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Amenorrhoe (Ausbleiben der Periode)

Amenorrhoe bedeutet das Ausbleiben der Periode. Erfahren Sie, was die Ursachen sind und wie die Behandlung aussieht.

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Inhaltsverzeichnis
Junge Frau errechnet mit Hilfe eines Kalender den Zeitpunkt der letzten Periode.

© Shutterstock

Kurzübersicht

  • Definition: Amenorrhoe bedeutet das Ausbleiben der Periode, obwohl eine Frau nicht schwanger ist, stillt oder in den Wechseljahren ist
  • Ursachen: Sind verschieden, z.B. Stress, exzessiver Sport, Essstörungen, hormonelle Störungen
  • Wann zum Arzt?  Bei Ausbleiben der Periode über zwei bis drei Monate ist ein Arztbesuch ratsam; bei Mädchen spätestens, wenn die Periode nicht bis zum 16. Geburtstag eingesetzt hat
  • Behandlung: Hängt immer von der Ursache ab, z.B. Medikamente bei hormoneller Störung, Entspannung und Verhaltenstherapie bei Stress, Psychotherapie bei Essstörungen
  • Folgen: Bei Amenorrhoe findet in der Regel kein Eisprung statt. Das Ausbleiben der Periode ist aber nicht mit Unfruchtbarkeit gleichzusetzen. Wenn die Ursachen behandelt werden ist meist auch eine Schwangerschaft möglich

Amenorrhoe: Definiton

Der Begriff Amenorrhoe bedeutet per Definition das Ausbleiben der Periode. Der Begriff leitet sich aus dem Griechischen ab: a für „ohne“, mēn für „Monat“ und rhoé „Fluss oder Fließen“. Die Regelblutung bleibt aus, obwohl keine Schwangerschaft vorliegt, eine Frau nicht stillt und auch nicht in den Wechseljahren ist. Den meisten Frauen passiert dies ein- oder mehrmals im Lauf ihres Lebens.

Gynäkologen und Gynäkologinnen unterscheiden zwei Arten von Amenorrhoe:

  • Primäre Amenorrhoe: Die Menstruation hat bis zum Ende des 16. Lebensjahrs noch nicht eingesetzt. Die erste Periode bleibt aus, obwohl sie bei einem Mädchen längst eingesetzt haben müsste. Auch wenn es keinen festen Zeitpunkt für die erste Regelblutung gibt: Im Durchschnitt bekommen Mädchen ihre Regel im Alter von etwa 12,5 Jahren. Bei manchen setzt sie aber schon früher ein, etwa mit zehn Jahren, bei manchen aber auch erst mit 16 Jahren.
  • Sekundäre Amenorrhoe: Die Periode bleibt bei Frauen aus, die ihre Menstruation schon regelmäßig hatten. Manche Frauen haben sogar über mehrere Monate hinweg keine Periode.

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Amenorrhoe: Ursachen

Eine Amenorrhoe kann verschiedene Ursachen haben. Die Gründe, warum die Periode ausbleibt, können sowohl im Körper als auch in der Psyche liegen. Ein komplexes Hormonsystem steuert den weiblichen Menstruationszyklus. Funktioniert dieses System nicht so, wie es eigentlich sollte, kann eine Amenorrhoe die Folge sein. Auch die Psyche hat einen Einfluss auf körperliche Vorgänge. So kann zum Beispiel Stress verschiedenste körperliche Abläufe und Prozesse stören.

Das Ausbleiben der Menstruation ist keine Krankheit, sondern ein Symptom dafür, dass etwas im Körper nicht stimmt. Aber die Amenorrhoe ist nicht gleich ein Grund zur Besorgnis. Oft setzt die Menstruation nach einer Pause auch wieder von selbst ein. Außerdem gibt es Situationen im Leben einer Frau, in der das Aussetzen der Regelblutung natürlich ist. So ist zum Beispiel ein Ausbleiben der Periode nach den Wechseljahren, in der Schwangerschaft und Stillzeit normal.

Ärzte und Ärztinnen unterschiedene eine primäre und sekundäre Amenorrhoe, die unterschiedliche Ursachen haben können.

