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Vagina und Vulva

Vagina und Vulva: Was ist die Vagina? Was ist die Vulva?

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Inhaltsverzeichnis
Nahaufnahme der Vulva einer Marmorstatue

© Pexels-cottonbro

Zusammenfassung

  • Vulva – Definition und Funktion: Als Vulva bezeichnen wir anatomisch korrekt das, was beim weiblichen Genital von außen zu sehen ist. Sie ist eine der wichtigsten weiblichen erogenen Zonen.
  • Vagina – Definition und Funktion: Die Vagina liegt im Inneren des Körpers – und verbindet die Vulva mit dem Muttermund und der Gebärmutter. Sie ist wichtig in Bezug auf die Sexualität sowie die Zeugung und Geburt eines Kindes.

Was ist die Vagina und was ist die Vulva?

Selbst Frauen wissen oft nicht, wie sie ihre Geschlechtsorgane benennen können oder sollten. Besonders die Vulva wird oft fälschlicherweise als Vagina oder Scheide bezeichnet. Doch es gibt einen Unterschied zwischen Vulva und Vagina:

  • Wer sich fragt, wo die Vulva ist, kann sich das so merken: Per Definition ist die Vulva das, was äußerlich vom weiblichen Genital zu sehen ist. Sie umfasst den Venushügel, die Vulvalippen (die inneren und äußeren Labien) und den äußeren Teil der Klitoris.
  • Will man die Vagina (Scheide) beschreiben, lässt sich festhalten, dass sie schlauchförmig und bis zu zwölf Zentimeter lang ist. Sie besteht aus Schleimhaut, ist von Muskeln und Nerven umgeben, sehr elastisch und Teil des Gebärkanals. Durch sie fließt auch das Menstruationsblut ab. Konkret bezeichnet der Begriff Vagina die Verbindung der Vulva mit dem Muttermund und der Gebärmutter.

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Aufbau der Vagina und der Vulva

Die Geschlechtsorgane sind wie folgt aufgebaut:

Vagina (Scheide): Anatomie

Die Vagina (auch Scheide genannt) besteht aus einem im Körper liegenden, flexiblen und glatten Schleimhaut- und Muskelschlauch, der zwischen zehn und zwölf Zentimeter lang ist. Er ist sehr dehnbar – was für den Sexualverkehr und die Geburt eines Kindes unverzichtbar ist. Denn sie kann sich sowohl der Größe eines Penis als auch der eines geburtsbereiten Babys anpassen.

Von außen sieht man nur den Vagina Eingang. Die Vagina selbst bzw. ihre Schleimhaut liegt im Inneren des Körpers, ist in der Regel feucht – und wird bei Erregung noch feuchter. Das Milieu der Scheide ist zudem mit einem pH-Wert zwischen 3,8 und 4,4 leicht sauer. Dies wirkt der Ansiedlung von Bakterien entgegen und schützt so vor Infektionen.

Computerillustarion von Gebärmutter, Eileitern und Eierstöcken, Muttermund, Vagina (Scheide), innerer und äußerer Schamlippen

© Veronika Graf für FOCUS-Gesundheit

Die Grafik zeigt einen Teil der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane, die Vulva mit inneren und äußeren Vulvalippen. Die Vulva ist über die Vagina (Scheide) mit der Gebärmutter (Uterus) verbunden. Am oberen Pol der Gebärmutter befinden sich auf beiden Seiten die Eiliter (Tuben), die in die Eierstöcke (Ovarien, gelb hinterlegt) münden

Vulva: Anatomie

Sie fragen sich: Was gehört zur Vulva? Die kurze Antwort lautet: Alles, was man vom äußeren weiblichen Genital sieht. Schauen wir genauer hin, erstreckt sich die Vulva vom Venushügel über die äußeren und inneren Schamlippen (Vulvalippen) bis hin zum Damm.

Der Venushügel oder Schamhügel (auch wenn es hier nichts gibt, worüber man sich schämen müsste) ist ein Fettpolster, das sich über dem Schambein (Schoßbein) hervorwölbt. Zusammen mit den großen, äußeren Schamlippen begrenzt er die Vulva.

In den Scheidenvorhof zwischen den kleinen Schamlippen mündet nicht nur die Harnröhre, die etwas unterhalb der Klitoris liegt, sondern auch die Scheide.

