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Sonnenallergie

Lichtallergie: Wie Sie Kinder und sich selbst schützen, die Symptome auf der Haut – und welche Cremes, Salben sowie Hausmittel, etwa Kalzium, helfen.

Von

Geprüft von Werner Siefer, Biologe

Veröffentlicht:
Aktualisiert: 2022-05-03T00:00:00+02:00 2022-05-03T00:00:00+02:00

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Inhaltsverzeichnis
Frau sitzt mit kleinem Mädchen auf einem Steg am Wasser. Beide tragen einen Sonnenhut

© Shutterstock

Sonnenallergie bei Kindern

Der Begriff Sonnenallergie (Fachbegriff: Polymorphe Lichtdermatose) beschreibt umgangssprachlich verschiedene Reiz-Reaktionen der Haut unter Lichteinwirkung. Der Begriff „Allergie“ ist dabei eigentlich falsch, da die Sonne an sich kein Allergieauslöser ist. Es handelt sich dabei um ein Phänomen, das nach einer ungewohnt hohen Sonnendosis auftritt, etwa an den ersten schönen Tagen im Frühjahr oder bei einer Urlaubsreise in tropische Regionen während des europäischen Winters.  

Gefährdet sind häufig Kinder, weil sie sich nicht selbst vor der Sonne schützen können. Eltern sollten daher besonders gut auf einen entsprechenden Sonnenschutz ihrer Kinder achten. Im ersten Lebensjahr sollten Kinder gar nicht der direkten Sonne ausgesetzt sein. Für ältere Kinder ist bei Aufenthalten im Freien ein Sonnenhut mit Nackenschutz, lange, luftige Kleidung und ein Sonnenschutzmittel mit UVA- und UVB-Filter (Lichtschutzfaktor 50) empfehlenswert. Für die Kinderhaut wie für Erwachsene ist eine wichtige Regel, dass sie sich möglichst kurz in der vollen Sonne und lieber im Schatten aufhalten sollten.

Tritt eine Sonnenallergie auf (Symptome weiter unten), ist es angeraten zum Kinderarzt zu gehen. Dieser kann Antihistaminika verschreiben, das sind Wirkstoffe, die allergische Reaktionen bremsen, indem sie das dabei vom Körper produzierte Histamin blockieren. Kleine Kinder dürfen derartige Mittel aber nur in schwacher Dosierung erhalten.

Lassen Sie sich vom Kinderarzt beraten, ob Sie empfindlichen Kindern Beta-Carotin oder Kalzium (Calcium) geben sollen, um einer Sonnenallergie vorzubeugen.

 Wichtig ist bei Kindern besonders, den Juckreiz zu lindern und Kratzen vorzubeugen – sonst können über kleine Hautverletzungen Erreger in die Haut eindringen. Kühlende Umschläge oder Bäder mit Meersalz helfen gegen den Juckreiz. Halten Sie die Fingernägel der Kinder kurz, dies verhindert Irritationen und Verletzungen durch Kratzen.

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Sonnenallergie vorbeugen

In der Regel tritt eine Sonnenallergie jedes Jahr wieder auf. Bei den meisten Betroffenen kommt es aber mit zunehmender Gewöhnung an die Sonne zu einer Besserung. Daher wird empfohlen, sich im Frühjahr nur kurz in der Sonne aufzuhalten und die Zeit im Freien bis zum Sommer langsam zu steigern.

Ist das nicht möglich oder steht im Winter eine Reise in sonnige Regionen an, hilft zum Beispiel eine sogenannte Phototherapie. Dabei setzen Betroffene die Haut gezielt künstlichen UVA- und UVB-Strahlen aus. Die Behandlung gegen Sonnenallergie sollte nur unter fachärztlicher Aufsicht und nicht im Solarium passieren, damit die Strahlenbelastung möglichst gering bleibt. Antihistaminika, auch als Tabletten, sind eine weitere Möglichkeit, mit der Betroffene einer Sonnenallergie vorbeugen können – ebenfalls in Rücksprache mit einem Arzt.

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Wer zur einer Lichtdermatose beziehungsweise einer Sonnenallergie neigt, sollte vor allem auf ausreichenden Sonnenschutz achten. Dazu gehören vor der Sonne schützende Kleidung und ein nicht fettendes Sonnenschutzmittel (Creme, Spray) das sowohl UVA- als auch UVB-Strahlen abschirmt. Anzuraten sind Mittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor (30 oder 50).

Rötlicher Hautausschlag im Dekolleté

© Shutterstock

Die Sonnenallergie kann einen rötlichen Hautausschlag des Dekolletés verursachen

Sonnenallergie behandeln

Wie lange die Sonnenallergie dauert, hängt auch vom Verhalten der Betroffenen ab. In der Regel verschwinden die Symptome von selbst, sobald sie die Sonne konsequent meiden. Eine weitere Therapie ist dann nicht nötig. Behandlungsbedürftig ist eine Sonnenallergie nur, wenn die Symptome ausgeprägt sind oder Betroffene stark darunter leiden und es trotz Schutzmaßnahmen wie Sonnencreme etc. immer wieder zu einer Sonnenallergie kommt. Was hilft dann? Was können Betroffene gegen eine Sonnenallergie tun?

