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Kieferklemme

Bei einer Kieferklemme lässt sich der Mund nicht mehr normal öffnen. Lesen Sie hier, wie sie entsteht, sich behandeln lässt und welche Ursachen sie hat.

Geprüft von Sophie Sonnenberger, Medizinredakteurin

Veröffentlicht:
Aktualisiert: 2022-02-14T00:00:00+01:00 2022-02-14T00:00:00+01:00

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Inhaltsverzeichnis
Ärztin sieht sich ein Röntgenbild des Kopfs und Hals an

© Robert Kneschke/Shutterstock

Kieferklemme: Was ist das?

Wie der Name schon andeutet, ist die Beweglichkeit des Kiefers bei einer Kieferklemme eingeschränkt. Der Fachbegriff dafür heißt Ankylostoma und bezeichnet einen Zustand, in dem sich der Mund nur unter Schmerzen oder gar nicht mehr öffnen lässt. Darin unterscheidet sich eine Kieferklemme von einer Kiefersperre, bei der sich der Mund nicht mehr schließen lässt.

Eine Kieferklemme ist kein eigenes Krankheitsbild, sondern nur ein Symptom. Von einem Muskelkrampf über eine Entzündung bis zu einer verrutschten Knorpelscheibe können zahlreiche Ursachen dahinterstecken. Um eine Kieferklemme loszuwerden, gilt es zunächst die Ursache dafür zu finden. Die gute Nachricht: Kieferklemmen treten eher selten auf. Sie sind zwar sehr unangenehm, aber in der Regel harmlos. Wenn sie nicht von selbst verschwinden, bringt die Beseitigung ihres Auslösers meist den gewünschten Erfolg.

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Ausprägung und Dauer einer Kieferklemme

Ärzte unterscheiden bei einer Kieferklemme verschiedene Schweregrade. Das hilft den Medizinern, den Befund einzuordnen und den Verlauf der Therapie besser zu beurteilen. Dafür messen sie die Schneidekantendistanz, also den Abstand zwischen den Kanten der Schneidezähne des Ober- und Unterkiefers bei maximal möglicher Mundöffnung. Das Ergebnis teilen sie in einen der drei Schweregrade ein:

  • Grad 1: Leichte und subjektiv eingeschränkte Mundöffnung
  • Grad 2: Maximale Mundöffnung 10 Millimeter
  • Grad 3: Maximale Mundöffnung 1 Millimeter

Je nachdem, ob die Kieferklemme ein- oder beidseitig auftritt sprechen Experten von einer unilateralen oder bilateralen Kieferklemme. Wie lange eine solche Klemme andauert, lässt sich nicht pauschal beantworten. Das hängt von Faktoren wie der Ursache, der Ausprägung und Begleiterkrankungen ab. Ein bisschen Geduld schadet auf jeden Fall nicht: Im Gegensatz zu einer Kiefersperre, die sich oft innerhalb von Sekunden buchstäblich wieder einrenken lässt, kann sich eine Kieferklemme über Wochen und Monate hinziehen und nur in kleinen Schritten lösen. Trotzdem verschwindet sie in den meisten Fällen wieder vollständig.

Ursachen einer Kieferklemme

Da eine Kieferklemme ein Symptom einer anderen Erkrankung ist, kann sie viele Ursachen haben. Deshalb kann die Diagnose mitunter ein wenig Tüftelei erfordern. Die häufigsten Auslöser haben wir hier aufgelistet.

Muskuläre Ursachen

Mitunter gerät das Zusammenspiel von Kiefergelenk und Kaumuskulatur aus dem Gleichgewicht. In vielen Fällen sind dafür die Muskeln verantwortlich. Verkrampfen sie, kommt es zu einem Schluss der Mundöffnung – denn die Mundschließer sind von Natur aus stärker als die Mundöffner. Weil Kieferklemmen infolge von Muskelkrämpfen relativ häufig vorkommen, gibt es dafür einen eigenen Begriff: Trismus.

Solche Krämpfe können verschiedene Ursachen haben. Sie sind zum Beispiel ein typisches Symptom bei Krankheiten wie Wundstarrkrampf (Tetanus), Hirnhautentzündung (Meningitis) oder dem Hecht-Syndrom, einer Erbkrankheit, bei der die Mundöffnung von Geburt an eingeschränkt ist. Auch bei einem epileptischen Anfall, einem durch eine psychische Störung bedingten Krampfanfall oder einer Tetanie, also übererregbaren Nerven und Muskeln, gehören Kieferklemmen zu den häufigen Symptomen.

