Werbung

Werbung

Femidom (Frauenkondom)

Das Frauenkondom verhütet ähnlich wie das für Männer: ein dünner Gummischlauch soll Spermien abhalten. Vor- und Nachteile der Methode.

Werbung

Inhaltsverzeichnis
Femidom: Kondom für die Frau

© Shutterstock

Vorteile Nachteile Pearl-Index*
Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten Einlegen kann den Geschlechtsverkehr unterbrechen 5-25
bei Bedarf anwendbar Handhabung erfordert etwas Übung
enthält keine künstlichen Hormone, die den weiblichen Zyklus beeinflussen kann beim Sex knistern oder aus der Scheide rutschen
auch bei Latexallergie verwendbar nur einmal verwendbar

*Maß für die Sicherheit einer Verhütungsmethode; gibt an, wie viele von 100 Frauen, die ein Jahr lang mit einer bestimmten Methode verhüten, dennoch schwanger werden. Bei Indizes bis 0,9 bedeutet dies, weniger als eine Frau.

Was ist ein Femidom?

Gleiches Verhütungsrecht für alle? In Bezug auf das Kondom trifft das sogar zu. Denn das „Gummi“ gibt es nicht nur für Männer. Das Kondom für die Frau heißt Femidom. Das Verhütungsmittel besteht aus Polyurethan und wird in die Scheide eingesetzt. Es kann nur einmal verwendet und muss nach dem Geschlechtsverkehr entsorgt werden. Das Femidom ist das einzige Verhütungsmittel, mit dem sich Frauen selbst gegen sexuell übertragbare Krankheiten schützen können.

Werbung

Frauenkondom: Wirkung

Das Wirkprinzip ist einfach und ähnlich dem des Kondoms für Männer: Eine dünne, mit Gleitmittel befeuchtete Polyurethan-Hülle, die an einem Ende offen, am anderen geschlossen ist, soll den Spermien den Weg zur Eizelle versperren.

Da dank Frauenkondom auch kein direkter Kontakt zwischen Penis und Scheidenschleimhaut besteht, schützt es außerdem vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV, Chlamydien oder Hepatitis.

Frauenkondom: Anwendung

Trotz aller Gemeinsamkeiten, ganz gleich sind die beiden „Gummis“ nicht. Beim Frauenkondom sitzt beispielsweise an beiden Enden ein flexibler Ring und es ist bei ungefähr gleicher Länge deutlich weiter als sein männliches Pendant.

Femidom richtig einsetzen

Die Anwenderin führt das Frauenkondom mit der geschlossenen Seite zuerst ein – und zwar möglichst weit hinein in die Scheide. Dazu drückt sie den Ring mit den Fingern zusammen. Das Kondom sollte glatt und nicht verdreht in der Scheide liegen, damit der Penis ungehindert eindringen kann. Den Sitz können Sie mit der Hand kontrollieren.

Der offene, etwas größere Ring bleibt auf den großen Schamlippen liegen beim Einsetzen des Femidoms. Eine Anleitung für die korrekte Anwendung gibt auch der Beipackzettel.

Tipp: Damit der Penis geschmeidiger eindringen und sich auf und ab bewegen kann, können Sie ihn mit einem wasserlöslichen Gleitgel bestreichen. Das verringert auch das Risiko, dass das Glied hängenbleibt und das Frauenkondom mit herauszieht. Zusätzlich können Sie auch ein spermienabtötendes Mittel verwenden, um den Schwangerschaftsschutz zu erhöhen.

Einlegen können Sie das Frauenkondom bereits bis zu zehn Stunden vor dem eigentlichen Geschlechtsverkehr. Danach sollten Sie es aber nicht mehr lange in der Scheide lassen, sondern den außen liegenden Ring sorgfältig zudrehen, das Kondom herausnehmen und entsorgen. Es ist nur einmal verwendbar! Am besten erledigen Sie die ersten beiden Schritte noch im Liegen, so kann das Sperma nicht so leicht herauslaufen.

Werbung

Frauenkondom: Sicherheit

Das Femidom hat einen Pearl-Index von 5 bis 25. Das heißt, von 100 Frauen, die diese Verhütungsmethode zwölf Monate lang angewendet haben, sind fünf bis 25 trotzdem ungewollt schwanger geworden. Der Index für das Kondom für Männer liegt bei 2 bis 12.

Warum es diesen Unterschied gibt, ist nicht abschließend geklärt. Vermutlich liegt es an Anwendungsfehlern, zum Beispiel, wenn das Frauenkondom in die Scheide rutscht, versehentlich beschädigt wird oder die Frau beim Herausnehmen das offene Ende nicht ausreichend zudreht, sodass Samen (eventuell auch über die Finger) in die Scheide geraten.

