen.

Eine aktuelle Studie der Universität Würzburg fand heraus, welche Chemotherapeutika beziehungsweise Kombination von Zytostatika die besten Voraussetzungen dafür schaffen, dass die anschließende Operation auch erfolgreich ist.

165 Patienten mit unbehandeltem, nicht-operablen Pankreaskarzinom erhielten zunächst zwei Monate eine Chemotherapie aus den Zytostatika Gemcitabin und nab-Paclitaxel. Wuchs der Tumor nicht weiter und blieb eine Unverträglichkeit der Medikamente aus, spaltete sich die weitere Behandlung nach dem Zufallsprinzip in zwei unterschiedliche Arme auf:

  • Eine Patientengruppe erhielt zwei weitere Monate lang Gemcitabin und nab-Paclitaxel.
  • Die anderen Patienten erhielten zwei Monate lang Folfirinox - ein intensives Chemotherapie-Schema, das drei Wirkstoffe miteiander kombiniert: 5-Fluorouracil,  Irinotecan und Oxaliplatin.

Danach wurde bei allen Patienten eine Laparotomie – eine Eröffnung der Bauchhöhle - durchgeführt, um den Tumor möglichst vollständig zu entfernen. Bei 36 Prozent der Patienten, die vor der OP Gemcitabin plus nab-Paclitaxel erhalten hatten, ließ sich der Tumor komplett entfernen. In der Gruppe der Patienten, die Folfirinox erhalten hatten, waren es 44 Prozent. Etwa einem Drittel der Patienten mit lokal fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs könne man jetzt sogar eine heilende Behandlung anbieten, so die Forscher. Ansonsten hätten sie nur eine Palliativbehandlung erhalten können.

Dieses neue Behandlungskonzept - Folfirinox oder Gemcitabin plus nab-Paclitaxel - wurde wegen seiner größeren Wirksamkeit bereits in die neuen Leitlinien zur Therapie des Pankreaskarzinoms aufgenommen.

Chemotherapie nach der Operation

Auch wenn der Chirurg bei der Operation alle sichtbaren Tumorherde beseitigt hat, erhält der Patient nach der OP in der Regel noch eine unterstützende (adjuvante) Chemotherapie, sofern dies sein Gesundheitszustand zulässt. Die Chemo dient als Sicherheitsmaßnahme, um restliche, „versteckte“ Tumorzellen zu erwischen und zu zerstören. Dies ist insbesondere bei Bauchspeicheldrüsenkrebs wichtig, da bei der Erkrankung ein großes Risiko besteht, dass der Tumor erneut auftritt. Die Chemotherapie sollte innerhalb von bis zu zwölf Wochen nach der Operation beginnen.

Der Patient erhält bei der Chemo Zytostatika, also Medikamente, die sich gegen Zellen richten, die sich besonders schnell teilen (wie es bei Tumorzellen der Fall ist). Die Chemotherapeutika hemmen oder stören die Zellteilung und hindern die Zellen so daran, zu wachsen.

Eine neue Möglichkeit bei der adjuvanten Chemotherapie ist das Chemotherapieschema Folfirinox. Ein weiteres Chemotherapeutikum bei Bauchspeicheldrüsenkrebs ist Gemcitabin, das auch in Kombination mit Capecitabin zum Einsatz kommen kann. Es gibt noch einige weitere Zytostatika, die bestimmten Krebspatienten helfen können.

Zielgerichtete Therapie (engl. „targeted therapy“)

Das Chemotherapeutikum Gemcitabin lässt sich auch mit einer zielgerichteten Therapie kombinieren. So blockiert der Tyrosinkinasehemmer namens Erlotinib die Signalübertragung an Bindungsstellen von Wachstumsfaktoren, die auf der Oberfläche der Krebszellen sitzen. Dadurch bremst das Medikament das Wachstum des Tumors.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie (Radiotherapie) ist eine Behandlungsoption für bestimmte Patienten mit lokal fortgeschrittenem, aber nicht metastatsiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs. Sie lässt sich auch mit einer Chemotherapie kombinieren. So lässt sich der Tumor oft lokal kontrollieren, wenn er während der Chemotherapie nicht fortgeschritten ist.