Daneben können Kieferklemmen bei einem Schädelbasisbruch oder einem Tumor an der Ohrspeicheldrüse (Parotistumor) auftreten – das ist eine Gewebewucherung in der Nähe der Ohrspeicheldrüse. Abgesehen von diesen Krankheiten können auch Amphetamine wie Speed oder Ecstasy Muskelkrämpfe auszulösen, von denen nicht selten die Kaumuskulatur betroffen ist. Drogenkonsum gehört daher ebenfalls zu den Auslösern.

Allerdings sind die Ursachen in den meisten Fällen weit weniger dramatisch: Mitunter verspannt sich die Kaumuskulatur einfach in Folge von Stress und psychischer Belastung, durch Haltungsschäden, einen Fehlbiss, nach langen Zahnbehandlungen oder durch schädliche Angewohnheiten wie Kieferpressen oder schiefes Kauen. Auch nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus) oder eine Funktionsstörung des Kiefers (CMD: Craniomandibuläre Dysfunktion) kommen als Auslöser in Betracht, weil sie der Kaumuskulatur auf Dauer sehr zusetzen. Und nicht zuletzt gibt es eine Reihe weiterer Ursachen, die nichts mit der Muskulatur zu tun haben.

Mechanische Ursachen

Auch mechanische Ursachen kommen als Auslöser einer Kieferklemme in Betracht. Häufig macht dabei das Kiefergelenk selbst Probleme: Bei einer Diskusverlagerung etwa verrutscht die knorpelige Gelenkzwischenscheibe (Diskus). Sie sitzt normalerweise im Gelenkspalt des Kiefergelenks, also zwischen der Gelenkpfanne des Oberkiefers und dem Gelenkköpfchen des Unterkiefers. Dort sorgt sie für einen reibungslosen Ablauf von Bewegungen. Verrutscht sie jedoch, blockiert sie genau diese Mobilität und kann eine Kieferklemme verursachen.

In manchen Fällen springt die Gelenkscheibe sogar heraus, was einer Art Bandscheibenvorfall im Kiefergelenk gleichkommt und als Diskusprolaps bezeichnet wird. Beide Krankheitsbilder kündigen sich oft Monate im Voraus durch knackende und knirschende Geräusche und/oder Schmerzen im Kiefer an und können letztlich zu einer Kieferklemme führen. Solche Knorpelschäden können auch einseitig vorkommen. In diesem Fall weicht der Unterkiefer bei der Mundöffnung zur kranken Seite ab.

Auch Frakturen können auf mechanische Art Kieferklemmen verursachen, etwa in Folge von Stürzen oder Schlägen. Bei einer Unterkieferfraktur in Höhe des Gelenkhalses oder einem Jochbeinbruch etwa treten sie häufig auf, weil Splitter in das Gelenks geraten und dessen Mobilität blockieren. Doch nicht immer müssen Knochen brechen: Manchmal reicht auch eine Verrenkung des Unterkiefers (Kieferluxation), um die Beschwerden auszulösen.

ine solche Verrenkung kann nach einem Unfall oder nach einer weiten Öffnung des Mundes auftreten – etwa bei einem herzhaften Gähnen oder dem Biss in eine große Frucht. Durch die extreme Öffnung rutschen die Köpfchen des Kiefergelenks aus der Gelenkpfanne im Oberkiefer. In den meisten Fällen führt das zu einer Kiefersperre, manchmal aber auch zu einer Kieferklemme.  

Neben Frakturen und Knorpelschäden kommen auch degenerative Erkrankungen wie eine Kiefergelenksarthritis, ausgedehnte Hämatome oder Tumore als mechanische Auslöser in Betracht. Bei Krebserkrankungen im Mund- und Rachenraum können Gewebewucherungen so ungünstig auf den Kiefer drücken oder Krebszellen in die Kaumuskulatur vordringen, dass es zu einer Kieferklemme kommt. Am größten ist das Risiko dafür bei Tumoren im oberen Rachenbereich, der Mundhöhle, im Nasenrachen, dem Kehlkopf oder der Speicheldrüse am Ohr.