Primäre Amenorrhoe: Häufige Ursachen

Bei einer primären Amenorrhoe bekommt ein Mädchen seine Menstruation nicht bis zum vollendeten 16. Lebensjahr. Mögliche Gründe können sein:

  • Verzögerte oder fehlende Pubertätsentwicklung
  • Fehlbildungen, z.B. von Jungfernhäutchen, Scheide, Gebärmutterhals oder Gebärmutter
  • Turner-Syndrom: Gentische Erkrankung, bei der die Pubertät ausbleibt und die Eierstöcke unterentwickelt sind
  • Exzessives Sporttreiben: Leistungssport,  intensives Training
  • Seelischer Stress, z.B. in der Schule, Familie oder mit Freunden – dass das Ausbleiben der Periode mit Stress zu tun hat, ist keine Seltenheit
  • Essstörungen, z.B. Magersucht (Anorexia nervosa) oder Ess-Brech-Sucht (Bulimie)
  • Schilddrüsenerkrankungen: Schilddrüsenüberfunktion oder -unterfunktion
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: Morbus Crohn, Colitis ulcerosa
  • Androgenitales Syndrom: Hormonstörung, bei der eine Überproduktion von männlichen Hormonen vorliegt
  • Chemotherapie oder Strahlentherapie aufgrund einer Krebserkrankung
  • Selten ist das Ausbleiben der Periode durch einen Tumor im Gehirn bedingt

Sekundäre Amenorrhoe: Häufige Ursachen

Bei einer sekundären Amenorrhoe setzt die Regelblutung über drei Monate und mehr aus. Diese ungefähre Zeitspanne gilt, wenn die Zyklen vorher regelmäßig waren. Bei vorher unregelmäßigen Zyklen gilt ein Zeitraum von sechs Monaten als Amenorrhoe. Mögliche Gründe können sein:

  • Schwangerschaft: eine häufige Ursache, wenn eine Frau keine Periode mehr bekommt
  • Stress, Konflikte in der Partnerschaft, mit Freunden oder am Arbeitsplatz, Reisen, veränderte Lebensumstände: Eine Amenorrhoe durch Stress ist keine Seltenheit.
  • Leistungssport: Die Regelblutung bleibt manchmal aus, wenn Frauen ihren Körper dauerhaft extrem belasten.
  • Stoffwechselerkrankungen: Sie beeinflussen die Hormone, können dadurch den Zyklus verändern (z. B. eine Schilddrüsenunterfunktion) und führen zu Amenorrhoe.
  • Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom): eine häufige Hormonstörung
  • Medikamente: Verschiedene Arzneimittel, etwa gegen Bluthochdruck oder Krebserkrankungen sowie Hormonpräparate und Psychopharmaka können sich auf die weibliche Menstruation auswirken – die Periode bleibt aus.
  • Pille: Eine Amenorrhoe nach dem Absetzen der Pille ist möglich. Es kann eine Zeit lang dauern, bis sich der Menstruatioszyklus wieder normalisiert hat. Wenn die Periode über mehrere Monate bis zu einem Jahr aussetzt, sprechen Mediziner in diesem (seltenen) Fall von einer Post-Pill-Amenorrhoe.
  • Untergewicht, Übergewicht, Gewichtsschwankungen: Sie wirken sich auf das körpereigene Hormonsystem aus und können es aus dem Gleichgewicht bringen.

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Ausbleiben der Periode: Wann zum Arzt?

Dass die Menstruation aufgrund körperlicher oder seelischer Ursachen einmal ausbleiben kann, muss Frauen nicht gleich beunruhigen. Gewissen Schwankungen und Unregelmäßigkeiten sind beim Menstruationszyklus eigentlich normal. Der Körper ist keine „Maschine“, sondern reagiert auf innere und äußere Einflüsse. Fast jede Frau kennt dies. Allerdings sollten Sie rasch testen, ob eine Schwangerschaft besteht und diese vielleicht der Grund ist, warum sie keine Periode haben.

Die Frage, wann eine Frau beim Ausbleiben der Periode zum Arzt sollte, lässt sich nicht pauschal beantworten. Wenn Sie Beschwerden haben, zum Beispiel Bauchschmerzen, ist immer ein zeitnaher Arztbesuch ratsam. Als Faustregell gilt: Wenn die Regelblutung zwei- bis dreimal hinterneinander ausbleibt, sollten Sie ärztlichen Rat suchen.

Bei Mädchen ist ein Arzbesuch spätestens dann ratsam, wenn die Periode nicht bis zum 16. Geburtstag eingesetzt hat. Schon vorher sollten sie ärztliche Hilfe bei Auffälligkeiten suchen,  etwa wenn sich Pubertät nicht richtig entwickelt.

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Amenorrhoe: Behandlung

Viele fragen sich: Was tun, wenn die Periode ausbleibt? Eine Antwort, die für alle Frauen gleichermaßen gilt, gibt es nicht. Denn es kann viele Ursachen haben, wenn eine Frau keine Periode bekommt. Die Behandlung der Amenorrhoe hängt immer von der Ursache ab.

