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Verhütungsring

Einen Verhütungsring legt die Frau in die Scheide ein. Dort gibt er Hormone ab, die eine Schwangerschaft verhindern sollen. Erfahren Sie, wie sicher er ist.

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Inhaltsverzeichnis
Frau hält Verhütungsring zwischen den Fingern

© Science Photo Library

Vorteile Nachteile Pearl-Index*
der Ring lässt sich ohne ärztliche Hilfe einsetzen und herausnehmen greift in den körpereigenen Hormonhaushalt ein (evtl. Nebenwirkungen wie Schwindel, Übelkeit, Stimmungsschwankungen usw.) 0,4-1,3
die Frau muss nicht jeden Tag an Verhütung denken, sondern nur zweimal im Monat (beim Einsetzen und Herausnehmen) leicht erhöhtes Risiko für Thrombosen, Herzinfarkt/Schlaganfall, bestimmte Krebserkrankungen (sehr selten)
wirkt auch bei Durchfall und Erbrechen eignet sich nicht für Frauen, die aus medizinischen Gründen keine Pille nehmen sollten
keine Hormonspitzen und -tiefs, da der Verhütungsring die Hormone gleichmäßig abgibt kein Schutz gegen sexuell übertragbare Krankheiten

*Maß für die Sicherheit einer Verhütungsmethode; gibt an, wie viele von 100 Frauen, die ein Jahr lang mit einer bestimmten Methode verhüten, dennoch schwanger werden. Bei Indizes bis 0,9 bedeutet dies, weniger als eine Frau.

Defintion: Was ist ein Verhütungsring?

Der Verhütungsring ist, wie auch Anti-Baby-Pille, Verhütungspflaster, Implantat und Hormonspirale, ein hormonelles Verhütungsmittel. Der Ring, auch Vaginalring oder manchmal Scheidenring genannt, verhindert eine ungewollte Schwangerschaft also, indem er, in der Scheide liegend, künstliche Hormone abgibt.

Er hat einen Durchmesser von 54 Millimetern, der Ring selbst ist vier Millimeter dick und besteht aus einem silikonfreien medizinischen Kunststoff, der sich biegen lässt. Lesen Sie hier, wie sicher der Verhütungsring ist, welche Nebenwirkungen er haben kann und wie Sie ihn anwenden.

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Verhütungsring: Anwendung

Wenn Sie erstmalig den Verhütungsring einsetzen und vorher nicht mit einem anderen (hormonellen) Mittel verhütet haben, tun Sie dies zwischen dem ersten und fünften Tag Ihrer Periode. Sitzt er am ersten Zyklustag in Ihrer Scheide, wirkt der Ring sofort, ab dem zweiten müssen Sie in den folgenden sieben Tagen zusätzlich verhüten, um sicher gegen eine ungewollte Schwangerschaft geschützt zu sein. Hierfür eignet sich zum Beispiel ein Kondom. Das gilt auch, wenn Sie mit dem Verhütungsring außerhalb Ihrer Periode beginnen.

Anders verhält es sich, wenn Sie von einem anderen Schwangerschaftsschutz auf den Verhütungsring umsteigen möchten. Wie Sie dann vorgehen, erfahren Sie von Ihrem Frauenarzt oder aus der Packungsbeilage des jeweiligen Ringanbieters.

Der Verhütungsring bleibt drei Wochen (21 Tage) in der Scheide, danach nehmen Sie ihn heraus und machen eine siebentägige Pause, in der für gewöhnlich die Periode einsetzt. Den gebrauchten Ring müssen Sie entsorgen, er ist nicht wiederverwendbar, da seine Wirkung mit der Zeit nachlässt und dann kein ausreichender Empfängnisschutz mehr gegeben wäre. Das Gleiche trifft zu, wenn Sie ihn länger als vier Wochen in der Scheide lassen. Sie können den Ring in den Hausmüll werfen.

Wenn Ihnen der Verhütungsring beim Sex herausrutscht, ist das nicht schlimm, solange Sie ihn innerhalb von drei Stunden wieder einführen. Spülen Sie ihn davor mit lauwarmem Wasser ab (kein heißes, da die Hormonabgabe temperaturgesteuert ist) und benutzen Sie weder Seife noch Desinfektionsmittel - diese können die Kunststoffoberfläche angreifen und dadurch die Wirksamkeit des Verhütungsrings beeinträchtigen.

Beachten Sie immer das Verfallsdatum und die Anweisungen zur Lagerung! Es gibt Präparate, die nach dem Kauf vier Monate haltbar sind und die Sie im Kühlschrank aufbewahren müssen. Andere halten sich bis zu sechs Monate und vertragen Temperaturen bis 30 Grad.