Kurz: Bei Tumoren, die in der Nähe des Kiefers liegen. Eine eingeschränkte Mundöffnung kann auch als Nebenwirkung einer Krebstherapie auftreten, meist infolge von Vernarbungen nach einer Operation oder Strahlentherapie. Das Risiko dafür variiert mit der Lage des Tumors und der Strahlendosis. 

Entzündliche Ursachen

Auch entzündliche Prozesse kommen als Verursacher einer Kieferklemme in Frage. Relativ oft treten die Beschwerden zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Durchbruch der Weisheitszähne auf, seltener beim Durchbruch von Milch- und Eckzähnen. Läuft dabei nicht alles glatt, sprechen Ärzte von einem „erschwertem Zahndurchbruch“ (dentito difficilis), bei dem es zu Schwellungen, Schmerzen und Fieber kommen kann. Oft sind beengte Platzverhältnisse im Kiefer dafür verantwortlich.  

Das Problem: Die nicht vollständig durchgebrochenen Zähne sind mit loser Schleimhaut bedeckt, die eine ideale Nische für Bakterien bildet. Sie haben daher leichtes Spiel und können schnell zu einer Schleimhaut- oder Zahnfleischentzündung führen, die bis in den Kiefer ausstrahlen kann. In schweren Fällen können sich Abszesse bilden, die mitunter eine sehr schmerzhafte Kieferklemme verursachen. Hier verschwimmt die Grenze zwischen mechanischen und entzündlichen Ursachen, da es zu einer von einer Infektion verursachten Schwellung kommt.

Mitunter tritt eine Kieferklemme auch bei einer Entzündung des Kiefergelenks oder dessen Umgebung auf (z.B. Zunge, Ohrspeicheldrüse, Mandeln, Knochenhaut), doch diese Fälle sind äußerst selten. Dasselbe gilt für so genannte Spritzenabszesse, bei denen sich an der Einstichstelle eine eitrige Infektion bildet. Das passiert mitunter nach einer Betäubungsspritze beim Zahnarzt.

Kieferklemme nach zahnmedizinischen Eingriffen

Da ein Zahnarzt viele Eingriffe unter lokaler Betäubung durchführt, kann ein sogenannter Spritzenabszess auftreten. Dabei betäubt der Mediziner den Hauptnerv , der sich durch den gesamten Unterkiefer zieht. Obwohl das ein Routine-Piecks ist, besteht beim Einstich die Gefahr, Nerven oder Blutgefäße zu verletzen oder das Anästhetikum versehentlich in die Kaumuskulatur einzubringen – denn die Einführung der Kanüle erfolgt „blind“ und erfordert Erfahrung.

Anders als beispielsweise bei einer Blutentnahme in der Armbeuge kann der Zahnarzt die perfekte Einstichstelle nämlich nicht sehen oder fühlen. Geht bei der Injektion etwas schief, kann es daher zu Blutungen, intramuskulären Entzündungen, Nervenreizungen oder Hämatomen kommen, die allesamt eine Kieferklemme nach sich ziehen können. Diese kann durchaus einige Wochen oder Monate bestehen, verschwindet aber in aller Regel wieder und hinterlässt keine Folgeschäden.

Neben der Betäubungsspritze können andere Faktoren das Problem bedingen oder verstärken: Etwa ein Krampf der Muskulatur durch das lange Offenhalten des Mundes während eines Eingriffs, Schwellungen und/oder Hämatome am behandelten Areal oder lokale Entzündungen. Besonders häufig treten Kierferklemmen nach der Entfernung aller Weisheitszähne in einer Sitzung auf, da der Mediziner den Kiefer maximal dehnen muss, um die Zähne zu erreichen und durch das Ziehen erhebliche äußere Kräfte auf den Kiefer wirken. Das kann die Kaumuskeln schädigen und ihre Funktionsfähigkeit vorübergehend einschränken. Bei der Genesung ist Geduld gefragt: Auch nach einer Weisheitszahn-Operation kann es einige Wochen bis Monate dauern, bis sich die Kieferklemme wieder vollständig löst.

