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Hormonersatztherapie

Eine Hormonersatztherapie soll Wechseljahresbeschwerden lindern. Was Frauen dabei bedenken sollten und welche Präparate es gibt, erfahren Sie hier.

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Inhaltsverzeichnis
Hormonersatztherapie mittels Gel

© Science Photo Library

Was ist Hormonersatztherapie?

Eine Hormonersatztherapie soll die Wechseljahre beziehungsweise die damit einhergehenden Beschwerden abmildern. Denn in den Wechseljahren produziert der Körper weniger Hormone, ein Mangel entsteht. Der kann zu Schlafstörungen führen, zu depressiven Verstimmungen oder Hitzewallungen. Beschwerden, die die meisten Frauen möglichst schnell wieder loswerden möchten.

Wichtig: Eine Hormonersatztherapie zielt nicht darauf ab, die Hormonkonzentration, die vor den Wechseljahren im Körper bestand, wiederherzustellen. Sie soll vielmehr die Beschwerden, die der entstandene Östrogenmangel verursacht hat, lindern oder bestenfalls beseitigen. Früher galt die Hormonersatztherapie als allgemein gesundheitsfördernd und vorbeugend. Heute empfehlen sie Experten nur noch, wenn die Beschwerden die Lebensqualität der Frau merklich einschränken.

Derzeit gelten als Argumente für eine Hormonersatztherapie sowohl sogenannte klimakterische Beschwerden wie Hitzewallungen, vaginale Trockenheit oder Reizbarkeit, als auch das Verhindern von Erkrankungen wie Osteoporose und Depression.

Wechseljahre: Sheila de Liz über vermeidbares Leid, Hormontherapie und Sex ab Mitte 40 (Podcast #40)

Zu Gast im Podcast:

Dr. Sheila de Liz, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Buchautorin
Mehr zur Folge:

Die Wechseljahre beginnen früher als man denkt. Schon mit Ende 30 können sich die ersten Vorboten in Form von Schlafstörungen oder innerer Unruhe bemerkbar machen. Viele Frauen leiden stillschweigend und nehmen die Beschwerden einfach hin. Das müssen und sollten sie nicht, ist die Gynäkologin und Bestseller-Autorin Dr. Sheila de Liz überzeugt.

Sie erklärt in dieser Folge von Auf Herz und Nieren, wie moderne Hormontherapien gegen Verstimmungen, Schlafstörungen oder Hitzewallungen wirken und für wen sie in Frage kommen. Außerdem verrät sie, warum Sex ab Mitte 40 besser wird und wie Frauen mit zunehmendem Alter fokussierter und stärker werden.

Hormonersatztherapie: Präparate

Sexualhormone auf Rezept: Bei der Hormonersatztherapie führt die Frau entweder nur Östrogene (Monotherapie) oder eine Kombination aus Gestagen und Östrogen (Kombinationstherapie) zu. Seltener kommt auch das künstliche Hormon Tibolon zum Einsatz, das es überflüssig macht, zusätzlich Gestagen zuzuführen. Allerdings eignet sich Tibolon erst ab einem Jahr nach Beginn der Menopause, da es sonst vermehrt zu Blutungen kommen kann.

Welche Methode der Arzt empfiehlt, wie hoch beziehungsweise gering die Dosierung sein darf, um wirksam zu sein, und in welcher Form die Frau die weiblichen Sexualhormone bei der Hormonersatztherapie einnimmt, ist individuell verschieden.

  • Eine unkomplizierte Variante ist zum Beispiel die Hormonersatztherapie per Pflaster. Das wechselt die Frau ein- bis zweimal pro Woche, sie kann damit normal duschen, Sport treiben und ihren Alltag bestreiten.
  • Auch eine Hormonersatztherapie mittels Gel ist möglich, allerdings etwas aufwändiger als das Pflaster. Die Frau trägt es täglich auf Oberschenkel oder Bauch auf. Das Gel enthält natürliche Östrogene, je nach Produkt unterschiedlich dosiert.
  • Cremes, Salben und Scheidenzäpfchen mit Östrogen wirken hauptsächlich auf Harnröhre, Scheide und Blase. Entsprechend lassen sich damit lokal Beschwerden wie Scheidentrockenheit oder Harnwegsinfekte behandeln. Die Frau wendet sie mehrmals wöchentlich an.
  • Tabletten erlauben eine individuelle Kombination von Östrogenen und Gestagenen. Die Frau schluckt sie, je nach Bedarf und Beschwerden, einmal täglich und durchgehend oder macht regelmäßig eine Einnahmepause, ähnlich wie bei der Anti-Baby-Pille.

Der behandelnde Arzt wird bei der Hormontherapie die Medikamente so gering wie möglich dosieren, das heißt, mit der minimalen Dosis, mit der sich die Wechseljahresbeschwerden wirksam behandeln lassen.

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Daneben gibt es einige pflanzliche Mittel mit östrogenähnlicher Wirkung (Pytoöstrogene, Isoflavone), die bei Wechseljahresbeschwerden helfen sollen. Unter anderem gehören dazu Baldrian, Hopfen, Johanniskraut, Mönchspfeffer, Salbei oder Soja. Deren Wirksamkeit ist durch wissenschaftliche Studien derzeit aber (noch) nicht ausreichend belegt. Manche können sogar gefährlich werden: Gelten solche Heilpflanzen in natürlicher Form (z. B. Tee) als ungefährlich, können sie in konzentrierter Tabletten- oder Pulverform teilweise unerwünschte Nebenwirkungen auslösen.

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Hormonersatztherapie: wann tritt die Wirkung ein?

