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Schnupfen und Halskratzen: Ist jetzt ein Coronatest ratsam?

Testen, Testen, Testen lautet die Strategie des Robert Koch-Instituts (RKI) nach wie vor. Aber bitte nicht beliebig, sondern zielgerichtet. Das RKI hat seine Testkriterien für die kalte Jahreszeit angepasst. Was Sie nun zu Beginn der Erkältungssaison wissen müssen.

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Inhaltsverzeichnis
Das RKI hat seine Coronatest-Kriterien für die kalte Jahreszeit angepasst

© Mauritius Images

Michael Müller

© Akkreditierte Labore in der Medizin e.V.

Michael Müller

Facharzt für Laboratoriumsmedizin. Er ist erster Vorsitzender des ALM (Akkreditierte Labore in der Medizin e.V.)

 

Labormitarbeiter in ganz Deutschland schlagen Alarm: Laut ALM, dem Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin, ist die Testkapazität nun erstmalig zu 100 Prozent ausgereizt. Die Situation sei ernst: Mitarbeiter arbeiten am Rande der physischen und psychischen Belastbarkeit, Maschinen seien am Anschlag und Liefermaterialien knapp, heißt es.

„Es werden immer noch zu viele asymptomatische und damit Personen mit sehr niedriger Priorität getestet. Hier braucht es jetzt eine Verbesserung der Akzeptanz und der Umsetzung der Empfehlungen des RKI zur Nationalen Teststrategie. Für zusätzliche, großzügige und ungezielte Testkonzepte auf Landesebene verbleibt kein Spielraum mehr“, erklärt Verbandschef Michael Müller.

Vor allem jetzt, zu Beginn der Erkältungs- und Grippesaison, ist das großzügige Testen ein Problem. Würde jeder mit Schnupfen oder Husten zum Abstrich gehen, würde das die Situation in den Laboren noch weiter verschärfen. „Auch wenn ich gut verstehen kann, dass viele Menschen über Tests gerne zusätzliche Sicherheit gewinnen möchten: Medizinische Tests sind in erster Linie da zur Diagnose der Infektion bei Patientinnen und Patienten und im Falle der Pandemie auch zur Verhinderung der Ausbreitung sowie zum Schutz besonderer Risikogruppen“, so Müller.

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Neue Teststrategie für die Erkältungszeit

Nun hat das RKI die Testkriterien angepasst. Kapazitäten sollten zielgerichtet eingesetzt werden, um eine Überlastung von Arztpraxen und Laboren zu vermeiden. Das bedeutet konkret, dass nicht alle Menschen, die unter Erkältungssymptomen wie Husten, Halsschmerzen oder Schnupfen leiden, getestet werden können.

Erkältete gelten dennoch als Corona-Verdachtsfall und sollten sich fünf Tage lang zuhause aufhalten, ihre Kontakte reduzieren und mindestens 48 Stunden lang symptomfrei sein, bevor sie die Isolation verlassen, rät das RKI. So könne man die Ansteckung anderer in Büro, Wartezimmer oder Schule verhindern. Anspruch auf einen Test haben Erkrankte mit leichten Symptomen nur, wenn zusätzliche Kriterien erfüllt sind. Das ist etwa der Fall, wenn sie zu einer Risikogruppe gehören oder wenn sie im medizinischen Bereich tätig sind.

Der Fokus solle beim Testen laut RKI auf Menschen mit schweren oder sich verschlechternden Symptomen liegen. Auch Personen mit Kontakt zu einem bestätigten Fall sollen weiterhin getestet werden. Ebenso wie Patienten mit Geruchs- und Geschmacksstörungen.

Ob in Ihrem Fall ein Test nötig ist, klären Sie am besten telefonisch mit Ihrem Hausarzt oder mit dem ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116117 ab.

Wer laut RKI Anspruch auf einen Coronatest (PCR-Test) hat

Personen mit:

  • schweren respiratorischen Symptomen (etwa durch akute Bronchitis oder Lungenentzündung, Atemnot oder Fieber)
  • Störung des Geruchs- und Geschmackssinns
  • ungeklärten Erkrankungssymptome und Kontakt mit einem bestätigten COVID-19-Fall
  • akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere UND
    • Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe
      ODER
    • Tätigkeit in Pflege, Arztpraxis, Krankenhaus
      ODER
    • Erhöhter Expositionswahrscheinlichkeit, beispielsweise im Rahmen eines Ausbruchs, bei Veranstaltungen mit über 10 Personen in geschlossenen und unzureichend durchlüfteten Räumen und unzureichender Anwendung der AHA+L-Regeln (Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske und Lüften)
      ODER
    • Kontakt im Haushalt oder anderen Personen mit akuter Atemwegserkrankung ungeklärter Ursache UND eine erhöhte COVID-19 7-Tages-Inzidenz ( höher als 35 pro 100.000 Einwohner) im Landkreis
      ODER
    • während des Zeitraums der Symptomatik bestand die Möglichkeit (Expositionssetting) einer Weiterverbreitung an viele weitere Personen
      ODER
    • weiterhin enger Kontakt zu vielen Menschen (etwa Lehrer oder Chorleiter.) oder zu vulnerablen Gruppen/Risikopatienten (in Familie, Haushalt, Tätigkeit)
  • klinischer Verschlechterung bei bestehender Symptomatik

FOCUS-Arztsuche: Corona-Teststellen finden

Arztsuche
Finden Sie mit Hilfe der FOCUS-Gesundheit Arztsuche den passenden Mediziner.
Quellen
  • Online-Informationen Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Wann erhalte ich bei Corona-Symptomen einen Test?: www.zusammengegencorona.de; Abruf: 9.11.2020
  • Online-Informationen Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Die nationale Teststrategie - Coronatests in Deutschland: www.bundesgesundheitsministerium.de; Abruf: 9.11.2020
  • Online-Informationen Kassenärztliche Bundesvereinigung KdöR: www.kbv.de; Abruf: 9.11.2020
  • Online-Informationen Robert Koch-Institut (RKI): www.rki.de; Abruf: 9.11.2020
  • Online-Informationen ALM – Akkreditierte Labore in der Medizin e.V.: www.alm-ev.de; Abruf: 9.11.2020
  • Online-Informationen Presse- und Informationsamt der Bundesregierung: www.bundesregierung.de; Abruf: 9.11.2020
FOCUS-Gesundheit 01/24 – Einfach besser leben 2024

© FOCUS-Gesundheit

FOCUS-Gesundheit 01/2024

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Viele Alterungsprozesse lassen sich nachweislich bremsen. Was uns jung hält. Wie wir Lust an Bewegung (wieder) finden. Plus: Übungen fürs Home-Workout. U.v.m.

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Dieser Artikel enthält allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Den passenden Arzt finden Sie über unser Ärzteverzeichnis.

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