Zur Linderung einer Sonnenallergie steht meist die äußere Anwendung, etwa durch Salben oder Cremes, im Vordergrund. Das Auftragen von Cortison- oder Antihistamin-Cremes lässt die Hautreizungen schneller abklingen und lindert den Juckreiz.

In schweren Fällen können Wirkstoffe aus der Gruppe von Cortison und Antihistaminika bei einer Sonnenallergie auch als Tabletten eingenommen werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.

Hausmittel und Kalzium 

Beim Thema Hausmittel gilt: Was Patienten wirklich hilft, ist individuell. Manche Patienten setzen beispielsweise vorbeugend auf eine Ernährung, die reich an Vitamin E (z. B. in Nüssen, Sonnenblumenkernen), Kalzium (u. a. in Milchprodukten) und Beta-Carotinen (u. a. in Möhren, Grünkohl, roter Paprika, Aprikosen) ist. Diese Stoffe sollen sich günstig bei einer Sonnenallergie auswirken. Einen konkreten wissenschaftlichen Beweis für die Wirkung gegen eine Sonnenallergie gibt es allerdings nicht.

Kühlende, feuchte Umschläge helfen, akuten Juckreiz und Brennen zu lindern. Manche Betroffene möchten ihre Sonnenallergie-Symptome mithilfe der  Homöopathie behandeln, etwa mit Globuli wie Aconitum napellus D12 oder Natrium muriaticum D12. Wissenschaftliche Beweise für die Wirkung gegen eine Sonnenallergie gibt es allerdings auch hier nicht.

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Symptome von Sonnenallergie

Typische Symptome der Sonnenallergie sind Juckreiz und Hautausschlag an den Körperstellen, die der Sonne ausgesetzt sind. Die Sonnenallergie tritt deshalb vor allem an folgenden Stellen auf der Haut auf:

  • Hände (Handrücken)
  • Arme
  • Gesicht (auch an den Ohren oder um die Augen
  • Dekolleté
  • Hals
  • Rücken
  • Beine

Der Ausschlag selbst kann unterschiedlich aussehen – und unterschiedlich stark sein: von leichter Sonnenallergie bis schwerer. Mögliches Aussehen des Ausschlags:

  • Geschwollene Rötungen
  • Quaddeln
  • Knötchen
  • Schuppen
  • insektenstichartige Erhebungen
  • Rote Flecken
  • Verdickungen
  • Bläschen
  • Pickel

Fast nie tritt eine Sonnenallergie ohne Juckreiz auf. Dann gilt es abzuklären, ob dahinter eine andere Ursache stecken könnte.

Ebenfalls typisch ist das verzögerte Auftreten. Die Symptome zeigen sich wenige Stunden bis mehrere Tage nach der Exposition mit Sonnenlicht.

Wie lange der Ausschlag bleibt, hängt auch vom Verhalten der Betroffenen ab: Meiden diese die Sonne, klingen die Symptome meist von selbst ohne bleibende Schäden ab. Nur wenn eine sogenannte chronisch aktinische Lichtdermatitis vorliegt, können die Symptome dauerhaft auftreten.

Tipps für eine gesunde Haut (Unser Podcast für ein gutes Körpergefühl – Folge #7)

Zu Gast im Podcast:

Dr. Yael Adler, Dermatologin im Privatärztlichen Zentrum für Haut, Venen & Lasermedizin in Berlin

Die Haut ist unsere größte Schnittstelle nach außen. Sie gibt Halt, schützt vor Krankheiten und reagiert empfindlich auf Reize, wie Hitze oder Kälte oder zu viel Sonneneinstrahlung.

Sie ist, ganz klar, der Spiegel der Seele, sagt Deutschlands wohl bekannteste Dermatologin Yael Adler aus Berlin.

In unserer heutigen Folge verrät die Expertin, wie wir unser größtes Organ pflegen sollten, welche Nahrungsmittel die Haut von innen heraus zum Strahlen bringen und welche ihr schaden. Die Medizinerin spricht über Reizungen und Pickel, warum sie entstehen und wie sie sich lindern lassen. Sie verrät außerdem, was die Haut auch im höheren Alter jung aussehen lässt.

Ursachen von Sonnenallergie

Die Sonne selbst ist nicht der Auslöser der typischen Reaktionen. Ursache und Entstehung der Symptome sind noch nicht genau geklärt. Experten vermuten: Unter dem Einfluss von UV-Strahlung werden eigentlich harmlose Substanzen wie Medikamente, auf die Haut aufgetragene Pflegemittel, Lebensmittel oder auch körpereigene Stoffe zu Allergenen. Diese lösen dann eine Antwort des Immunsystems und die Symptome aus.

Mallorca-Akne

Eine Sonderform der Sonnenallergie ist die sogenannte Mallorca-Akne. Dabei reagieren die Talgdrüsen der Haut auf die Mischung von Sonnencreme und UV-Licht. Die Folgen sind Pickel und juckende Pusteln.