Ärztinnen und Ärzte müssen zunächst einmal feststellen, welchen Grund die ausgebliebene Regelblutung hat – danach richtet sich auch die Therapie der Amenorrhoe. Am Anfang steht immer ein Gespräch zur Krankengeschichte, die Anamnese. Ärzte und Ärztinnen fragen unter anderem:

  • Seit wann ist die Periode ausgeblieben?
  • War der Menstruationszyklus vorher regelmäßig oder unregelmäßig?
  • Gibt es Beschwerden? Wenn ja: Welche und wie intensiv sind sie?
  • Gibt es Umstände, die mit der Amenorrhoe vielleicht in Verbindung stehen könnte? Beispiele: Stress, Konflikte, veränderte Lebensumstände, Reisen, intensiver Sport
  • Sind Grunderkrankungen bei Ihnen bekannt? Wenn ja: Welche?
     

Meist schließt sich eine gnyäkologische Untersuchung an, bei der Ärzte und Ärztinnen Auffälligkeiten und Veränderungen an den inneren und äußeren Geschlechtsorganen feststellen können. Auch ein Schwangerschaftstest ist Routine. Eine Hormonanalyse kann helfen, ein mögliches Ungleichgewicht von Hormonen herauszufinden. Auch bildgebende Verfahren wie ein Ultraschall (Sonografie) zeigen, ob es Veränderungen an den Geschlechtsorganen gibt, etwa an den Eierstöcken.

Die Behandlung der Amenorrhoe hängt von der jeweiligen Ursache ab. Einige Beispiele für Therapien:

  • Sind hormonelle Störungen  der Grund für die Amenorrhoe, können Ärzte sie durch Medikamente behandeln, etwa durch Hormongaben.
  • Bei Stress können das Erlernen einer Entspannungsmethode (z.B. Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung nach Jacobson) oder psychotherapeutische Gespräche helfen.
  • Bei einer Essstörung sind eine Psychotherapie und andere therapeutische Maßnahmen, die auf ein gesundes Körpergewicht abzielen, wichtig.

Auch Sie selbst können einiges tun, um Ihre Menstruation wieder in Schwung zu bringen. Sorgen Sie zum Beispiel für regelmäßige Pausen- und Erholungszeiten, lernen Sie eventuell zu Meditieren und achten Sie auf ein gesundes, stabiles Körpergewicht sowie eine ausgewogene Ernährung.

Wer bei der Amenorrhoe-Behandlung zunächst pflanzliche Mittel ausprobieren, kann es mit Mönchspfeffer versuchen. Mönchspfeffer soll zyklusstimulierend wirken. Besprechen Sie die Einnahme aber erst mit ihrem Frauenarzt, um Neben- oder Wechselwirkungen zu vermeiden. Pflanzliche Arzneimittel sind außerdem kein Ersatz für schulmedizinische Behandlungen.

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Amenorrhoe: Folgen und Kinderwunsch

Eine Amenorrhoe kann unerwünschte Folgen haben und belastend sein – bei einem Kinderwunsch. Bei den meisten Frauen setzen die Eierstöcke nämlich dann keine Eizelle frei. Das heißt: Es findet kein Eisprung statt. Aber nur dann ist eine Schwangerschaft möglich. Auch wenn es sich schwer vorhersagen lässt, wie lange die Amenorrhoe andauern wird: Meist ist die ausbleibende Periode nur vorübergehend.  Eine Amenorrhoe bedeutet nicht, dass die Frau unfruchtbar ist und sich somit der Kinderwunsch nicht erfüllen lässt. Allerdings ist die Fruchtbarkeit eingeschränkt.

Wichtig ist jedoch, dass Sie ärztlich abklären lassen, warum Ihre Periode ausbleibt. Dann lassen sich entsprechende Therapieschritte einleiten, damit die Regel wieder einsetzt – und somit eine Schwangerschaft möglich ist.

Quellen
  • Aulitzky A et al.: Primäre/sekundäre Amenorrhö – wann und wie abklären?; Journal für Gynäkologische Endokrinologie/Österreich; 2021; DOI: doi.org/10.1007/s41974-021-00181-z
  • Online-Informationen Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz: www.gesundheit.gv.at; Abruf 06.12.2023
  • Online-Informationen Universitätsklinikum Erlangen: www.reproduktionsmedizin.uk-erlangen.de; Abruf: 06.12.2023
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Dieser Artikel enthält allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Den passenden Arzt finden Sie über unser Ärzteverzeichnis.

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Dr. Andrea Bannert

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