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Der Klimawandel bricht uns das Herz

Extremwetterereignisse führen zu einer alarmierenden Zunahme von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Todesfällen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und einkommensschwache Bevölkerungsgruppen.

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Ein Fahrradfahrer schnauft in der Stadt kurz durch – umgeben von viel Verkehr

© Getty

Extreme Temperaturen, ob glühende Hitze oder klirrende Kälte, setzen unserem Herzen zu. Das zeigen die Daten einer Übersichtsarbeit, die in der Fachzeitschrift JAMA Cardiology veröffentlicht wurde: Klimawandelbedingte Umweltstressoren und Herz-Kreislauf-Probleme hängen unheilvoll zusammen.

Herzprobleme durch extreme Temperaturen

Forschende der Harvard Medical School in Boston (USA) haben insgesamt 492 Beobachtungsstudien (die zwar keine genauen Ursachen benennen, aber Zusammenhänge aufzeigen können) ausgewertet, die zwischen 1970 und 2023 erschienen sind. Und entdeckten einen erschreckend klaren Zusammenhang zwischen extremen Temperaturen und erhöhter Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Besonders betroffen: ältere Menschen, Minderheiten und Menschen mit niedrigem Einkommen.

Unsichtbare Bedrohung durch Ozon

„Noch unerträglicher wird die Hitze durch bodennahes Ozon, das sich bei hohen Temperaturen vermehrt“, betonen die Autoren der Studie. Bodennahes Ozon ist eine weitere Folge des Klimawandels, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusätzlich erhöht. Die möglichen Folgen: Vor allem Herzinfarkte, Schlaganfälle, Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen.

Auch Naturkatastrophen wirken lange nach

Doch nicht nur große Hitze, Kälte oder Ozon machen dem Herzen zu schaffen. Auch einzelne extreme Wetterereignisse wie Hurrikane, tropische Stürme und Staubstürme sind der Studie zufolge mit einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko verbunden: „Die Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System können noch Monate nach dem Ereignis anhalten“, heißt es in der Studie.

Ein globales Problem mit ungleichen Auswirkungen

Die Studie zeigte auch, dass Daten zu den gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels in Ländern mit niedrigem Durchschnittseinkommen fehlen. Während 30 Länder mit hohem und 17 Länder mit mittlerem Einkommen in den Studien vertreten waren, wurde nur ein Land mit niedrigem Einkommen berücksichtigt – Malawi, ein Binnenstaat in Südostafrika. Dies unterstreicht nach Ansicht der Wissenschaftler die Notwendigkeit, die Forschung auf globaler Ebene auszuweiten, um ein vollständiges Bild der Risiken zu erhalten. Denn: „Der Klimawandel stellt eine unmittelbare Bedrohung für die Herz-Kreislauf-Gesundheit dar und erfordert schnelles und entschlossenes Handeln“, mahnt Professor Dhruv Kazi, Hauptautor der Studie.

Quellen
  • Dhruv K et al.: Climate Change and Cardiovascular Health – A Systematic Review; JAMA Cardiology, 2024; DOI: 10.1001/jamacardio.2024.1321

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