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So diagnostizieren Zahnärzte eine Kieferklemme

Es gibt eine Faustregel, mit der sich die normale Mundöffnung kontrollieren lässt: Dazu legt man die mittleren drei Finger einer Hand aneinander und schiebt sie senkrecht übereinander in den Mund. Gelingt das nicht oder nur unter Schmerzen, ist etwas nicht in Ordnung. Manchmal ist das Problem aber auch offensichtlich: Das gilt insbesondere für Kieferklemmen, die mit Schmerzen oder einer extremen Einschränkung der Beweglichkeit einhergehen – und damit Essen, Gähnen und sauberes Sprechen fast unmöglich machen.

Wichtig für die Diagnose ist in jedem Fall eine umfassende Anamnese, bei der die Krankengeschichte des Patienten abgeklopft wird. Gibt es erbliche Vorbelastungen für bestimmte Krankheiten? Könnten Unfälle, Verletzungen, Zahnbehandlungen oder Stress mit dem Problem zu tun haben? In jedem Fall gilt: Eine Kieferklemme ist ein Fall für den Zahnarzt oder Kieferchirurgen. Oft reicht erfahrenen Ärzten eine sorgfältige Anamnese, um die Ursache der Beschwerden zu klären. Ansonsten kann eine klinische Untersuchung für Klarheit sorgen.

Diese Geräte helfen bei der Diagnose

Lässt sich die Ursache durch die Anamnese nicht eindeutig feststellen, helfen bildgebende Verfahren bei der Diagnose. In Frage kommt neben einem Röntgenbild etwa eine Magnetresonanztomographie (MRT). Das ist ein bildgebendes Verfahren, das ohne Röntgenstrahlen auskommt und im Gegensatz zum Röntgen nicht nur Knochen, sondern auch Weichgewebe darstellen kann. Es eignet sich daher gut, um Muskeln, Gelenkkapseln, Gelenkscheiben, Sehnen und Bänder zu kontrollieren und zum Beispiel eine Diskusverlagerung zu erkennen. Besteht der Verdacht einer Fraktur oder einer Tumorerkrankung, kann eine Computertomografie (CT) oder ein digitale Volumentomogramm (DVT) sinnvoll sein. Beide arbeiten mit Röntgenstrahlen, wobei diese Belastung bei einem DVT deutlich geringer ausfällt. Auch eine computergestützte Analyse des Kiefers kann in manchen Fällen dazu beitragen, den Ursachen einer Kieferklemme auf die Spur zu kommen.

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Therapie

Da eine Kieferklemme keine eigene Krankheit, sondern nur ein Symptom eines anderen Problems ist, muss der Mediziner die zugrundeliegende Ursache bekämpfen. Grundsätzlich gilt: Eine Kieferklemme ist immer ein Fall für den Arzt. Auf keinen Fall sollten Betroffene versuchen, die Klemme selbst zu lösen oder mit Gewalt an die Sache heranzugehen – das führt nur zu unnötigen Komplikationen, Schmerzen und Folgeschäden.

Ein Pauschalrezept zur Behandlung gibt es nicht. In vielen Fällen verschwindet eine Kieferklemme von selbst, in anderen ist eine zielgerichtete Behandlung nötig. Grundsätzlich handelt es sich bei einer Kieferklemme um einen reversiblen und gut therapierbaren Zustand. Patienten sollten daher Ruhe bewahren und ein bisschen Geduld mitbringen. Sobald die Ursache gefunden ist und behandelt wird, verschwindet auch die Kieferklemme wieder.

Medikamentöse Therapie

In manchen Fällen helfen Medikamente, die Kieferklemme zu beseitigen. Bei entzündlichen Auslösern etwa ist eine Antibiotika-Therapie das Mittel der Wahl, um Infektionen und oft damit verbundene Schwellungen einzudämmen. Mitunter sind außerdem Muskelrelaxantien sinnvoll, die für eine Entspannung der Muskulatur sorgen. Ein ähnlicher Effekt lässt sich mit handelsüblichen Schmerzmitteln erreichen: Ist der Schmerz ausgeschaltet, nimmt die Verspannung der Muskeln oft ab. Eine begleitende Therapie mit solchen Mitteln ist aber ohnehin in vielen Fällen angebracht, da Kieferklemmen oft mit erheblichen Schmerzen verbunden sind. Ob und welche Medikamente helfen können, muss ein Arzt in jedem Einzelfall entscheiden.

