Werbung

Werbung

Mythos: Schadet Lesen im Dunkeln den Augen?

Wenn eine Geschichte spannend ist, kann man sich schnell bis spät nachts in einem Buch vergraben. Dabei schadet Lesen im Dunkeln doch den Augen - oder nicht? Was hinter dem Mythos steckt.

Von

Geprüft von Martina Reiter, Medizinjournalistin

Veröffentlicht: 2018-12-21T12:48:19+01:00

Werbung

Inhaltsverzeichnis
Eine Frau liegt auf einem Bett und liest.

© Shutterstock

Schon in der Kindheit begleiteten die Helden aus Büchern kleine Leseratten ins Bett: Heimlich unter der Decke mit Taschenlampe zu schmökern war so aufregend wie verboten. Auch im Erwachsenenalter machen es sich viele vor dem Schlafengehen noch mit einem guten Buch gemütlich. Dabei klingt immer die Mahnung der Eltern von damals in den Ohren: „Lesen im Dunkeln macht die Augen kaputt!“ Was ist wirklich dran an dem Mythos?

Damit das Auge etwas wahrnimmt, muss Licht auf die Netzhaut fallen. Der Pupillenreflex regelt, wie viel Licht hineingelangt: Bei hellem Sonnenschein zieht sich die Pupille zusammen, es kommt nur wenig Licht auf die Netzhaut. Wird die Umgebung dunkler, weitet sich die Pupille und lässt mehr Lichtstrahlen ein. Dieser Reflex schützt das Auge einerseits vor zu hohen Lichtintensitäten und sorgt andererseits dafür, dass man bei schlechten Lichtverhältnissen noch etwas erkennen kann.

Schnell müde, aber unbeschadet

Wer also abends bei gedimmtem Licht schmökert, bei dem weiten sich die Pupillen. Dadurch verschlechtert sich allerdings auch die Tiefenschärfe. Um kleine Dinge in einer gewissen Distanz – zum Beispiel Buchstaben auf einer Seite – scharf erkennen zu können, muss sich das Auge mehr anstrengen. Die Folge: Die Augen ermüden schneller. Langfristigen Schaden nehmen sie dadurch aber nicht, haben inzwischen auch Studien nachgewiesen. Wichtig ist, dass die Augen über Nacht genug Zeit in geschlossenem Zustand verbringen, um sich zu regenerieren.

Tipp: Das beste Licht zum Lesen ist Tageslicht. Rechtshänder sollten ihre Schreibtischlampe auf der linken Seite des Tisches platzieren (Linkshänder umgekehrt), damit die eigene Hand beim Schreiben keinen Schatten auf das Papier wirft.

Werbung

Kurzsichtigkeit wird gefördert

Schlechte Lichtverhältnisse fördern aber vermutlich einen anderen negativen Effekt im Auge: Kurzsichtigkeit. Forscher der Queensland University of Technology haben im Rahmen einer Studie über 100 Schulkinder untersucht. Dabei entdeckten sie einen Zusammenhang – Kinder, die mindestens zwei Stunden täglich draußen verbrachten, hatten deutlich bessere Augen als jene, die sich maximal eineinhalb Stunden im Tageslicht aufhielten. Bei der zweiten Gruppe gab es vermehrt Fälle von Kurzsichtigkeit. Als Ursache für den Effekt machen die Wissenschaftler den Botenstoff Dopamin, auch bekannt als Glückshormon, verantwortlich. Das Hormon wird bei Helligkeit in der Netzhaut des Auges gebildet und scheint gleichzeitig das Längenwachstum des Augapfels zu stoppen. Ist der Augapfel zu lang oder zu kurz, führt das zu Fehlsichtigkeiten.

FOCUS-Gesundheit 01/24 – Einfach besser leben 2024

© FOCUS-Gesundheit

FOCUS-Gesundheit 01/2024

Einfach besser leben 2024
Viele Alterungsprozesse lassen sich nachweislich bremsen. Was uns jung hält. Wie wir Lust an Bewegung (wieder) finden. Plus: Übungen fürs Home-Workout. U.v.m.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel enthält allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Den passenden Arzt finden Sie über unser Ärzteverzeichnis.

Höchster Qualitätsanspruch: So arbeiten wir.

Fragen? Schreiben Sie uns!

Dr. Andrea Bannert

Redaktionsleitung DIGITAL FOCUS-Gesundheit

Facebook Logo Instagram Logo Email Logo
Fragen Bild
Redaktor Bild

Hinweis der Redaktion

Im Sinne einer besseren Lesbarkeit unserer Artikel verwenden wir kontextbezogen jeweils die männliche oder die weibliche Form. Sprache ist nicht neutral, nicht universal und nicht objektiv. Das ist uns bewusst. Die verkürzte Sprachform hat also ausschließlich redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung. Jede Person – unabhängig vom Geschlecht – darf und soll sich gleichermaßen angesprochen fühlen.