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Wunderpille Bewegung

Bewegung ist die beste Medizin? Das stimmt in manchen Fällen tatsächlich. Diabetes, Osteoporose oder Bluthochdruck - Sport kann bei einigen Erkrankungen so gut Abhilfe schaffen wie ein Medikament.

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Inhaltsverzeichnis
Eine Mann und eine Frau joggen einen Hügel in herbstlicher Waldlandschaft hoch.

© Shutterstock

Wenn die Muskeln im Körper regelmäßig arbeiten, hält das den Körper nicht nur fit, sondern auf faszinierende Weise gesund. Bewegung ist ein medizinisches Allheilmittel, das potenteste sogar, wie eine Fülle von Studien beweist. Sport ist bei Hunderten unterschiedlicher Erkrankungen so wirksam wie keine Tablette und so billig wie kein Medikament. Bei beginnendem Typ-2-Diabetes etwa ist regelmäßiges Training die wichtigste Säule der Therapie, flankiert von einer Ernährungsumstellung. Medikamente braucht es bei der milden Form ausdrücklich nicht. Für Patienten mit Bluthochdruck liegen Blutdrucksenker und Sport gleichauf, nur hat Letzterer keine Nebenwirkungen.

Wirksame Waffe gegen Volkskrankheiten

Die wunderbare Heilkraft der Bewegung wirkt noch im hohen Alter: Menschen mit Demenz etwa bewahrt kein Präparat vor dem geistigen Abbau – außer Sport. Körperliche Aktivität kann die Krankheit ausbremsen. Im Jahr 2013 brachte das „British Medical Journal“ es mit einer Zusammenschau von 300 Studien an knapp 340.000 Patienten auf den Punkt: Nach einem Schlaganfall, bei einer Herzerkrankung oder einsetzender Zuckerkrankheit ist Sport genauso gut wie Arzneien, wenn das mittlere Überleben als Maß gilt. „Sport schützt und hilft langfristig bei allen Volkskrankheiten“, sagt Georg Duda, Direktor des Julius Wolff Instituts für Biomechanik und Muskuloskeletale Regeneration in Berlin. So überzeugend ist die Datenlage, dass derzeit eine ganze Forschungsdisziplin entsteht. Sie möchte die Zusammenhänge genauer verstehen. Bewegung lässt beispielsweise neue graue Zellen sprießen und kann das Denken verbessern.

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Am besten einmal auspowern

Nicht die täglichen 30 Minuten Fußweg oder auf dem Fahrrad haben dabei den größten Effekt. Besonders heilsam sind Sportarten, die an die eigenen Grenzen gehen und alle Muskeln beanspruchen. „Es muss Sport sein, bei dem wir uns ab und an auch auspowern“, betont Wilhelm Bloch, Leiter der Abteilung für molekulare und zelluläre Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln. Turnen, Tanzen und Tennis gehören dazu. Der Sportmediziner läuft gemeinsam mit seinem Sohn am liebsten auf unebenem Waldboden, sodass die Gelenke Höchstleistung vollbringen müssen. Zwischendurch legen beide immer wieder Sprints und Sprung- und Dehnübungen ein. „Mein Sohn läuft mir zwar davon, aber das Training hält uns beide fit“, sagt der 57-Jährige und fügt hinzu. „Wenn ich auf Dienstreise gehe, packe ich neben die Krawatte immer die Laufschuhe.“

Sobald Athleten springen oder rennen, wirkt ein Vielfaches ihres Gewichts auf ihr Skelett. Nach dieser Strapaze wappnet sich der Körper für die nächste. Über Wochen hinaus vermehren sich die Zellen, der Knochen wird dicker und kräftiger. Bei Rauchern, Diabetikern und im Alter ist dieser Anpassungseffekt allerdings schwächer. „Je älter wir werden, desto weniger hört der Knochen auf Mechanik“, sagt Georg Duda, Direktor des Julius Wolff Instituts für Biomechanik und Muskuloskeletale Regeneration in Berlin. Die Heilwirkung schwindet. Wird der Skelettapparat nicht ausreichend beansprucht, baut er sogar ab. Die Knochen werden spröder. Für viele Senioren ist das fatal. Beim geringsten Sturz erleiden sie einen Bruch.

Körper und Geist profitieren von der Anstrengung

Wer sich zu körperlicher Anstrengung aufgerafft hat, wird also allemal reich entlohnt. Sogar für den Geist ist Sport eine gute Medizin. Dies liegt zum einen daran, dass er die Durchblutung des Gehirns verbessert. Zum anderen kurbelt Sport die Freisetzung des Wachstumsfaktors BDNF an. Dieser lässt die grauen Zellen nach dem Training in allen Hirnarealen sprießen. „Nur wenn wir Bewegung auf zellulärer Ebene verstehen, können wir zu individueller Prävention raten“, sagt Georg Duda und deutet damit an: Vieles wissen die Forscher noch nicht. Dennoch können sie die simple Hausarztempfehlung von 30 Minuten Bewegung am Tag längst viel konkreter formulieren.

Wer auf dem Ergometer sitzt, tut zwar dem Herzen gut, aber die gesamte Heilkraft des Sports schöpft er nicht aus. Dafür arbeiten zu wenige Muskeln, die Beanspruchung ist zu schwach und die mechanische Belastung zu gering. „Bewegung, die verschiedene Muskelgruppen anspricht, die immer wieder an die Leistungsgrenze führt, ist gut“, sagt Sportmediziner Bloch. Immerhin: Auf die Anstrengung darf, ja muss, die Entspannung auf dem Sofa folgen, damit der Körper von der Impfung Sport wirklich profitiert.

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Bei diesen Krankheiten hilft Sport

 

Dies ist eine gekürzte Fassung. Den vollständigen Text sowie einen Fitness-Selbsttest und ein Krafttraining-Programm für Einsteiger finden Sie in FOCUS-GESUNDHEIT Nr. 46 „Gesünder leben“ – als Print-Heft oder Digital-Ausgabe.

 

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Dieser Artikel enthält allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Den passenden Arzt finden Sie über unser Ärzteverzeichnis.

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Dr. Andrea Bannert

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