Operative Eingriffe

In seltenen Fällen sind operative Eingriff nötig, um die Ursache einer Kieferklemme zu beseitigen: Liegt zum Beispiel ein Abszess vor, kann dieses gespalten und der Eiter entleert werden. Auch bei orthopädischen Ursachen wie einer verrutschten Knorpelscheibe kann eine Operation in seltenen Fällen nötig sein. Unumgänglich ist eine OP hingegen bei Frakturen. Hier sind Operationen nötig, um den Kiefer mit Titanschrauben oder Platten wieder in seiner ursprünglichen Position zu fixieren und/oder Knochensplitter zu entfernen.

Übungen und ergänzende Therapie

Ein gutes Mittel, um das Abklingen einer Kieferklemme zu unterstützen sind physiotherapeutische Übungen. Sie lockern und dehnen die Kiefermuskulatur und können die Genesung beschleunigen. Vielen Patienten wird zum Beispiel empfohlen, eine Wäscheklammer in den Mund zu nehmen und diese mit den Zähnen oder Lippen zu öffnen und zu schließen. Das geht natürlich nur, wenn sich der Mund dafür weit genug öffnen lässt. Ist dies nicht der Fall, kann die Spatel-Methode helfen: Dabei werden flache, aber breite Stäbchen aus Kunststoff oder Holz in den Mund geschoben und aufeinandergestapelt, um die Kaumuskulatur vorsichtig zu dehnen und die Verkrampfung so ein stückweit zu lösen. Der Patient muss dabei aktiv zu Hause mitarbeiten und die Dehnung gezielt trainieren.

Auch Massagen, Spülungen mit warmen Salzwasser, wärmende Auflagen oder Rotlicht-Bestrahlungen können helfen, die Kaumuskulatur zu entspannen und so das Lösen einer Kieferklemme beschleunigen.

Homöopathie

Einige Heilpraktiker empfehlen für die Behandlung einer Kieferklemme Globuli wie das Mittel Arnica montana C15, Cheiranthus cheiri C15 und Cuprum metallicum. Auch Johanniskraut-Massageöl, das sanft in die schmerzende Muskulatur einmassiert wird und entspannende Wirkung hat, soll helfen. Wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit gibt es allerdings nicht, weshalb eine homöopathische Behandlung nur ergänzend und in Absprache mit dem Arzt erfolgen sollte.

Können Betroffene eine Kieferklemme selbst lösen?

Nein. Es gibt weder ein effektives Mittel, um einer Kieferklemme vorzubeugen noch Handgriffe oder Übungen, um sie selbst zu läsen. Eine Kieferklemme ist immer ein Fall für den Arzt, der die genaue Ursache bestimmen und gezielt behandeln kann.
Tatsächlich gibt es nur zwei Dinge, die Patienten selbst tun können.

1. Im Vorfeld: Achten Sie auf Ihren Kiefer und nehmen sie Schmerzen, knackende oder knirschende Geräusche ernst. Oft kündigen sie Probleme an, die langfristig eine Kieferklemme nach sich ziehen können. Wer zum Beispiel unter Bruxismus leidet und das Zähneknirschen mit einer Schiene und Entspannungsübungen behandelt, kann damit das Risiko eine Klemme zu entwickeln reduzieren.

2. Bei einer bestehenden Klemme: In vielen Fällen ist es sinnvoll, neben der Behandlung der Klemme die oben beschriebenen Übungen und entspannenden Maßnahmen zu Hause durchzuführen. Welche in Frage kommen und wie oft diese sinnvoll sind, muss ein Arzt entschieden.

Quellen
  • Schwenzer N, Ehrenfeld M, et al.: Spezielle Chirurgie; Band 2: Zahn-Mund-Kiefer-Heilkunde. Lehrbuch zur Aus- und Weiterbildung; Thieme 2001
  • Thurnher D, et al.: Kieferklemme. In: HNO-Heilkunde; Springer Vienna 2011
  • Online-Informationen Deutsche Krebsgesellschaft (DKG): www.krebsgesellschaft.de; Abruf: 26.01.2018
  • Online-Informationen Oxford University hospitals: www.ouh.nhs.uk; Abruf: 26.01.2018
  • Online-Informationen Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde: www.dgzmk.de; Abruf: 26.01.2018
  • Online-Informationen Universitätsklinikum Tübingen: www.zahnklinik-tuebingen.de; Abruf: 26.01.2018
  • Online-Informationen Schweizer Zahnärzte-Gesellschaft: www.sso.ch; Abruf: 25.01.2018

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