Verhütungsring einsetzen

Wann Sie den Verhügungsring einsetzen, wissen Sie nun. Jetzt geht es ans Wie. Das Grundprinzip ist einfach: Um den Verhütungsring einzuführen, hält die Frau ihn zwischen Daumen und Zeigefinger, drückt ihn zusammen und führt ihn in die Scheide ein. Dort nimmt er seine ursprüngliche Form an. Es gibt keine vorgeschriebene Position für den Verhütungsring und laut Herstellern kann er sich weder verkanten noch im Körper „verlorengehen“.

Das Einführen und Herausnehmen verläuft normalerweise schmerzfrei. Wählen Sie dafür eine Haltung, die bequem für Sie ist. Manche Frauen liegen, andere stehen und stellen eventuell ein Bein auf einen Stuhl, um besser an den Vaginalbereich heranzukommen.

Verhütungsring rausnehmen

Um den Vaginalring zu entfernen, fassen Sie in Ihre Scheide, tasten nach dem Ring und fassen ihn am unteren Ende. Dann ziehen Sie ihn einfach heraus. Die nächsten Ringe sollten Sie für optimale Verhütungssicherheit stets etwas zur gleichen Uhrzeit und am gleichen Wochentag einsetzen und herausnehmen.

Verhütungsring absetzen

Den Verhütungsring abzusetzen ist an sich jederzeit möglich. Am besten tun Sie dies am Ende Ihres normalen Zyklus, indem Sie den nächsten Ring einfach nicht einsetzen. Möchten Sie ihn früher absetzen, können Sie dies auch nach zwei Wochen schon tun. Allerdings nur, wenn Sie ihn zuvor sieben Tage am Stück durchgängig getragen, also nie länger als drei Stunden am Stück, entfernt haben.

Setzen Sie ihn früher ab, also mitten im Zyklus, kann dies den Empfängnisschutz beeinträchtigen. Sollten Sie dies tun wollen, weil Sie starke Nebenwirkungen spüren, besprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt, wie Sie am besten vorgehen.

Verhütungsring: Sicherheit

Bei perfekter Anwendung hat der Verhütungsring einen Pearl-Index von 0,4-1,3. Das bedeutet, dass von 1.000 Frauen, die ein Jahr lang mit dieser Methode verhütet haben, vier bis 13 trotzdem schwanger geworden sind.

Dieser Wert bedeutet, dass der Verhütungsring, korrekt angewendet, ein sicherer Schwangerschaftsschutz ist. Anwendungsfehler sind bei dieser Verhütungsmethode aber relativ häufig: falsch gelagert, zu lange in der Scheide gelassen, mit den „falschen“ Medikamenten kombiniert … und schon ist die Schutzwirkung eingeschränkt.

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Verhütungsring: Wirkung

Ein Vaginalring enthält die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen. Es gibt mittlerweile verschiedene Verhütungsring-Marken, die aber alle mit einer ähnlichen Hormon-Kombination wirken.

Führt die Frau den Ring in ihre Scheide ein, gibt er diese Hormone dort fortlaufend ab. Sie schützen vor einer Schwangerschaft, indem sie den Eisprung verhindern und den Schleim am Gebärmutterhals dicker werden lassen. So kommen die Spermien nicht mehr hindurch.

Ein Verhütungsring wirkt also auf dieselbe Art und Weise wie eine klassische Anti-Baby-Pille. Er hat ihr gegenüber jedoch die Vorteile, dass die Hormone nicht punktuell zu einer bestimmten Tageszeit in den Körper gelangen, dass die Wirkstoffe nicht über das Verdauungssystem in den Körper wandern und dass die Frau nur zweimal pro Monat an den Schwangerschaftsschutz denken muss.

Ob Verhütungsring oder Pille die geeignetere Verhütungsmethode ist, hängt also auch von der Einnahmedisziplin der Anwenderin ab.

Verhütungsring: Nebenwirkungen

An sich eignet sich der Verhütungsring für alle Frauen, die hormonell und vergleichsweise unkompliziert verhüten möchten. Nicht empfehlenswert ist er allerdings für Frauen über 35 Jahren, die täglich mehr als 15 Zigaretten rauchen. Denn der Verhütungsring, ebenso wie die Pille, erhöht das Risiko für Thrombosen, Herzinfarkt und Schlaganfall Studien zufolge leicht.

Durch das Rauchen wäre die Gefahr nochmals größer. Bei stillenden Frauen können die vom Verhütungsring freigesetzten Hormone die Milchproduktion reduzieren und deren Zusammensetzung verändern. Sie sollten deshalb während der Stillzeit auf den Vaginalring als Verhütungsmethode verzichten.