Eingebettet in den Scheidenvorhof sind unter anderem die Vestibulardrüsen. Sie werden auch als Scheidenvorhofdrüsen oder Bartholin-Drüsen bezeichnet – und sondern bei sexueller Erregung ein Sekret ab, das den Bereich befeuchtet und schützt.

Die zwei inneren Schamlippen gehen in die Klitoris über – die äußeren Schamlippen können sie umschließen, müssen es aber nicht. Ihre Form ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Die Spalte, die die großen Schamlippen bilden, trägt auch den Namen Schamspalte.

Spannend zu wissen: Die Klitoris (Kitzler) ist größer als ein durchschnittlicher Penis. Etwa elf Zentimeter lang erstrecken sich ihre zwei Klitorisschenkel mit ihren Schwellkörpern ins Körperinnere. Da in der Klitoris viele Nervenendigungen verlaufen, ist sie entscheidend dafür, dass Frauen sexuelle Lust empfinden und Orgasmen erleben können

Illustration der Vuvla

© Veronika Graf für FOCUS-Gesundheit

Die Vulva ist der Teil des weiblichen Geschlechts, der äusserlich sichtbar ist. Zur Vulva gehören die großen und kleinen Schamlippen, diese begrenzen den Scheidenvorhof, hier liegen Vagina- und Harnröhrenöffnung. Die zwei inneren Schamlippen gehen in die Klitoris über

Funktion der Vagina und der Vulva

Die äußeren und inneren weiblichen Genitalien haben bestimmte Funktionen. Was klinisch klingt, kann im Alltag für ziemlich viel Lust sorgen. Aber auch um eine Familie zu gründen, sind die Vagina und die Vulva von Bedeutung.

Vagina: Funktion

Die Vagina bzw. Scheide ist nicht nur der Geburtskanal, sie hat auch eine wesentliche Funktion bei der Befruchtung: Durch sie kann der Penis beim Geschlechtsverkehr in den weiblichen Körper eindringen. So können bei einem Samenerguss männliche Spermien bis zu einer Eizelle der Frau vordringen und diese befruchten.

Kommt es nicht zur Befruchtung, fließt die für eine potenzielle Schwangerschaft aufgebaute Schleimhaut in Form von Menstruationsblut durch die Vagina ab.

Nicht zu vergessen ist die Vaginawand, die im äußeren Drittel sehr berührungs- und reibungsempfindlich ist. Bei sexueller Erregung wird sie stärker durchblutet, wodurch die Schleimhaut mehr Sekret absondert.

Vulva: Funktion

Die Vulva – und hier insbesondere die Klitoris – ist eine der wichtigsten erogenen Zonen und damit ein Organ für die weibliche Lust. Ihre Schamlippen schützen den Eingang der Scheide und halten den Bereich feucht.

Sobald der weibliche Körper während der Pubertät vermehrt Sexualhormone bildet, vergrößert sich die Vulva: Insbesondere die Klitoris und die großen und kleinen Schamlippen treten hervor und die Schambehaarung wächst. Nimmt die Hormonproduktion in den Wechseljahren ab, dünnt das Gewebe der Vulva aus, die Schleimhaut wird nicht mehr so gut durchfeuchtet und die Gefahr für Infektionen steigt.

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Krankheiten der Vagina und der Vulva

Gerät das saure Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht, nimmt die Zahl der Milchsäurebakterien ab. Dadurch können sich andere Bakterien der Scheidenflora schnell vermehren. Mögliche Folge ist eine Vaginose – eine bakterielle Scheideninfektion. Diese kann auch durch mangelnde Hygiene begünstigt werden.

Eine Frau erkennt eine vaginale Infektion an: Juckreiz, Brennen sowie gräulich-weißem Ausfluss, der mitunter unangenehm fischig riecht. Bei diesen Beschwerden ist ein Gynäkologe gefragt. Er kann einen Abstrich nehmen und entsprechend dem Ergebnis eine Therapie einleiten.

Im Fall einer bakteriellen Infektion mit Gardnerella vaginalis kann er zum Beispiel ein Antibiotikum in Form von Tabletten verschreiben – oder Antibiotika-Zäpfchen bzw. -Cremes, die die betroffene Frau in ihre Vagina/Scheide einführt.

Gar nicht so selten sind auch Pilzinfektionen im Bereich der Vagina und Vulva. Typische Symptome sind ein juckender, brennender, oft geröteter, manchmal geschwollener Genitalbereich. Dazu kann ein weißer, oft dickflüssiger Ausfluss kommen, der leicht bröckelig wirkt. Der Erreger wird durch eine Probe beim Arzt bestimmt. Ist er nachgewiesen, verschreibt dieser Tabletten, eine Creme und/oder Vaginalzäpfchen.