Quellen
  • Lehmann, P et al.: Lichtdermatosen. Diagnostik und Therapie; Deutsches Ärzteblatt; 2011; DOI: 10.3238/arztebl.2011.0135
  • Online-Informationen Verband der Allergologen Brandenburgs e.V.: www.allergologenverband-brandenburg.de; Abruf: 15.02.2022
  • DOnline-Informationen eutscher Allergie- und Asthmabund e.V.: www.daab.de; Abruf: 15.02.2022
  • Online-Informationen Helmholtz Zentrum München: www.allergieinformationsdienst.de; Abruf: 15.02.2022
  • Online-Informationen Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V.: www.kinderaerzte-im-netz.de; Abruf: 15.02.2022

 

 

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Tipps für eine gesunde Haut von Dr. Monique Stengel

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Sonnenschutz ist wichtig für eine gesunde und jung aussehende Haut. Wie schützen Sie sich selbst im Alltag und im Urlaub vor UV-Strahlung?

Ich trage jeden Tag ein Antioxidans mit Vitamin C und E auf Gesicht, Hals, Dekolleté und Handrücken auf und darüber einen Sonnenschutz mit LSF 50. Darüber hinaus halte ich mich zwischen 11 und 15 Uhr möglichst im Schatten auf, trage zusätzlich einen Sonnenhut, um Kopfhaut und Nacken zu schützen und creme mit Sonnenschutzcreme nach dem Baden und Sport nach. Bei einem so konsequenten Sonnenschutz der Haut kann es zu einem Vitamin D Mangel kommen – daher gelegentlich Vitamin D bestimmen lassen und ggf. z.B. in Form von Tropfen einnehmen.

Wie können sich Patienten auf den Besuch beim Hautarzt vorbereiten?

Wenn eine Hautvorsorge ansteht, sollte die Haut nicht eingecremt werden, kein Make-up, Puder oder Haarspray und kein Nagellack angewendet werden. So kann der Hautarzt die Haut am besten in ihrem ursprünglichen Zustand beurteilen. Zur Hautvorsorge gehören nämlich auch die Untersuchungen der Kopfhaut und des Nagelorgans.

Worauf achten Sie bei der Auswahl von Hautpflegeprodukten?

Ich achte auf hochwertige pflegende Inhaltsstoffe, die der Haut helfen Feuchtigkeit zu binden wie etwa Harnstoff, Milch- und Hyaluronsäure und Squalan (ein durchsichtiges, geruchsneutrales Öl). Was ich meide, sind Silikone, Mineralöle, Parabene und möglichst auch Duftstoffe, da sie Allergien auslösen können.

Das vollständige Interview mit Dr. Monique Stengel finden Sie hier.

Dr. Monique Stengel,

Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten mit Praxis in 82319 Starnberg

Fachgebiet:

  • Haut- und Geschlechtskrankheiten


Teilgebiet:

  • Allergologie
  • Naturheilverfahren


Therapieschwerpunkt:

  • Dermatologie: Kosmetisch-ästhetische Dermatologie
  • Falten: Hyaluronsäure
  • Hautkrebs: Vorsorgeuntersuchung
  • Laserbehandlung
  • Pigmentflecken: Lasertherapie


Abrechnung:

nur Privatpatienten / Selbstzahler

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Tipps für eine gesunde Haut von Dr. Tanja Fischer

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Woran erkennt man einen guten Dermatologen?

Daran, dass er ganz genau hinsieht. Mit großem Interesse, Einfühlungsvermögen und Neugier. Denn Haut kann man lesen. Und viele Erkrankungen lassen sich auf ihr erkennen.

Welchen Schwerpunkt setzen Sie bei Ihrer Arbeit?

Ich habe einen sehr medizinischen Hintergrund durch meine Jahre an der Charité. Darum ist mein Fokus die Haut-Gesundheit. Ich habe gelernt, dass schöne Haut gesund – und gesunde Haut schön ist.

Was sollten alle Menschen über ihre Hautgesundheit wissen?

Bitte UV-Strahlen meiden, wo es geht! Im Sommer morgens zur Hautcreme gleich einen Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 30plus auftragen. 80 Prozent der Falten sind die Schuld der Sonne! Und Hautkrebs ist es meist auch.

Das vollständige Interview mit Dr. Tanja Fischer finden Sie hier.

Dr. Tanja Fischer,

Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten mit Praxis in 14467 Potsdam und 14193 Berlin

Fachgebiet:

  • Haut- und Geschlechtskrankheiten


Teilgebiet:

  • Allergologie


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  • Dermatologie: Kosmetisch-ästhetische Dermatologie
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  • Dermatologische Lasertherapie: Focus Top Medizin
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FOCUS-Gesundheit 01/24 – Einfach besser leben 2024

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FOCUS-Gesundheit 01/2024

Einfach besser leben 2024
Viele Alterungsprozesse lassen sich nachweislich bremsen. Was uns jung hält. Wie wir Lust an Bewegung (wieder) finden. Plus: Übungen fürs Home-Workout. U.v.m.

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Dieser Artikel enthält allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Den passenden Arzt finden Sie über unser Ärzteverzeichnis.

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