Palliative Therapie


Ist der bösartige Tumor in der Bauchspeicheldrüse zu weit fortgeschritten, zielt die Behandlung vor allem darauf ab, die Symptome zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und die verbleibende Lebenszeit möglichst angenehm zu gestalten. Ärzte nennen dies eine Palliativtherapie. Ärzte und Pflegepersonal, die in der Fachrichtung Palliativmedizin ausgebildet sind, kennen sich mit der Behandlung von körperlichen Beschwerden, die infolge einer Krebserkrankung entstehen, sehr gut aus. Darüber hinaus können auch Physiotherapeuten, Masseure und Psychoonkologen die Behandlung unterstützen.

Palliative Chemotherapie

Um das Tumorwachstum zum Stillstand zu bringen, die Tumorzellen zurückzudrängen und Schmerzen zu reduzieren, erhält der Betroffene eine palliative Chemotherapie.

Palliative Strahlentherapie

Ärzte können mit Hilfe der Strahlentherapie Metastasen behandeln, die Beschwerden verursachen. Dazu gehören vor allem Krebsabsiedelungen im Skelett und Gehirn. Auch wollen Ärzte mit der Radiotherapie Komplikationen aufgrund der Metastasen vermeiden.

Immuntherapie

In der Pallativbehandlung von metastasiertem Pankreaskarzinom sind Immuntherapeutika eine weitere Möglichkeit. Diese Medikamente heißen auch Immuncheckpoint-Inhibitoren. Sie greifen nicht die Krebszellen selbst an, sondern schärfen das Immunsystem, damit es wieder selbst gegen die Tumorzellen vorgehen kann. Die Immuntherapie ist bei Patienten besonders wirksam, deren Krebszellen zum Beispiel Veränderungen des DNA-Reparatursystems aufweisen. Und sie kommt nur zum Einsatz, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind.

Eingriffe in den Verdauungstrakt

Wenn sich ein Pankreaskarzinom nicht mehr operativ entfernen lässt, entstehen meist Komplikationen im Verdauungstrakt. So kann der Tumor zum Beispiel den Magenausgang, Gallengang oder Zwölffingerdarm einengen und Übelkeit, Erbrechen oder Gelbsucht verursachen. Um beeinträchtige Bereich im Verdauungstrakt zu behandeln, kann eine Operation notwendig sein. Es gibt mittlerweile auch einige nicht-operative Methoden hierfür. So kann der Arzt etwa mit Hilfe eines Endoskops ein Kunststoffröhrchen (Stent) im Gallengang platzieren, damit die Galle wieder abfließen kann, oder einen verengten Magengang aufweiten. In schweren Fällen lassen sich Patienten durch Flüssignahrung ernähren, die über eine Sonde oder die Venen verabreicht wird.

Schmerzbehandlung

Viele Patienten, deren Tumor weit fortgeschritten ist und die sich im Endstadium der Bauchspeicheldrüsenerkrankung befinden, erklären, dass ihre größte Sorge die Angst vor Schmerzen ist. Hier kommt das Stufenschema der Weltgesundheitsorganisation WHO zum Einsatz. Bei normal starken Schmerzen können Ärzte nicht-opioidhaltige Präparate, etwa mit den Wirkstoffen Paracetamol oder Ibuprofen verabreichen. Reicht das zur Linderung der Beschwerden nicht aus, können zudem leichtere Opioide helfen. Bei sehr starken Schmerzen sind stärkere Opioide wie Morphin wirksam. Lassen sich die Tumorschmerzen dadurch nicht in den Griff bekommen, kann ein Arzt ein Nervengeflecht im Bauch (den sogenannten Plexus coeliacus) unterbrechen und damit die Weiterleitung der Schmerzsignale ins Gehirn verhindern.

Betreuung von Schwerkranken

Viele Krebspatienten, die sich im Endstadium der Erkrankung befinden, möchten nicht ins Krankenhaus, sondern sich zuhause betreuen lassen. Können Angehörige die Pflege nicht übernehmen, besteht die Möglichkeit, dass sich ein häuslicher Pflegedienst um den Erkrankten kümmert. Der Sozialdienst des behandelnden Krankenhauses kann Adressen hierzu nennen.