Und es gibt ein paar Faktoren, bei denen vom Verhütungsring grundsätzlich abzuraten ist. Dazu gehören zum Beispiel:

  • frühere oder bestehende Thrombosen (Blutgerinnsel) oder die familiäre/erbliche Neigung dazu
  • schwere Lebererkrankungen oder Tumore (auch inzwischen abgeheilte)
  • Diabetes mellitus mit Gefäßveränderungen
  • nicht abgeklärte vaginale Blutungen
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Verhütungsring: Vor- und Nachteile

Den perfekten Empfängnisschutz, der sich für jeden eignet und der zu 100 Prozent sicher ist, gibt es nicht. So hat auch der Verhütungsring seine Vorteile und Nachteile. Für ihn spricht, dass

  • er einfach zu handhaben und von der Frau selbst einsetz- und herausnehmbar ist.
  • er auch dann noch wirkt, wenn die Frau Durchfall hat oder sich erbrechen muss.
  • die Frau ihn pro Monat nur einmal einlegt und nach drei Wochen wieder herausnimmt. Dazwischen muss sie nicht an Verhütung denken.
  • er sich auch bei Allergien gegen Silikon eignet.

Manche Frauen empfinden es jedoch als unangenehm, sich den Verhütungsring einzuführen. Sehr selten ist dies aufgrund von (körperlichen) Beeinträchtigungen auch gar nicht möglich. Außerdem hat der Verhütungsring Nachteile, die mit dem Hormonmix zusammenhängen und die denen anderer hormoneller Verhütungsmittel ähneln wie:

  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • sexuelle Unlust
  • Stimmungsschwankungen
  • Schwindel
  • Spannungsgefühl in den Brüsten
  • (anfangs) Zwischenblutungen

Bei manchen Frauen löst der Verhütungsring eine Scheidenentzündung aus und auch mit einigen Medikamenten verträgt er sich nicht. Die Wirkung einschränken können zum Beispiel

  • Antibiotika
  • Johanniskraut
  • Arzneien gegen HIV/AIDS
  • Medikamente gegen Pilzinfektionen
  • Mittel gegen Tuberkulose
  • Antiepileptika

Informieren Sie Ihren Frauenarzt immer über sämtliche Medikamente, die Sie einnehmen – auch über solche, die Sie sich rezeptfrei besorgt haben. Lesen Sie auf jeden Fall die Packungsbeilage des jeweiligen Verhütungsrings.

 

Das richtige Verhütungsmittel finden (Podcast #15)

Gast: Dr. Mandy Mangler, Chefärztin der Gynäkologie am Auguste-Viktoria-Klinikum in Berlin

Mehr Infos zur Folge

Das passende Verhütungsmittel muss nicht immer das gleiche sein. „Ruhig mal wechseln“, sagt Dr. Mandy Mangler. Sie ist Chefärztin der Gynäkologie am Auguste-Viktoria-Klinikum in Berlin und unsere Expertin dieser Folge.

Die Pille ist zwar noch das Verhütungsmittel Nummer eins in Deutschland – aber die ärztlichen Verordnungen sind seit Jahren rückläufig. Gerade bei jungen Frauen. Es gibt Alternativen, die für die eine oder den anderen vielleicht besser funktionieren.

Wir klären über die vielen Möglichkeiten auf, sich vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen; gehen auf Nebenwirkungen ein und schildern euch, wie ihr Fehler in der Anwendung vermeidet – damit ihr herausfinden könnt, welches Verhütungsmittel für eure Lebenssituation und Bedürfnisse ideal ist.

Verhütungsring: Kosten

Den Vaginalring gibt es nur auf Rezept in der Apotheke. Bevor Sie mit dieser Methode verhüten können, müssen Sie also zum Frauenarzt und sich den Verhütungsring verschreiben lassen. Eine Dreierpackung kostet je nach Produkt zwischen 36 und 58 Euro, es gibt aber auch Sechserpacks, bei denen der Stückpreis pro Verhütungsring dann geringer ist.

Quellen
  • Lidegaard Ø, et al.: Venous thrombosis in users of non-oral hormonal contraception: follow-up study; British Medical Journal; 2012; DOI: 10.1136/bmj.e2990
  • Online-Informationen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA): www.familienplanung.de; Abruf: 13.03.2024
  • Online-Informationen Pro Familia Bundesverband:  www.profamilia.de; Abruf: 13.03.2024
  • Online-Informationen Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF): www.frauenaerzte-im-netz.de; 13.03.2024
  • Online-Informationen Amboss: www.amboss.com; Abruf: 14.03.2024

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Dieser Artikel enthält allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Den passenden Arzt finden Sie über unser Ärzteverzeichnis.

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