Frauenkondom: Nachteile

Der größte Nachteil des Femidoms ist die geringe Sicherheit. Nebenwirkungen sind beim Frauenkondom nicht bekannt, da dem Körper keine Hormone oder andere künstliche Substanzen zugeführt werden und das Material antiallergen ist. Was jedoch den Spaß am Sex etwas trüben kann, ist das Einlegen, das etwas Übung erfordert und spontanen Geschlechtsverkehr zwangsläufig unterbricht. Das Material raschelt außerdem etwas.

Werbung

Frauenkondom: Vorteile

Ein Frauenkondom ist eine nicht ganz so sichere Alternative zu Anti-Baby-Pille, Hormonspirale und Co., wenn Sie keine Hormone zuführen möchten oder keinen festen Sexualpartner haben. Sie können es bei Bedarf anwenden und es ist das einzige Verhütungsmittel, mit dem sich Frauen aktiv gegen sexuell übertragbare Krankheiten schützen können.

Da das Femidom aus Polyurethan besteht, können es auch Frauen benutzen, die eine Allergie gegen Latex haben. Polyurethan ist außerdem reißfester. Im Gegensatz zum Kondom für den Mann können Sie das Frauenkondom bereits vor dem Sex einlegen, das macht die Verhütung damit etwas planbarer und Sie müssen den Akt nicht unterbrechen, um das Femidom einzulegen. Die gute Nachricht für beide Partner: Ein Frauenkondom passt so gut wie immer, egal wie groß oder klein, schmal oder breit Penis und Scheide sind.

 

 

Das richtige Verhütungsmittel finden (Podcast #15)

Gast: Dr. Mandy Mangler, Chefärztin der Gynäkologie am Auguste-Viktoria-Klinikum in Berlin

Mehr Infos zur Folge

Das passende Verhütungsmittel muss nicht immer das gleiche sein. „Ruhig mal wechseln“, sagt Dr. Mandy Mangler. Sie ist Chefärztin der Gynäkologie am Auguste-Viktoria-Klinikum in Berlin und unsere Expertin dieser Folge.

Die Pille ist zwar noch das Verhütungsmittel Nummer eins in Deutschland – aber die ärztlichen Verordnungen sind seit Jahren rückläufig. Gerade bei jungen Frauen. Es gibt Alternativen, die für die eine oder den anderen vielleicht besser funktionieren.

Wir klären über die vielen Möglichkeiten auf, sich vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen; gehen auf Nebenwirkungen ein und schildern euch, wie ihr Fehler in der Anwendung vermeidet – damit ihr herausfinden könnt, welches Verhütungsmittel für eure Lebenssituation und Bedürfnisse ideal ist.

Frauenkondom: Kosten

Die Kosten für Frauenkondome variieren – je größer die Packung, umso kleiner ist der Einzelpreis für ein Femidom. Die Kosten liegen bei etwa 2,30 Euro pro Stück, können je nach Marke und Packungsgröße aber auch höher sein. Da Sie jedes Femidom nur einmal benutzen können, summieren sich die Kosten ziemlich schnell. Zum Vergleich: ein Dutzend Kondome für Männer gibt es schon ab sechs Euro.

Quellen
  • Online-Informationen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA): www.familienplanung.de; Abruf: 22.03.2024
  • Online-Informationen Pro Familia Bundesverband: www.profamilia.de; Abruf: 22.03.2024

© FOCUS-Gesundheit

Die große Ärzteliste 2024

FOCUS-Gesundheit 02/24
Immuntheapien bremsen Nahrungsmittelallergien. Sexuell übertragbare Krankheiten treffen jedes Alter. Plus: 4.100 Experten für 126 Erkrankungen und Fachgebiete. U.v.m.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel enthält allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Den passenden Arzt finden Sie über unser Ärzteverzeichnis.

Höchster Qualitätsanspruch: So arbeiten wir.

Fragen? Schreiben Sie uns!

Dr. Andrea Bannert

Redaktionsleitung DIGITAL FOCUS-Gesundheit

Facebook Logo Instagram Logo Email Logo
Fragen Bild
Redaktor Bild

Hinweis der Redaktion

Im Sinne einer besseren Lesbarkeit unserer Artikel verwenden wir kontextbezogen jeweils die männliche oder die weibliche Form. Sprache ist nicht neutral, nicht universal und nicht objektiv. Das ist uns bewusst. Die verkürzte Sprachform hat also ausschließlich redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung. Jede Person – unabhängig vom Geschlecht – darf und soll sich gleichermaßen angesprochen fühlen.

Weitere Online-Angebote:

Services der © BurdaVerlag Data Publishing GmbH, Deutsches Institut für Qualität und Finanzen