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Prognose und Verlauf

Pankreaskarzinome, insbesondere die exokrinen Tumoren, sind sehr aggressiv und bilden schon in frühem Stadium Metastasen. Hinzu kommt, dass die Tumorzellen oft nicht empfindlich genug gegenüber Chemotherapeutika sind. Daher ist die Prognose bei Bauchspeicheldrüsenkrebs meist ungünstig:

  • Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt bei nur neun bis zehn Prozent. Das heißt, dass 90 Prozent aller Patienten innerhalb von fünf Jahre nach der Diagnose sterben.
  • Bei nicht operablen Pankreastumoren beträgt die mittlere Lebenserwartung nur drei bis fünf Monate nach der Diagnose.

Die Heilungschancen hängen sehr davon ab, an welcher Form des Pankreaskarzinoms der Patient erkrankt ist, in welchem Stadium der Tumor entdeckt wird und wie gut er behandelbar ist. Bei einer frühzeitigen Diagnose, bei der der Tumor noch nicht gestreut hat, und vollständig entfernt werden konnte, ist die Prognose besser: Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt dann bei 20 Prozent. Allerdings kehrt der Tumor oft innerhalb weniger Jahre zurück und lässt sich nicht in allen Fällen erneut entfernen.

Bei endokrinen Tumoren ist die Prognose oft günstiger, weil sie längere Zeit örtlich begrenzt bleiben, langsamer wachsen und zudem nicht so schnell Metastasen bilden. Daher sind sie in der Regel besser zu behandeln. Selbst Patienten, bei denen der Tumor in spätem Stadium diagnostiziert wurde, leben meist noch einige Jahre nach der Diagnose.

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Früherkennung

Spezielle Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung eines Pankreaskarzinoms stehen bislang nicht zur Verfügung. Für Patienten, die ein genetisches Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs besitzen, kann eine Kontrolluntersuchung mit Hilfe einer Kernspintomographie oder eines endoskopischen Ultraschalls ratsam sein. Auch bestimmte Laborwerte können bei der Früherkennung helfen.

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Bauchspeicheldrüsenkrebs: Vorbeugen

Wer einen gesunden Lebensstil führt, senkt sein Risiko an Krebs zu erkranken und damit auch ein Bauchspeicheldrüsenkarzinom zu bekommen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Nicht rauchen
  • Möglichst wenig Alkohol trinken
  • Auf eine ausgewogene Ernährung achten. Sie sollte aus viel Gemüse, Obst und ballaststoffreicher Kost bestehen. Seltener oder am besten gar nicht sollten Sie dagegen verarbeitete, geräucherte oder gegrillte Lebensmittel verzehren.
  • Ein normales Körpergewicht anstreben und dieses halten
  • Sich regelmäßig bewegen.

Diese allgemeinen Tipps stärken die Gesundheit des Verdauungstrakts und verringern das Krebsrisiko.

Quellen
  • S3-Leitlinie (Deutsche Krebsgesellschaft et al.): Exokrines Pankreaskarzinom (Version 2.01, Konsultationsfassung); Stand: September 2021
  • Batty, G D, et al.: Psychological Distress in Relation to Site Specific Cancer Mortality: Pooling of Unpublished Data From 16 Prospective Cohort Studies; BMJ; 2017; DOI: 10.1136/bmj.j108
  • Pressemeldung Julius-Maximilians-Universität Würzburg: Neue Chancen für Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs; 19.01.2021
  • Online-Informationen Deutsches Krebsinformationszentrum des Deutschen Krebsforschungszentrums: www.krebsinformationsdienst.de; Abruf: 24.09.2021
  • Online-Informationen Stiftung Deutsche Krebshilfe: www.krebshilfe.de; Abruf: 24.09.2021
  • Online-Informationen Deutsche Krebsgessellschaft DKG: www.krebsgesellschaft.de; Abruf: 24.09.2021
  • Online-Informationen Stiftung Deutsche Krebshilfe: www.krebshilfe.de; Abruf: 24.09.2021
  • Online-Informationen Hans Berger Stiftung Kampf dem Bauchspeicheldrüsenkrebs: www.pankreasstiftung.de; Abruf: 24.09.2021
  • Online-Informationen Berufsverband Deutscher Internisten e.V.: www.internisten-im-netz.de; Abruf: 24.09.2021
  • Online-Informationen Bundes­ärzte­kammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung: www.aerzteblatt.de; Abruf: 24.09.2021
  • Online-Informationen DocCheck: https://flexikon.doccheck.com; Abruf: 24.09.2021

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