Eine Hormontherapie sollte wohlüberlegt sein. Entscheiden sich Arzt und Patientin jedoch dafür, macht sich die Wirkung meist zügig bemerkbar. Beschwerden wie Schlafstörungen, Hitzewallungen und depressive Verstimmungen lassen oft schon nach wenigen Tagen nach, spätestens aber nach zwei bis vier Wochen. Mehrere Monate dauert es, bis sich chronische Leiden oder degenerativen Erkrankungen, bei denen die Nervenzellen zugrunde gehen, wie Arteriosklerose oder Osteoporose bessern. Auch die positiven Effekte von Östrogen auf die Haut und die Gefäße lassen für gewöhnlich ähnlich lange auf sich warten.

Hormonersatztherapie: Nebenwirkungen

Hormone haben großen Einfluss auf verschiedene Vorgänge im Körper. Deshalb sollten Arzt und Patientin immer sorgfältig abwägen, ob eine Behandlung sinnvoll ist, sowie Nutzen und Risiken besprechen bevor die Entscheidung für oder gegen eine Hormonersatztherapie fällt. Diese sollte sich dann nach den persönlichen Wünschen und Bedürfnissen der Frau richten.

Eine gängige Nebenwirkung der Hormonersatztherapie ist eine Gewichtszunahme, häufig sind Wassereinlagerungen im Gewebe der Grund dafür.

Auch Brustspannen und Blutungsstörungen sind oft unerwünschte Nebeneffekte einer Hormongabe. Letztere treten bei 30 bis 40 Prozent der Frauen auf und reichen von kurzen Zwischen- bis hin zu Dauerblutungen. Manche Frauen verlieren die Lust auf Sex oder fühlen sich generell antriebslos.

Auch schwere Erkrankungen können auftreten im Zuge einer Hormonersatztherapie: Brustkrebs wird beispielsweise bei einer Behandlungsdauer von mehr als fünf Jahren wahrscheinlicher, wobei die Therapie nicht der Auslöser zu sein scheint, sondern lediglich das Wachstum der Zellen stimuliert.

Ebenfalls steigen kann das Risiko von Thrombosen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Frauen sollten deshalb mindestens einmal pro Jahr mit ihrem Arzt besprechen, ob und wie sie weiter behandelt werden sollten, besonders, wenn sie erblich vorbelastet sind (z. B. Brustkrebs, Thrombosen), Übergewicht haben, stark rauchen oder nach einer Operation oder Ähnlichem länger liegen mussten (Thrombosen, Embolien).

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Hormonersatztherapie richtig beenden

Eine klare und allgemein gültige Empfehlung gibt es weder für die Hormonersatztherapie noch dafür, wie lange sie dauern sollte. Darum ist es wichtig, dass der behandelnde Arzt und die betroffene Frau regelmäßig (min. einmal pro Jahr) bewerten, ob die Behandlung wie gewünscht anschlägt, ob es Nebenwirkungen gibt und wie hoch der Leidensdruck durch die Wechseljahresbeschwerden ist.

Engmaschig überprüft, kann die Hormonersatztherapie auch länger als fünf Jahre andauern oder nach dem 60. Lebensjahr beginnen, wobei letzteres aufgrund des erhöhten Risikos schwerer Erkrankungen (z. B. Schlaganfall) genau überlegt sein will.

Frauen, die die Hormonersatztherapie absetzen möchten – sei es, weil sie testen wollen, ob sie noch notwendig ist oder weil die Nebenwirkungen sie mehr plagen als die Wechseljahresbeschwerden – sollten dies nicht abrupt und nur in Absprache mit ihrem Arzt tun. Bisher lässt sich nicht vorhersagen, wie es sich auswirkt, wenn die Hormonzufuhr verebbt. Eventuell ist die kritische Phase schon überstanden und mit ihr die Wechseljahresbeschwerden. Vielleicht hat die Hormonersatztherapie die Hormonumstellung aber auch nur aufgeschoben, sodass die Beschwerden zurückkehren, sobald die Frau keine Hormone mehr zuführt. Reduzieren Sie die Dosis auf jeden Fall langsam und warten Sie nach jeder Stufe ab, wie Ihr Körper auf die Anpassung reagiert.

Gerade, wenn die Hormondosis hoch war, können Sie Schweißausbrüche und Hitzewallungen bekommen, wenn Sie die Menge zu schnell verringern. Besser: die Dosis über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten „ausschleichen“.

Hormonersatztherapie beim Mann

Auch Männer können in eine Art Wechseljahre kommen. Dann nämlich, wenn die Testosteronproduktion abnimmt. Bemerkbar macht sich das meist zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr – mit ähnlichen Beschwerden wie bei der Frau.

Die Forschung in diesem Bereich ist noch nicht sehr weit fortgeschritten, über die Folgen und die Wirkung von Hormongaben bei Männern ist wenig bekannt. Deshalb sollte sich niemand voreilig einer Hormonersatztherapie mit dem männlichen Sexualhormon unterziehen. In jedem Fall sollten Männer dieses Vorhaben genau mit ihrem Arzt besprechen. Ausführlichere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Beitrag Wechseljahre beim Mann.

Quellen
  • S3-Leitlinie: Hormontherapie (HT) in der Peri- und Postmenopause (Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG); Stand: 2010
  • Kleine-Glunk, B et al.: Attraktiv und fit durch die Wechseljahre; Trias Verlag; 2. Auflage 2002
  • Online-Informationen Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF) und Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): www.frauenaerzte-im-netz.de; Abruf: 08.11.2018
  • Online-Informationen Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de; Abruf: 08.11.2018
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Dieser Artikel enthält allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Den passenden Arzt finden Sie über unser Ärzteverzeichnis.

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