Typische Symptome einer Infektion der äußeren Genitalien sind:

Juckreiz und ein unangenehmes bis schmerzhaftes Brennen, der Bereich kann zudem anschwellen, sich röten oder es tritt ein teils übelriechender Ausfluss aus. Auch die Lymphknoten der Leisten können sich aufgrund einer Vulva Erkrankung vergrößern.

Zu den möglichen Ursachen einer nicht infektiösen Vaginitis zählen insbesondere allergische Reaktionen (zum Beispiel auf Seifen, Intimlotionen, Waschmittel, Medikamente oder Unterwäsche).

Besteht der Verdacht auf eine infektiöse Vulva-Erkrankung, ist ein Arztbesuch sinnvoll. Eine häufige bakterielle Infektion der Vulva ist beispielsweise die Bartholinitis, bei der sich die Ausführungsgänge der Bartholin-Drüsen an der Innenseite der kleinen Schamlippen entzünden. Die Folge sind sichtbare Veränderungen der Vulva wie eine in der Regel einseitige Schwellung. Betroffene leiden unter erheblichen Schmerzen beim Sitzen oder Laufen. Zu den möglichen Behandlungsmethoden zählen Schmerzmittel und Sitzbäder. Hartnäckige Abszesse kann ein Chirurg öffnen. Auch Viren wie Herpesviren oder Feigwarzen verursachende Papillomviren können Infektionen der Vulva auslösen. Letztere können sowohl gutartig als auch bösartig sein und schlimmstenfalls Gebärmutterhalskrebs auslösen. Bösartige Tumore im Bereich der Vulva sind selten. Trotzdem sollte auffällige Veränderungen ein Arzt abklären.

Gut zu wissen: Frauen und Mädchen beugen Infektionen vor, wenn sie den Genitalbereich möglichst sauber halten – wobei eine übertriebene Intimhygiene ebenfalls zu vermeiden ist. Es reicht aus, sich täglich mit einer milden, pH-neutralen Seife zu waschen, diese gut abzuspülen und sich gründlich abzutrocknen.

Um keine Keime aus dem Stuhl in die Scheide zu wischen, sollten schon kleine Mädchen verinnerlichen, dass sie sich auf der Toilette nur von vorne nach hinten abputzen sollten. Unterwäsche sollte nicht zu eng sein. Ideal sind Slips aus atmungsaktiven Stoffen wie Baumwolle.

 

Vagina und Vulva: Welcher Arzt ist der richtige?

Die Experten für die weiblichen Geschlechtsorgane sind Gynäkologen. Dieser Facharzt stellt anhängig von den Symptomen Fragen wie:
Wann haben Sie die ersten Symptome bemerkt – und welche waren das?

  • Haben Sie Ausfluss und wenn Ja, wie sieht er aus und wie riecht er?
  • Haben Sie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr?
  • Haben Sie einen Verdacht, woher die Symptome kommen? Könnten sie allergisch bedingt sein (etwa durch ein neues Duschgel)?

Anschließend untersucht er die Betroffene körperlich und entnimmt gegebenenfalls einen Abstrich, um verdächtige Erreger zu identifizieren und eine wirksame Behandlung zu empfehlen.

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Quellen
  • S2k Leitlinie: Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Vulvakarzinoms und seiner Vorstufen.
  • Kreklau, A et al.: Measurements of a “normal vulva” in women aged 15-84: A cross-sectional prospective single centre study. 2018/06/25. BJOG: An International Journal of Obstetrics & Gynaecology: DOI: https://doi.org/10.1111/1471-0528.15387
  • Online-Informationen Amboss: www.amboss.com; Abruf: 6.7.2022
  • Online-Informationen Berufsverband der Frauenärzte e.V. Äußere Genitalien der Frau: www.frauenaerzte-im-netz.de; Abruf: 06.07.2022
  • Online-Informationen Berufsverband der Frauenärzte e.V. Bakterielle Vagionse: www.frauenaerzte-im-netz.de; Abruf: 22.08.2022
  • Online-Informationen Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de; Abruf: 28.8.2022
  • Online-Informationen MSD Manual: www.msdmanuals.com; Abruf: 28.8.2022

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Dieser Artikel enthält allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Den passenden Arzt finden Sie über unser Ärzteverzeichnis.

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